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L. A.
Confidential
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Schweiz.
Auf James Ellroys 1988/89 geschriebenem Roman basierend ist L. A.
Confidential (1997) einer unserer Lieblingsfilme der letzten Jahre.
Er bildet insofern eine Ausnahme, als die meisten andern hervorragenden
Filme der 90er (oft schwarze) Komödien sind wie Groundhog Day,
Fargo
oder Jackie Brown. Zur nicht leichten Umsetzung seines Buches in
einen Film meinte Ellroy, die Drehbuchschreiber Brian Helgeland und Curtis
Hanson hätten die Geschichte brilliant auf das Wesentliche kondensiert.
Die zwei haben den Oscar aus dem Jahr 1997 für das Best Adapted
Sreenplay redlich verdient.
Es gibt Ärger im Paradies - wegen Cohen und seiner
Gangsterbande. Sid
Mudgens (Danny DeVito) Hush Hush Sensationsmagazin kennt alle diese
Geschichten. Einige höchst unterschiedliche Polizeibeamte in Los Angeles
(LAPD) sollen diese Probleme beenden. Zu ihnen gehört Bud White (Russel
Crowe). Er beendet mit seinen Fäusten einen Familienstreit, bei dem
ein Mann seine Frau schlägt. Von Anbeginn ist klar: der Junge hat
ein gutes Herz - besonders für Frauen - aber gebraucht gewaltsame Methoden. Einen anderen Polizistentyp verkörpert Sgt. Jack Vincennes
(Kevin Spacey), auch bekannt als 'Big Vince' oder 'Big V'. Klug und über
die Jahre zynisch geworden, ist Big V leicht korrupt und ohne Illusionen.
Er verkauft gegen Dollars Informationen an Sid Mudgen von Hush Hush,
der Big V schon mal am Tatort in Heldenpose auf Zeitungsphotos bannt. Der
intellektuell brillanteste seiner Generation bei LAPD ist Sgt. Ed Exley
(Guy Pearce), der Sohn eines berühmten verstorbenen Polizisten. Ed
Exley ist in gewisser Weise sauber, unkorrumpiert und ambitiös. Als
seine Kollegen einen verhafteten Gangster zusammenschlagen, versucht er
erfolglos einzugreifen. Hush Hush veröffentlicht Skandalbilder
der Aktion. Ed Exley weiss, wie er die Ereignisse zu einem Karriere-Schub
benutzen kann. Er ist bereit, gegen seine Kollegen auszusagen, auch wenn
er deswegen im Department verachtet werden wird. "Schweigen und Integrität
sind nicht dasselbe", meint Ed Exley. Gleichzeitig rät er seinen
Vorgesetzten,
die Schuld für die Tat auf Leute zu schieben, deren Pensionen gesichert
sind. Diese Männer sollten in den Ruhestand gezwungen werden. Er empfiehlt
Richard 'Dick' Stensland (Graham Beckel) und Bud White (ein unlogisches
Detail in der Argumentation von Exley und der Drehbuchautoren, da Bud White
jung ist) für gewisse Zeit ins Gefängnis zu senden. Die Öffentlichkeit
würde dies als Zeichen harten Durchgreifens werten. Die Vorgesetzten
sind bezüglich Stensland einverstanden, nicht aber was Bud White angeht.
Exley soll als Anerkennung zum Leutnant befördert werden. Er hat allerdings
die Nerven, für sich den Posten eines detective lieutenant
zu fordern - was er auch kriegt, denn das LAPD wie die Öffentlichkeit
braucht Vorbilder. Die Vorgesetzten benötigen Big V als Zeugen gegen
Stensland. Sie setzen ihn unter Druck, doch er ist ein harter Kerl. Auch
hier weiss Ed Exley die Lösung, wie Big V zur Änderung seiner Haltung
zu bewegen ist: mit der Verleihung des Ehrenabzeichens des LAPD.
Captain Dudley Smith (James Cromwell) ist ein rücksichtsloser
Vorgesetzter.
Er liebt und benutzt Bud White, dessen Tendenz zur Lösung von Problemen
mit Gewalt er schätzt und fördert. Nachdem der Drogenboss Cohen
getötet wird, setzt eine Welle von Gangstermorden ein. Gemäss
Hush
Hush will ein Gerücht, dass das LAPD die Finger im Spiel hat.
Tatsächlich stecken Captain Dudley sowie Bud White und andere Polizisten
hinter den "Aufräumarbeiten". Nun kommt Stensland, der seinen Job
verloren hat, wieder frei. Bud White erzählt er: "Ich habe ein Treffen.
Es ist vertraulich [It's confidential] wie dieses Magazin
Hush
Hush."
In der Folge entwickelt sich eine brillante Geschichte, die von hervorragenden
Schauspielern interpretiert wird. Kim Basinger in der Rolle von Lynn Bracken
bekam sogar einen Oscar als Best Supporting Actress im Jahr 1997. Sie ist
nicht schlecht in ihrer Rolle als glamouröse Prostituierte in einem
Ring von Filmstar-Doppelgängerinnen, die als einzige die Wahrheit
über die anderen Personen und - illusionslos - über sich selbst kennt. Doch gleich einen Oscar für
sie? Nein. Die Hauptdarsteller
des Films dagegen hätten Auszeichnungen sehr wohl verdient gehabt.
Der Regisseur Curtis Hanson wollte für seinen Film neue und in den
USA unbekannte Schauspieler. Er wählte u.a. zwei Australier für
seinen in L. A. spielenden period movie aus! Curtis Hanson hatte
Russell Crowe (Bud White) in Romper Stomper gesehen. Dort spielte
er überzeugend einen Neonazi. Auch der zweite Australier, Guy Pearce
als Ed Exley, ist sensationell. Daneben glänzen in L. A. Confidential
etablierte
Stars wie Kevin Spacey, der einen Polizisten spielt, der langsam, über
die Jahre hinweg, seine Seele verloren hat. Während Dean Martin Smile,
Smile, Smile singt, schaut sich Big V im Barspiegel an, mit seiner
50-Dollar-Note (Bestechungsgeld) in der Hand und darüber nachdenkend,
was aus ihm geworden ist.
Hanson hat L. A. Confidential an 45 Drehorten aufgenommen, die
in ihrem Stil "gewöhnlich" für die Epoche sind, in dem der Film
spielt. Der Regisseur benutzt das Dekor nur als Hintergrund, mit der bewussten
Ausnahme der glamourösen Kim Basinger. Hanson wollte die Personen
und ihre Emotionen im Zentrum haben. Im Gegensatz zum Film Noir
setzt er nicht auf hochstilisierte Charaktere, Dekor sowie Lichteffekte
mit langen dunklen Schatten (denn das Publikum soll verstehen, woher das
Licht kommt), sondern er gab L. A. Confidential einen naturalistischen
Look. Hervorragende Filme basieren auf grossartigen Geschichten und Schauspielern
sowie einem Regisseur, der weiss, wie diese Elemente zusammen zu fügen sind. Wenn es einen perfekten Film
gibt, dann ist es L. A. Confidential.
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