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Nr. 12, 15. Februar/14. März 2000
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Stray Dog, Misawa, Aomori, 1971. Foto Copyright Daido Moriyama.

Japanische Fotografie
Daido Moriyama - Stray Dog
Stary Dog: Hardcover, San Francisco Museum, 1999, 160 p. Buch bestellen bei Amazon.com.
 
Daido Mariyama wurde 1938 in Ikeda, einer Stadt ausserhalb von Osaka geboren. 1961 entschloss er sich, den Beruf des Fotografen zu ergreifen und ging nach Tokyo, wo er zu einem der führenden japanischen Künstler wurde. Seine Kunst reflektiert den Kulturschock, der aus dem Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne in Nachkriegsjapan entstand. Die Insel wurde vom amerikanischen Einfluss durchdrungen und erlebte den Siegesmarsch der Konsumgesellschaft. Dies wurde gleichzeitig als Bedrohung und Befreiung empfunden. Moriyamas Fotografien repräsentieren den japanischen Existentialismus. Sein Werk wurde von West und Ost beeinflusst. Von William Klein, dessen Werkband New York er 1958 sah, und Andy Warhol ebenso wie von Yukio Mishima und Shuji Terayama. Moriyama visualisiert das Drama, den Folgenreichtum und die Schnelle des Wechsels in Japan. Seine Fotografien sind grobkörnig, voll harter Kontraste, absichtlich leicht verschwommen und rasch entwickelt - allerdings hat er sich davon in seinen neuesten, klareren und sachlicheren Werken verabschiedet.

Moriyamas signature picture ist der streunende Hund in den Strassen von Misawa, einer Kleinstadt im nördlichen Japan, das eine amerikanische Luftwaffenbasis beherbergt, ein Ort, wo Ost und West, Tradition und Moderne hart aufeindanderprallen. Der Hund ist ein Aussenseiter, mysteriös und mächtig, Jäger und Gejagter, mit seiner Umgebung vertraut und doch ein Fremder.
 
Die meisten Fotos von Moriyama entstanden für japanische Magazine, vor allem für Camera Mainichi. Sein erster Fotoband, Nippon Theater, erschien 1968.
 
Die Ausstellung Daido Moriyama - Stray Dog wurde vom San Francisco Museum of Modern Art zusammengestellt und zusammen mit der Japan Society Gallery, dem Metropolitan Museum of Modern Art in New York, dem Folkwang Museum in Essen und dem Fotomuseum Winterthur organisiert. - Ausstellung im Fotomuseum Winterthur vom 29. Januar bis 25. März 2000.
 

Shibuya, 1967. Foto Copyright Daido Moriyama.
 

Stary Dog: Hardcover, San Francisco Museum, 1999, 160 p. Buch bestellen bei Amazon.com.

Rainbow Bridge, Odaiba, Tokyo, 1995-98.
Foto Copyright Takashi Homma.
Japanische Fotographie
Takashi Homma - Tokyo Suburbia
 
Takashi Homma wurde 1962 in Tokyo geboren, wo er noch heute lebt und arbeitet. Der Ausstellungstitel gibt klar das Thema vor, die Vorstädte von New York. Seine Arbeiten zeigen vor allem saubere - oft auch kleine - Häuser in leeren Strassen, die einen harten und hoffnungslosen Unterton haben, also keine reinen dokumentarischen Arbeiten sind. Homma porträtiert - mit einer gewissen Distanz - die dunkle Seite des wirtschafltichen Erfolgs und den Preis, der dafür zu bezahlen ist. In der präsentierten Fotoserie sind nicht zufälligerweise keine Menschen zu sehen. Es bleibt wenig Platz für die Realisierung individueller Träume in kalten und sterilen Vorstädten.
 
Seit 1992 präsentiert Homma seine Arbeiten in Magazinen wie Switch und Elle-Deco (Tokyo), Purple Prose und Purple Fashion (Paris). Einige seiner Publikationen: Baby Land, Little More, Tokyo, 1995; Tokyo Suburbia, Korinsha Press, Kyoto, 1997; Manga Camera, Rockin'on, Tokyo (eine Spezialausgabe des H-Magazins), 1999.
 
Ausstellung im Fotomuseum Winterthur vom 29. Januar bis 26. März 2000. Für die Webseiten des Museums siehe Links.

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