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A. R. Penck. Foto: Katalog.
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A.R. Penck - der Künstler als Bildhauer
Zur Ausstellung im Georg Kolbe-Museum Berlin -
bis zum 26. März 2000
Die Wanderausstellung zu A.R. Penck, die nun zuletzt noch im Georg Kolbe-Museum
in Berlin halt macht, wird nur allein schon des Kataloges wegen über
den 26. März hinaus wirken. Neben einer Einführung zum Maler
und Bildhauer von Christine Lutz gehen Beiträge von sechs Kennern
auf Penck und die Tradition europäischer Kultur, auf seine Bronzeskulpturen,
auf die Einordnung von Pencks Kunst ("Vor allem mit Negerplastik hab ich
wenig zu tun"), auf die Rezeptionsgeschichte seiner Bronzen, auf die Verkleinerung
seiner Werke am Beispiel einer Werkgruppe kleinster Bronzen sowie auf seine
Skulpturen der 90er Jahre ein. All das auf deutsch und englisch, weshalb
der Katalog ein nützliches Referenzwerk bleiben wird.
Penck ist vor allem als Maler und Grafiker bekannt. Seine bildhauerische
Tätigkeit dagegen, die bereits in frühester Jugend einsetzt und
bis heute andauert, ist weniger bekannt. Seit 1984 arbeitet er mit der
Bronze; über 300 Skulpturen - von der Miniatur- bis zur Denkmalgrösse
- sind seither enstanden. Ausstellung und Katalog zeigen einen repräsentativen
Querschnitt seiner Skulpturen, konzentrieren sich allerdings vor allem
auf die Jahre 1984 bis 1995. Diese erste umfassende Retrospektive seiner
Bronzeskulpturen entstand in enger Kooperation mit der Galerie Michael
Werner in Köln und New York. |
Der 1939 in Dresden geborene A. R. Penck erlangte vor allem durch seine
"Standart"-Bilder aus den Jahren 1968 bis 1973 internationale Berühmtheit.
1975 legte der Künstler in einem Interview dar: "Standart ist eine
Form von Concept Art. Standart = Konzept, Plan Idee, Strategie." In der
Auseinandersetzung mit Kybernetik und Informationstheorien entwickelte
Penck seit Ende der 60er Jahre ein auf elementare Formen, Zeichen und Signale
reduziertes Bildzeichenvokabular, das er auch theoretisch untermauerte.
Als zentrales Motiv erscheint in den "Standart"-Bildern immer wieder eine
frontale Strichfigur mit erhobenen Händen, eingebettet in ein umgebendes
System von zeichnerischen Kürzeln und Chiffren (Lucius Griesebach).
Das Ziel, Standart als allgemeinverständliche, zeitgemässe Bildsprache,
frei von jeder Ideologie, zu etablieren, betrachtet allerdins selbst Penck
als gescheitert. Die Umsetzung der Bilder auf der Ebene der Skulptur repräsentiert
die nebenstehende Bronze-Figur.
In Pencks Skulpturenverständnis steckt implizit die Idee, dass
die Plastik "so etwas wie eine Versuchsanordnung darstellen könnte,
um Kriterien zu finden oder zu definieren." Der Künstler verschliesst
sich jedoch jeder rationalen Diskursanalyse, indem er sein Ich in seinem
Zeichensystem eine zentrale Rolle spielen lässt. Im Gegensatz zu Henry
Moore kommt bei Penck die Skulptur wie eine Störung von aussen her
in einen scheinbar zuvor homogenen Raum. Die aufgerichtete Form bei Pencks
Skulpuren ist eine pathetisch-demonstrative Geste des Ichs, das romantische,
exestentielle sowie individuelle Färbungen aufweist. Totem und Denkmal,
das Erinnern bildet in seinem Werk eine zentrale Rolle. Wer mehr wissen
möchte, kann zum Katalog greifen.
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A. R. Penck. Standart T (X) III,
(Modell für eine Grosskulptur),
1994, Bronze, Aufl. 6, Höhe 75
cm. Foto: Katalog. |
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Penck: Sie und Er, 1985, Bronze patiniert,
Aufl. 5, Höhe 67 cm. Foto: Katalog.
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Der Katalog: A. R. Penck: Erinnerung - Modell - Denkmal. Mit Textbeiträgen
von Dieter Brunner, Siegfried Gohr, Arie Hartog, Pamela Kort, Christine
Lutz und Hans-Jürgen Schwalm. Umschau/Braus, 1999, 175 S. (ISBN 3930811774).
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