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Das Ende einer Affäre
Der Roman von Graham Greene. Der Film auf DVD: The End of the Affair, USA/GB 1999.
Regisseur: Neil Jordan. Mit Ralph Fiennes, Julianne Moore, Stephen Rea und Ian Hart.
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Schweiz. |
Gute Filme beruhen oft auf guten Vorlagen. Das dachte sich wohl auch
Regissur Neil Jordan, der Das Ende einer Affäre nach dem gleichnamigen
Roman des im englischen Berkhamstead im Jahr 1904 geborenen und 1991 im
schweizerischen Vevey verstorbenen Graham Greene gedreht hat. Im Film spielt
Ralph Fiennes den Schriftsteller Maurice, der eine Affäre mit der
verheirateten Sarah (Julianne Moore) beginnt, die sich von ihrem Ehemann
(Stephen Rea) vernachlässigt fühlt. Da Maurice glaubt, Sandra
habe noch einen weiteren Liebhaber, heuert er einen Privatdetektiv (Ian
Hart) an, der der Sache auf den Grund gehen soll. Der Film ist bis zur
Hälfte hervorragend (Dialoge, Konstruktion, Schauspieler), um dann
allerdings immer seichter zu werden und zum totalen Kitsch zu verkommen.
Graham Greenes lesenswerter Roman beginnt in London im Jahr 1946. Bei
einem Spaziergang trifft der feinsinnige Romanschriftsteller Maurice Bendrix
seinen alten Bekannten Henry Miles, mit dessen Frau Sarah er einst ein
Verhältnis gehabt hatte. Zu Bendrix' Überrraschung erweist sich
der sonst einsilbige und ungelenke Beamte Miles als überaus gesprächig
und schüttet ihm sein Herz aus: Miles verdächtigt Sarah einer
Affäre. Der ehemalige Liebhaber Bendrix wird darüber eifersüchtiger
als der Gatte und beauftragt einen Detektiv, herauszufinden, wen Sarah
liebt, denn sie verliess ihn einst nach einer gefährlichen Liebesnacht
im Bombenhagel des Krieges.
Die Hintergründe zum Roman erzählt Anna Murphy, deren Schwester
Catherine Walston einst eine Liaison mit Graham Greene hatte, in einem
Artikel im Sunday Telegraph (1999), der am 29. Januar 2000 in Die
Welt unter dem Titel "Der Beginn einer Affäre" auch auf deutsch
erschienen ist. Die Liaison zwischen ihrer Schwester und Graham Greene
habe 1946 begonnen. Der Schriftsteller habe gleich zu Beginn ihrer Beziehung
mit dem Schreiben des Romans begonnen. Die Figur von Sarah beruhe auf Catherine,
die 1935 im Alter von 18 Jahren Harry Walston geheiratet hatte. Die attraktive
Catherine habe eine starke Wirkung auf Männer gehabt. Die Affäre
mit Graham Greene habe sie allerdings ihrem Mann nie verheimlicht. Graham
Greene habe nie begreifen können, dass Catherine jegliche Eifersucht
fremd gewesen sei. Graham Greene hatte damals von Zeit zu Zeit andere Frauen.
Catherine habe darauf nur mit einem Achselzucken reagiert.
Graham Greene widmete seinen Roman Das Ende einer Affäre
Catherine. Anna Murphy berichtet, sie sei fassungslos gewesen, als sie
das Manuskript gelesen habe und vom Schriftsteller um ihre Meinung dazu
gefragt worden sei. Der Vorname des gehörnten Ehemanns Henry ist Harrys
richtiger Vornahme. Der Priester ihm Roman heisst Vater Crompton, der Famillienname
von Catherine und Anna. Sie, Anna, habe deshalb Graham Greene gesagt, dies
sei grausam, was diesen so wütend gemacht habe, dass sie bei ihm in
Ungnade gefallen sei. Im Oktober 1951, unmittelbar nach der Veröffentlichung
des Romans habe ihr Catherine einen Brief geschrieben. Graham und Catherine
waren soeben im Begriff, sich zu trennen.
Catherine schrieb: "Ich kenne jede stelle dieses Buches genau, weiss
alles, was Graham meinte, was er empfand, als er es schrieb, und verstehe
eine ganze Menge mehr, als ihm selber bewusst ist. Ein Mann, der sich selbst
als einen so ekelhaften Charakter wie Bendrix darstellen kann, hat eine
Fähigkeit zu tiefer Demut. Die einzig wirklich gute Gestalt des Romans
ist Henry ... Das alles ist nun vorbei, ich habe ein wichtiges Stück
meines Lebens verloren. Mir ist, als ob ich Schlagseite hätte, ich
fühle mich ganz elend."
Graham habe Catherine heiraten wollen - er lebte seit 1948 von Vivien
getrennt. Doch er sei Catherine viel zu eifersüchtig gewesen. Sein
Mangel an Vertrauen sei die reine Hölle gewesen. Ihre Ehe wäre
nicht gut gegangen. Graham habe zudem Kinder nicht gemocht. Die zwei seien
jedoch Freunde geblieben. P.S.: In Buch und Film stirbt Sarah früh
an Schwindsucht - quasi als göttliche Strafe. Im realen Leben dagegen
verstarb sie erst 1978.
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