Deutsch Politik Geschichte Kunst Film Musik Lebensart Reisen
English Politics History Art Film Music Lifestyle Travel
Français Politique Histoire Arts Film Musique Artdevivre Voyages

Index  Advertise  Werbung  Links  Feedback
© Copyright www.cosmopolis.ch  Louis Gerber  All rights reserved.

Biographie von Dave Holland
Biografie, CDs, Konzert in der Tonhalle Zürich mit Jim Hall
Artikel vom am 18.2.2000

Biografie von Dave Holland
 
Der 1946 im englischen Wolverhampton geborene Dave Holland begann bereits mit vier Jahren Ukelele, mit zehn Gitarre und mit dreizehn Bass, sein heutiges Instrument, zu spielen. Schon als Teenager hatte er seine eigene Band. Mit fünfzehn verliess er die Schule und versuchte, von der Musik zu leben. 1963 ging er nach London und studierte beim ersten Bassissten des London Philharmonic Orchestra, James E. Merritt. Im darauffolgenden Jahr wurde er auf dessen Empfehlung hin in die Guildhall School of Music and Drama aufgenommen. Im zweiten Jahr spielte er dort im Schulorchester als erster Bassist, gleichzeitig begann er mit Jazz-Musikern zusammenzuarbeiten, von 1966 an gehörten John McLaughlin, John Taylor und viele andere dazu. Neben Charles Mingus und Ron Carter beeinflusste ihn in jenen Jahren auch die Musik von Bela Bartók.
 
Ab 1967 trat Dave Holland regelmässig in Ronnie Scott's Jazz Club auf, wo er mit amerikanischen Jazz-Grössen wie Coleman Hawkins, Ben Webster und und Joe Henderson spielen konnte. Im Juli 1968 entdeckte ihn dort Miles Davis bei einem Klubbesuch und lud ihn nach New York ein, wohin Dave Holland einige Wochen später ging - eine Befreiung für den aus einer Arbeiterfamilie stammenden jungen Mann, der noch heute die Klassenmentalität in England unangenehm empfindet. Die USA waren 1968, nach der Ermordung von Martin Luther King, Malcolm X und Robert Kennedy, Mitten in einer kulturellen Revolution, die sich entschieden gegen den Vietnamkrieg wandte.
 
Dave Holland hatte die Chance, mit Miles Davis an einigen wichtigen Alben wie In A Silent Way und Bitches Brew mitzuarbeiten. 1970 verliess er die Band und gründete seine eigene Formation, Circle, mit Chick Corea, Anthony Braxton und Barry Altschul. In ihrer nur einjährigen Existenz nahm die Band Platten wie das Paris Concert auf, das in den Zeitschriften Jazz Hot und Stereo Review als bestes Album des Jahres gefeiert wurde. 1972 schloss sich Dave Holland für rund ein Jahr dem Quartett von von Stan Getz an und begann seine langjährige Zusammenarbeit mit Sam Rivers. 1975 gründete er Gateway (mit Rivers, John Abercrombie und Jack DeJohnette), das bis heute existiert. 1976 tourte er einige Monate mit Betty Carter und spielte weiterhin mit Sam Rivers zusammen.
 
Dave Hollands erste "Vollzeitband" war sein Quintett mit Kenny Wheeler, Julian Priester, Steve Coleman und Steve Ellington (bis 1987). Danach tourte er im Trio mit Jack DeJohnette und Steve Coleman, mit denen er die erfolgreiche Platte Triplicate aufnahm. 1988 gründete er ein Quartet mit Kevin Eubanks, Marvin "Smitty" Smith und Steve Coleman, dessen Extensions im Downbeat Critics Poll als Album des Jahres gefeiert wurde. Seit den 70er Jahren ist Dave Holland auch als Lehrer tätig, privat und in verschiedenen Institutionen. In den 90er Jahren arbeitete er regelmässig mit Pat Metheny, Joe Henderson und Betty Carter zusammen. Er tourte als Teil des Herbie Hancock Trios und spielte auf der Grammy Award prämierten Platte von Joe Henderson, So Far, So Near (1992), mit. 1994 hatte Dave Holland wieder ein eigenes Quartett mit Steve Nelson, Eric Person und Gene Jackson. 1996 nahm er an der World Tour mit dem  Herbie Hancock Quartet teil, tourte mit Gateway sowie mit seiner eigenen Gruppe. Er spielte auf den Grammy-nominierten Platten von Michael Brecker (Tales From The Hudson), Billy Child (The Child Within), Herbie Hancock (The New Standard) ebenso mit wie auf Kenny Wheelers Angel Song, das in England vom Guardian, in Frankreich von Jazzman und in den USA von Stereo Review als Album des Jahres gefeiert wurde. 1997 gründete er das Dave Holland Quintet mit Steve Wilson, Robin Eubanks, Steve Nelson und Billy Kilson. 1998 erschien bei ECM ihr Album Points of View und 1999 Prime Directive, mit Chris Potter anstelle von Steve Wilson am Saxophon. Daneben spielt Dave Holland im Quartett mit Wheeler, Konitz und Frisell sowie im Trio mit Anour Brahem und John Surman.

Musiknoten /
Sheet music von Dave Holland. Musik von Dave Holland bei Amazon.de.

Biographie von Jim Hall
 
Der 1930 in Buffalo (USA) geborene Jim Hall spielte bereits als Teenager in verschienden lokalen Orchestern, studierte am Cleveland Institute of Music und war ab 1955 in Los Angeles Teil des Quintetts von Chico Hamilton. Von 1956 an spielte er im Jimmy Guiffres Trio. In den späten 50er Jahrn begleitete er Ella Fitzgerald auf ihrer Südamerika-Tournee. Er entdeckte den Bossa Nova in seinem Ursprungsland. Dieser Musik wandte er sich in den 60er Jahren zu und nahm mit Sonny Rollins 1962 What's New auf und spielte mit Paul Desmond 1963 Take Ten und Bossa Antigua ein. Er arbeitete mit Art Farmer und Lee Konitz. Mit Sonny Rollins spielte er auch auf dessen Album The Bridge mit. Seit den 70er Jahren ist Jim Hall häufig im Duo zu hören, so mit Ron Carter, Bill Evans und Pat Metheny. Mit Michel Petrucciani und Wayne Shorter nahm er 1987 am Jazzfestival in Montreux das Album Power of Three live auf. In den 90er Jahren war er in seinem Quartett mit Gil Goldstein, Steve LaSpina und Terry Clarke unterwegs. Jim Halls neueste CD ist Jim Hall & Pat Metheny, 1999, Telarc. Noch vor Art Tatum bezeichnet Jim Hall (wie auch Dave Holland, siehe oben) Bela Bartók als seinen wichtigsten Einfluss: "He influenced my linear writing; he was my hero."

Musiknoten /
Sheet music von Jim Hall.
 
Konzertkritik
 
Das Konzert in der Tonhalle Zürich vom 17. Februar 2000 sollte eigentlich das Brad Mehldau Trio eröffnen. Die Entscheidung der zwei Altstars Dave Holland und Jim Hall, zuerst in den Ring zu steigen, erwies sich als weise. Ihre intimistische Musik der subtilen, leisen Töne konnte so voll zur Geltung kommen. Jim Hall bevorzugt klar und einfach strukturierte Musik. Als "Nachgruppe" zum Mehldau Trio wäre das Duo deplaziert gewesen.
 
Nach einem etwas schwierigen Beginn mit dem von Hall geschriebenen und Bill Frisell gewidmeten Frissel Frazzle entwickelte das Duo rasch einen unprätentiösen Charme. Die von Dave Holland stammende Komposition Ario mit Bossa Nova-Feeling, die er bei der Rückkehr von einer Reise nach Rio geschrieben hatte, erzeugte eine warme Ambiance. Dream Steps, von Hall für Holland geschrieben, forderte die ganze Virtuosität des Bassisten. Aus der Nähe war der grosse physische Einsatz, der Dave Holland in einem Konzert abverlangt wird, eindrücklich zu beobachten. Der von Holland seinem Vorbild Charles Mingus gewidmete Blues for C. M. war das bis dahin emotionalste und melodiöseste Stück des Abends, mit ausgeprägten Bluesklängen gegen Ende. Die zwei Musiker nahmen sich nichts gegenseitig weg, sondern unterstützten sich, wo es nur ging.
 
Dave Holland war vor Jahren von Sonny Rollins in die Calypso-Musik eingeführt worden. Seine Komposition Street Dance widmete er Sonny Rollins, wobei die Lebensfreude, die Emotionen der ursprünglich von den Antillen stammenden Musik nur durchschienen, es sich um eine eher vergeistigte Jazz-Version des Calypso handelte. Darauf folgte Skylark, bei dem Jim Hall mit einem Solo begann, Dave Holland erst später dezent einsetzte. Das Duo wurde je länger je besser. The Whirling Dervish folgte als offizieller Abschluss ihres Konzerts, ergänzt durch die Zugabe My Funny Valentine, eingeleitet mit Halls Worten, sie hätten ja "sonst nichts vor heute abend".



 

Dave Holland Quintet: Prime Directive. 5.10.1999. Album bestellen bei Amazon.de, Amazon.fr, Amazon.co.uk, Amazon.com. -  Musiknoten / Sheet Musik von Dave Holland.
 

Dave Holland: Not For Nothin'. ECM, 2001. CD bestellen bei Amazon.de, Amazon.com.
 

Dave Holland Big Band: What Goes Around. ECM, 2002. Album bestellen bei Amazon.de, Amazon.com. - Musik von Dave Holland bei Amazon.de.



Deutsch Politik Geschichte Kunst Film Musik Lebensart Reisen
English Politics History Art Film Music Lifestyle Travel
Français Politique Histoire Arts Film Musique Artdevivre Voyages

Index  Advertise  Werbung  Links  Feedback
© Copyright www.cosmopolis.ch  Louis Gerber  All rights reserved.