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Falling Down
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Regisseur: Joel Schumacher
Der Film mit Michael Douglas, Robert Duvall, Barbara Hershey, Rachel Ticotin,
Tuesday Weld. |
Falling Down aus dem Jahr 1993 ist einer der besten, vielleicht
der beste Film von Regisseur Joel Schumacher (8mm, The Jury,
The
Client, St. Elmos Fire, Flatliners, Batman Forever,
Batman
& Robin). Diese schwarze Komödie hat Quentin Tarantino zu
einer Szene in Pulp Fiction inspiriert. Falling Down handelt
von einem Durchschnittsamerikaner, der an einem heissen Sommertag in Los
Angeles durchdreht. Gleichzeitig ist der Film eine Karikatur des Amerikas
der 90er Jahre und seiner "rassischen", sozialen und wirtschaftlichen Probleme.
Falling
Down ist ein Porträt der Mittelklasse und ihrer Ängste und
Neurosen. Es ist nicht das erfolgreiche Amerika, dem wir in diesem Film
begegnen, sondern die dunklen Seiten treten hervor. Obdachlose, zerrüttete
Ehen, Rassenkonflikte, Gangster und ein Neonazi begegnen uns. Doch mit
dem Fortschreiten des Films wird die "Action" dominierender, die Gesellschaftskritik
tritt in den Hintergrund.
Bill (Michael Douglas) ist ein Durchschnittsamerikaner der Mittelklasse.
Er fährt einen Wagen mit der Nummer "D-FENS" (Verteidigung), was auf
seine Abwehrhaltung gegenüber der Gesellschaft hinweist. Als er an
einem heissen Sommertag in einem Stau steckenbleibt, versucht er zuerst,
ruhig zu bleiben. Laute Kinder in einem Bus neben ihm, ein Mann, der in
sein Mobiltelefon schreit, seine Klimaanlage, die nicht funktioniert, eine
Fliege, die um seinen Kopf schwirrt, all das irritiert ihn zunehmend. Mit
einer Zeitung beginnt er den Kampf gegen die Fliege. Nach einer Panikattacke
öffnet er die Autotüre, schnappt nach frischer Luft und steigt
aus. Seine Entscheidung ist klar: "Ich gehe nach Hause".
Später lernt der Zuschauer, dass Bill ein ehemaliger
Raketeningenieur eines Rüstungsunternehmens ist, der entlassen wurde, obwohl
er aussieht, als führe er gleich ins Büro. Er lebt von seiner Frau und
seiner Tochter getrennt. Ja, er hat nicht einmal das recht, seiner Tochter zu
sehen. Und heute ist ihr Geburtstag! Er kann die Trennung von seiner Familie
nicht akzeptieren. Die Wut von "D-FENS" wächst, als er auf seiner
Heimfahrt mit der dunklen, der Schattenseite der amerikanischen Gesellschaft
konfrontiert wird.
D-FENS ruft seine Ex-Frau an, doch hat
nicht den Mut, zu ihr zu sprechen. Er hängt auf, doch kurz darauf will er sie
erneut anrufen. Da ihm das nötige Kleingeld für das öffentliche Telefon
fehlt, geht er ihn einen nebenstehenden kleine Laden. Der koreanische Inhaber
sagt ihm in gebrochenem Englisch, er müsse etwas kaufen, um Kleingeld zu
erhalten. D-FENS holt eine Cola aus einem Kühlschrank. Der Koreaner meint:
"Eighty-fie sen". D-FENS versteht ihn zuerst nicht bzw. will das
gebrochene Englisch nicht verstehen. Dann realisiert er, dass ihm der Kauf
nichts bringt, da er 50 Cents für's Telefon braucht. Er wird wütend, weil
ihm der Koreaner das gewünschte Kleingeld nicht geben will. Dieser will ihn
rausschicken: "You go now! No trouble!" Doch D-FENS weigert sich, zu
gehen. Der Ladenbesitzer versucht einen Baseballschläger zu fassen. Ein Kampf
beginnt, in dem D-FENS rasch die Oberhand gewinnt. Er hat nun den
Baseballschläger in der Hand und verlangt, dass die Verkaufspreise von 1965
wieder gültig sein sollen. Er beginnt, verschiedene Produkte zusammen zu
schlagen. Zum Schluss erhält er seine Cola für 50 Cents, bezahlt und geht
fort, mit dem Baseballschläger in der Hand.
Die Geschichte wird langsam hitziger. D-FENS
begegnet zwei Latinos, die sich ihm in den Weg stellen. Er gehe auf
Privatland. Es kommt zu einem Wortgefecht. Die zwei Kriminellen wollen seine
Brieftasche. Doch D-FENS weigert sich und nimmt erfolgreich den
Baseballschläger zu Hilfe. Nach dem gewonnen Kampf setzt er seinen Weg
"nach Hause" fort, nun zusätzlich mit dem Messer eines Latinos in
der Tasche.
Die Geschichte von D-FENS wird immer ruppiger. Er kommt an automatische
Waffen, hat eine Begegnung mit einem Neonazi, etc. Den Gegenpart zu Michael
Douglas als D-FENS spielt Robert Duvall als Prendergast, ein Polizist, der
seinen letzten Arbeitstag vor sich hat. Jahrelang arbeitete er nur noch im
Büro. Sein Vorgesetzter verachtet ihn deswegen. Prendergasts ängstliche Frau
hat ihn nun endgültig überzeugt, er hat in seine vorzeitige Pensionierung
eingewilligt. Seine Frau will zusammen mit ihm die Stadt verlassen und an
einen Ort ziehen, den sie als Paradies bezeichnet; Prendergast erzählt seinem
Partner ihm Büro, dass die Idee vom Paradies eine Illusion sei. Doch er
widersetzt sich seiner hysterischen und hypochondrischen Frau nicht. Um sie zu
beruhigen, singt er ihr über's Telefon London Bridge is
Falling Down aus dem Musical My Fair Lady vor.
Die schwarze Komödie wird zur Tragödie. Es kommt zu einem klassischen Showdown
zwischen dem "Sheriff", Prendergast, und dem "Bad Guy", D-FENS.
Der Bösewicht ist zum Tode bereit: "My little girl can get
the [life] insurance" (meine kleine Tochter kann meine Lebensversicherung
erhalten). Falling Down ist nicht ganz so überzeugend wie Fargo
oder Jackie Brown, doch der Streifen kann als eine Art Vorläufer zu
den beiden Filmen gesehen werden. Mit Michael Douglas in der Hauptrolle ist Falling Down
auf jeden Fall sehenswert. |
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