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Ernst Ludwig Kirchner
Die Sammlung Karlheinz Gabler - Aquarelle und Zeichnungen des
Expressionisten
Artikel vom März/April 2000
Die Galerie Jahrhunderthalle Höchst bietet noch bis zum 26. März
einen Leckerbissen der unaufdringlichen Art: Die Sammlung Karlheinz Gabler
mit ihren 118 Aquarellen und Zeichnungen von Ernst Ludwig Kirchner. Sie
ist die grösste sich noch in Privatbesitz befindliche Kirchner-Kollektion
und bietet einen Überblick über das gesamte zeichnerische Schaffen
des expressionistischen Künstlers. Gabler verstand es, grossformatige
Zeichnungenund spontane Skizzenblätter, Bleistift- und Tuschzeichnungen
sowie Aquarelle und Pastelle von zumeist hervorragender Qualität zusammenzutragen.
Das kam nicht von ungefähr. Als Wissenschaftler hat sich Gabler intensiv
mit dem Subjekt seiner Sammelleidenschaft auseinandergesetzt. So hat er
zur ersten grossen Kirchner-Retrospektive 1960 in Düsseldorf die erste
kritische Auseinandersetzung mit dem Werk des Künstlers beigesteuert.
Unter seinen vielen Publikationen zu Kirchner sei hier nur noch auf den
Katalog zur 1980 in Aschaffenburg, Karlsruhe, Essen und Kassel gezeigten
Ausstellung von Zeichnungen, Pastellen und Aquarellen des Expressionisten
hingewiesen, zu dem er im Alleingang sämtliche Texte beigesteuert hat.
Der 1920 in Frankfurt a.M. geborene Gabler sah 1937 die Ausstellung
"Entartete Kunst" in München. Im Gegensatz zu der von den Nazis beabsichtigten
Wirkung weckte die Begegnung des 17jährigen mit dieser Kunst seine
Begeisterung für den Expressionismus. In der Folge erwarb er "unter
dem Ladentisch" bei mutigen Kunsthändlern seine ersten Kunstwerke.
Nach dem Krieg studierte er nebenbei Kunstgeschichte und Archäologie.
1965 hängte er den von seinem früh verstorbenen Vater übernommenen
Lederwarenhandel endgültig an den Nagel. Die Lebensumstände hatten
ihn allerdings daran gehindert, sein Studium abzuschliessen. Das hat er,
trotz all seiner Erfolge als Sammler und Autor, bis zu seinem Tod im Jahr
1985 nie ganz verwunden.
Der Katalog bietet neben der Abbildung aller Werke der Sammlung Gabler
und einer Kurzbiographie von Ernst Ludwig Kirchner auch eine Reihe wissenschaftlicher
Artikel. So setzt sich Joachim Heusinger von Waldegg mit der Wechselwirkung
von Modell und Künstler anhand der Schwestern Fränzi und Marcella
und den Malern der "Brücke" auseinander. Roland Scotti nimmt sich
Kirchners Zeichnungen der Schweizer Jahre an. Lucius Griesebach analysiert
Kirchners Begriff der "Hieroglyphe". Er weist nach, dass dieser Begriff
entgegen Kirchners Aussage bereits vor ihm von Max Liebermann in die Kunstgeschichte
eingeführt worden war. Kirchner meinte mit "Hieroglyphe" die Kunstform,
die der Künstler der Naturform gegenüberstellt.
Ernst Ludwig Kirchner. Aquarelle und Zeichnungen. Die Sammlung Karlheinz Gabler. Hirmer Verlag,
München, 1999, 186 S. Buch bestellen bei Amazon.de.
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Der Katalog zur Ausstellung, die noch bis zum 26. März 2000 in
der Galerie Jahrhunderthalle Hoechst zu sehen ist: Ernst Ludwig Kirchner.
Aquarelle und Zeichnungen. Die Sammlung Karlheinz Gabler. Hirmer Verlag,
München, 1999, 186 S. Buch bestellen bei Amazon.de.
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