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Nr. 11, 15. Januar/14. Februar 2000
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100 Jahre französische Chansons: Les Plus Grandes Chansons Du Siècle
(Universal 3145420562)
 
Mit dem Ende des 20. Jahrhunderts, das eigentlich erst nach dem Jahr 2000 vorüber ist, finden überall Rückblicke statt. So auch in Frankreich, das bezüglich des französischen Chansons gar den Disque officiel de la Célébration Nationale herausgibt. Es ist nicht eine Platte, sondern gleich ein Coffret, der drei CDs mit 55 Chansons enthält, die das französische musikalische Jahrhundert repräsentieren sollen. Ein schwieriges Unterfangen, wie der Mann gesteht, dem die Aufgabe anvertraut worden war, wobei er hinzufügt: "Par ailleurs, ma sélection n'était pas tout à fait celle que l'on trouve dans ce triple CD ...". Schwer wiegt vor allem auch, dass auf den CDs der Rückblick ohne vor 1930 aufgenommene Titel auskommt. Das empfehlenswerte Begleitbüchlein setzt dagegen sogar vor dem Jahr 1900 ein und erzählt in Schlaglichtern die Geschichte der französischen Musik- und Chansonindustrie mit all ihren Protagonisten. Die CDs setzen mit Lucienne Boyer und Parlez-moi d'amour, aufgenommen im Jahr 1930, ein. Josephine Baker mit J'ai deux amours (1931) darf ebenso nicht fehlen wie Maurice Chevaliers Ma pomme (1936). Die Liste der Interpreten ist logischerweise ein Who is Who des Chansons und umfasst neben den bereits genannten auch Edith Piaf, Charles Trenet, Yves Montand, Georges Brassens, Gilbert Bécaud, Jacques Brel, Johnny Hallyday, Nino Ferrer, Eddy Mitchell, Patricia Kaas oder Lara Fabian. Da jedem Künstler nur je ein Titel zugebilligt wurde, fiel die Auswahl notgedrungen schwer. Der Hörer vermisst eine Reihe unvergesslicher Chansons. Trotzdem kann sich ein Grossteil der ausgewählten Titel sehen lassen: La mer mit Trenet (1946), Les feuilles mortes mit Yves Montand (1962), Gilbert Bécaud mit L'important, c'est la rose (1967) Le Sud von Nino Ferrer (1974) oder Patricia Kaas mit Mon mec à moi (1988). Nur ärgerlich, dass die Titel auf den CDs nicht wie das Begleitbüchlein chronologisch geordnet sind.