100 Jahre französische Chansons: Les Plus
Grandes Chansons Du Siècle
(Universal 3145420562)
Mit dem Ende des 20. Jahrhunderts, das eigentlich erst nach dem Jahr
2000 vorüber ist, finden überall Rückblicke statt. So auch
in Frankreich, das bezüglich des französischen Chansons gar den
Disque officiel de la Célébration Nationale herausgibt.
Es ist nicht eine Platte, sondern gleich ein Coffret, der drei CDs
mit 55 Chansons enthält, die das französische musikalische Jahrhundert
repräsentieren sollen. Ein schwieriges Unterfangen, wie der Mann gesteht,
dem die Aufgabe anvertraut worden war, wobei er hinzufügt: "Par
ailleurs, ma sélection n'était pas tout à fait celle
que l'on trouve dans ce triple CD ...". Schwer wiegt vor allem auch,
dass auf den CDs der Rückblick ohne vor 1930 aufgenommene Titel auskommt.
Das empfehlenswerte Begleitbüchlein setzt dagegen sogar vor dem Jahr
1900 ein und erzählt in Schlaglichtern die Geschichte der französischen
Musik- und Chansonindustrie mit all ihren Protagonisten. Die CDs setzen
mit Lucienne Boyer und Parlez-moi d'amour, aufgenommen im
Jahr 1930, ein. Josephine Baker mit J'ai deux amours (1931) darf
ebenso nicht fehlen wie Maurice Chevaliers Ma pomme (1936). Die
Liste der Interpreten ist logischerweise ein Who is Who des Chansons und
umfasst neben den bereits genannten auch Edith Piaf, Charles Trenet, Yves
Montand, Georges Brassens, Gilbert Bécaud, Jacques Brel, Johnny
Hallyday, Nino Ferrer, Eddy Mitchell, Patricia Kaas oder Lara Fabian. Da
jedem Künstler nur je ein Titel zugebilligt wurde, fiel die Auswahl
notgedrungen schwer. Der Hörer vermisst eine Reihe unvergesslicher
Chansons. Trotzdem kann sich ein Grossteil der ausgewählten Titel
sehen lassen: La mer mit Trenet (1946), Les feuilles mortes
mit Yves Montand (1962), Gilbert Bécaud mit L'important, c'est
la rose (1967) Le Sud von Nino Ferrer (1974) oder Patricia Kaas
mit Mon mec à moi (1988). Nur ärgerlich, dass die Titel
auf den CDs nicht wie das Begleitbüchlein chronologisch geordnet sind.
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