www.cosmopolis.ch
Nr. 10, 15. Dezember 1999/14. Januar 2000
Aktuelle Ausgabe mit Archiv
Musik  Film  Kunst  Geschichte  Politik  Archiv

Links  Werbung  Feedback  English edition  Travel/Reisen
 
Copyright 1999  www.cosmopolis.ch  Louis Gerber  All rights reserved.

Junge Schweizer Kunst
Eidgenössische Preise für Freie Kunst 1999
 
Kunst ist keine exakte Wissenschaft, und so birgt die Vergabe von Kunstpreisen immer grosses polemisches Potential in sich. Das gilt auch für die Eidgenössischen Preise für Freie Kunst, die seit nunmehr 100 Jahren vergeben werden. An diesem alljährlichen Wettbewerb können Künstler und Architekten schweizerischer Nationalität und solche, die sich seit mindestens fünf Jahren in der Schweiz aufhalten oder mit einem Schweizer/einer Schweizerin verheiratet sind, teilnehmen. Maximal sieben Mal darf man sich präsentieren, nach drei Preisen bzw. dem Erreichen des 40. Altersjahres ist allerdings Schluss. 1999 wurden immerhin 35 Preise in der Höhe zwischen 18,000 und 25,000 SFr. vergeben, nicht wenig für oft noch unbekannte Künstler, die nicht unbedingt finanziell auf Rosen gebettet sind.
 
Die Liste der erfolglosen Bewerber liest sich wie ein Who is Who der Schweizer Kunst. Unter den bekanntesten wären Alberto Giacometti, Jean Tinguely, Max Bill oder Dieter Roth zu nennen. Trotzdem ist es immer wieder interessant, vorbei zu schauen. Zum einen, um sich einen - wenn auch limitierten - Überblick über Tendenzen und Vorlieben der jüngeren Künstler zu bilden. Zum anderen, weil sich hin und wieder die Gelegenheit zu einer Entdeckung bietet. Der 1899 "zur Hebung des mittelmässigen Niveaus der schweizerischen Kunst" gegründete Wettbewerb kann allerdings auch auf  einige Preisträger wie Pipilotti Rist verweisen, die sich auf dem internationalen Kunstmarkt und im Ausstellungswettbewerb durchgesetzt haben. Namen wie Jonathan Delachaux, Nicolás Fernández oder Lori Hersberger werden vielleicht dereinst in den Olymp der Kunst aufsteigen. Wer sich die frühen Arbeiten der grossen Künstler des 20. Jahrhunderts anschaut, wird viel Ausschuss, viel Minderwertiges finden, das nicht unbedingt auf eine erfolgreiche Karriere hindeutete. Anstelle einer Deutung steht bezüglich der zeitgenössischen Kunst oft die blosse Beschreibung, weshalb wir hier darauf ganz verzichten. - Kunsthalle Zürich bis 30. Dezember. Katalog: SFr. 12.-.
 
Hannah Villiger und Pipilotti Rist
Mit den 1994 im Rahmen der 22. Internationalen Biennale von São Paulo gezeigten Arbeiten zweier Künstlerinnen, die es geschafft haben, setzt sich der im Lars Müller Verlag erschienene 56seitige Band zu Hannah Villiger und Pipilotti Rist auseinander. Die 1951 bzw. 1962 geborenen sehr unterschiedlichen Künstlerinnen präsentierten Fotoarbeiten in Form von Stadtansichten und Körperwelten sowie transparente Bilder in Leuchtkästen (Hannah Villger) bzw. Videoinstallationen mit ironischer Brechung der Ich-Bezogenheit im Fall von Pipilotti Rist, die, Mitglied der Pop-Gruppe Les Reines Prochaines, sich in ihren Werken ebenso mit der Video-Pop-Kultur und der Perzeption des menschlichen Auges auseinander setzte.


 

www.cosmopolis.ch
Nr. 10, 15. Dezember 1999/14. Januar 2000
Aktuelle Ausgabe mit Archiv
Musik
  Film  Kunst  Geschichte  Politik  Archiv

Links  Werbung  Feedback  English edition  Travel/Reisen
 
Copyright 1999  www.cosmopolis.ch  Louis Gerber  All rights reserved.