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Shannon Curfman
(Arista)
Das Debut-Album von Shannon Curfman Loud Guitars, Big Suspicions
ist bemerkenswert, weil sie bei der Aufnahme der CD erst 13 Jahre alt war.
Die Gitarristin und Sängerin macht erst seit drei Jahren Musik und
zählt Stevie Wonder, Santana, Prince und Chaka Khan zu ihren Vorbildern.
Cheryl Crow hat es ihr besonders angetan, da sie schreibe, singe, mehrere
Instrumente spiele und Platten produziere. Stimme (Bonnie Raitt lässt
grüssen) und Texte sind bei Shannon Curfman bereits die einer Erwachsenen.
Sie ist nicht mehr weit von den besten der Rockmusik entfernt. An den besten
Liedern der CD hat sie als Komponistin mitgearbeitet,
No Riders,
If
You Change Your Mind, I Don't Make Promises (I Can't Break)
und
I'm
Coming Home. Ihre erste Single, True Friends, geschrieben von
Bruce McCabe, ist ebenfalls hörenswert. Natürlich hat ihre Stimme
noch Grenzen, besonders bemerkbar in ihrer Version von J.R. Robertsons
The
Weight, 1968 für The Band geschrieben. Trotzdem, Shannon
Curfman ist kein neuer Girlie-Star, sondern eine ernsthafte Künstlerin.
Wenn sie ihr Talent ausschöpfen und weiter wachsen kann, könnte
sie ein neuer Superstar wie einst Prince werden. CD bestellen bei Amazon.de.
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American Beauty
(Dreamworks)
Soeben wurde der Film American Beauty für mehrere Oscars
vorgeschlagen, drei Golden Globes (Bester Film, Beste Regie und Bestes
Drehbuch) hat er bereits gewonnen. Kevin Spacey spielt darin einen ausgebrannten
Durchschnittsamerikaner. Seine Frau (Annette Bening) hat einen Liebhaber,
seine Tochter (Thora Birch) mag ihn nicht mehr. Da verliebt er sich in
die Schulfreundin seiner Tochter (Mena Suvari). Dann ist da auch der Nachbarsjunge
(Wes Bentley), der seine Tochter mit einer Videokamera filmt. Der Vater
des Jungen (Chris Cooper) ist ein jähzorniger Neo-Nazi. Der Soundtrack
zu dieser bitterbösen Satire auf den American dream und den
American
way of life trägt einiges zum Erfolg von American Beauty
bei. Thomas Newmans Instrumentalnummer Dead Already gibt das Thema
des Films vor, denn Kevin Spacey fühlt sich zu Beginn des Films wie
tot. Weitere hörenswerte Tracks des Albums sind Free To Go
(von The Folk Implosion vorgetragen), All Right Now (Free),
Use
Me (Bill Withers), Cancer For The Cure (Eels) sowie die andere
Instrumentalnummer von Thomas Newman, Any Other Name. Auch die meisten
anderen Songs auf der CD sind hörenswert. CD bestellen bei Amazon.de.
Dagegen nur für Thomas Newman Fans zu empfehlen ist die CD mit
der von ihm für den Film komponierten Musik, das Original Motion Picture
Score American Beauty (0044502332). Davon sind nur die erwähnten
zwei Instrumentals empfehlenswert. |
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Kurt Weill
(Decca)
Kurt Weill könnte am 2. März seinen 100. Geburtstag feiern,
wenn er nicht 1950 verfrüht in New York verstorben wäre. Sein
berühmtestes Werk ist die sozialkritische Dreigroschenoper
aus dem Jahr 1928. Bei Decca (430 075-2) ist eine Einspielung des Stückes
von 1988 mit René Kollo (als Mackie Messer), Mario Adorf, Helga
Dernesch, Ute Lemper, Milva, u.a. wieder erhältlich. Die Klangqualität
lässt leider zu wünschen übrig, dafür ist im Booklet
der gesamte Text (deutsch und englisch) der Oper abgedruckt. Woher der
Name des Stückes kommt, erklärt der Ausrufer (Rolf Boysen) gleich
zu Beginn: "Sie werden heute abend eine Oper für Bettler sehen. Weil
diese Oper so prunkvoll gedacht war, wie nur ein Bettler sie erträumen,
und weil sie doch so billig sein sollte, dass Bettler sie bezahlen können,
heisst sie 'Die Dreigroschenoper'." Der jüdische Deutsche Kurt Weill
verliess seine Heimat 1933 unter dem Druck der Nazis und kehrte nicht nur
nie mehr dahin zurück, sondern auch die meisten seiner in den USA
geschaffenen Werke werden bis heute in Deutschland ignoriert. Sein biblisches
Drama Der Weg der Verheissung zur jüdischen Geschichte entstand
1934/35, wurde in New York als The Eternal Road 1937 uraufgeführt,
fand aber erst 1999 den Weg ins Geburtsland des Komponisten, wo es in Chemnitz
erstmals in der deutschsprachigen Originalfassung aufgeführt wurde. (eine Edition von 1991) |
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The Story of Bossa Nova
(Hemisphere/EMI)
Der Bossa Nova wurde Ende der 50er Jahre in Rio de Janeiro durch weisse
Kinder der Mittelklasse geboren. Die Kritiker zerrissen die Musik, es sei
kein Samba, sondern Jazz. Das grosse Publikum ignorierte den Bossa Nova.
Erst der Erfolg ausserhalb von Brasilien brachte ein Umdenken im Geburtsland
in Gang. Antonio Carlos Jobim, zusammen mit João Gilberto einer
der Begründer des Stils, nennt ihn ein kultiviertes Samba-Distillat.
Die CD The Story of Bossa Nova vereint frühe Songs wie Fotografía
und Só em Teum Braços, von Sylvia Telles im
Jahr 1959 interpretiert und von Antonio Carlos Jobim geschrieben, zusammen
mit neueren Interpretationen wie Chega de Saudade von Leila Pinheiro
aus dem Jahr 1994. Nicht immer sind die Originalversionen die besten, so
der Klassiker Samba de Verão von Marcos Valle aus dem Jahr
1964, vom Komponisten selbst gesungen. Eine Version von Walter Wanderley
erreichte 1965 die Nummer Zwei in der amerikanischen Hitparade. Auch die
erste Aufnahme von Jobims Garota de Ipanema/Girl from Ipanema durch
Pery Ribeiro ist nicht die erfolgreichste und beste geblieben. Ribeiros
Version von O Barquinho aus dem Jahr 1961 ist dagegen hervorragend.
Die CD bietet einen interessanten Querschnitt durch die Entwicklung des
Bossa Nova.
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William Sheller
(Philips/Universal 3145469222)
William Shellers neuestes Album Les Machines Absurdes ist vom
kompositorischen, instrumentalen Standpunkt her innovativ, einfalls- und
abwechslungsreich, aussergewöhnlich, ja stellenweise schlicht und
einfach genial. Doch nach wie vor kann er nicht singen - und wird es wohl
auch nicht mehr lernen. Seine vokalen Ergüsse sind langweilig, billig,
einfach schlecht. Entweder sollte er einen erstklassigen Sänger suchen
oder sich einfach mit seiner brillanten Instrumentalmusik zufrieden geben.
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