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Ivo Pogorelich, November 1998: Frédéric Chopin, 4 Scherzi: 1. Scherzo Nr. 1 h-moll op. 20. 2. Scherzo Nr. 2 b-moll op. 31. 3. Scherzo Nr. 3 cis-moll op. 39. 4. Scherzo Nr. 4 E-dur op. 54. CD bestellen bei Amazon.de.
 

Ivo Pogorelich, Claudio Abbado und LSO: Tschaikowsky Klavierkonzert Nr. 1. DG, 1986. Bestellen bei Amazon.de, Amazon.fr.



Ivo Pogorelich

Biografie, Biographie

Artikel vom März 2000

 
Der 1958 in Belgrade geborene Ivo Pogorelich begann im Alter von sieben Jahren mit dem Klavierunterricht. Mit 12 ging er nach Moskau um in der Zentralen Musikschule und danach am Tschaikowsky Konservatorium zu studieren. Ab 1976 unterrichtete ihn die bekannte Pianistin und Lehrerin Aliza Kezeradze, die er 1980 heiratete und die 1996 frühzeitig verstarb. International auf sich aufmerksam machte Ivo Pogorelich durch seine Siege beim Casagrande Wettbewerb in Terni (Italien) im Jahr 1978 und bei der Montreal International Music Competition im Jahr 1980. Doch es war der Preis, den er nicht gewann, der am meisten Aufsehen erregte. Beim internationalen Chopin Wettbewerb des Jahres 1980 schied er bereits in der dritten Runde aus. Martha Argerich nannte ihn ein Genie und verliess unter Protest die Jury, was ihm wohl mehr Publizität brachte als wenn er den Wettbewerb gewonnen hätte. Sein Rezital-Debut gab Pogorelich ein Jahr später in der New Yorker Carnegie-Hall.
 
Ivo Pogorelich hat 1986 in Kroation eine Stiftung zur Föderung junger Musiker gegründet, die deren Studien im Ausland finanzieren hilft. Seit 1989 findet das jährliche Ivo Pogorelich-Festival statt, dessen Zweck die Förderung unger Musiker am Beginn ihrer Karriere ist und ihnen die Chance gibt, mit anerkannten Musikern aufzutreten. Seit 1988 ist er ein "Ambassador of Goodwill" für die UNESCO. 1994 gründete er zudem eine Stiftung in Sarajevo zur Konstruktion eines Spitals in Sarajevo. Der folgende Konzertbericht bezieht sich auf einen Benefiz-Auftritt in der Tonhalle Zürich, der Geld für das Mutter und Kind Spital in Sarajevo sammeln half.

 
Ivo Pogorelich: Konzert in der Tonhalle Zürich, 28. Februar 2000
 
Ivo Pogorelich ist kein Showman. Er tritt nicht auf die Bühne um das Publikum durch allerlei expressive Gesten zu unterhalten. Auftritt und Spiel sind im Gegenteil von einer ausergewöhnlichen, auch intellektuellen Strenge. Das gesamte Konzert war dem Werk von Frédéric Chopin gewidmet. In der ersten Hälfte spielte er zuerst die Polonaise Nr. 4 in c-moll op. 40/2 (1839). Im Gegensatz zur berühmten Polonaise in A-Dur op. 40 wird op. 40/2 selten gespielt. Pogorelich gab das schwere Bass-Thema mit soviel Einsatz des Pedals wieder, dass er damit fast alle Details zudeckte. Auch die Polonaise Nr. 5 fis-moll op. 44 (1840/41) spielte er zu laut. Er fand zu keinem klaren Ton. Die daraufhin folgende Sonate Nr. 2 b-moll "Marche Funèbre" op. 35 aus dem Jahr 1839 dagegen war von anderer Qualität. Nach schwerem Pedal-Einsatz zu Beginn fand er rasch über seine wie gewohnt meisterliche Technik zu einer dramatischen und dunklen Wiedergabe der "Marche Funèbre" mit ihrem heroischen Pathos und ihrer Exaltation. Die Fortissimos und Rubatos zusammen mit dem einfühlsamen Spiel in den sensiblen und verletzlichen Passagen des Werkes begeisterten das Publikum.
 
Die zweite Hälfte des Konzerts begann mit Chopins drei Mazurkas op. 59 aus dem Jahr 1845 - und mit reduziertem Einsatz des Pedals. Hier verstand es Pogorelich besser wie bei den Polonaisen, die dem Werk innewohnenden Emotionen zu vermitteln. Wie im ersten Teil so bildete auch hier die Sonate, diesmal Nr. 3 h-moll op. 58 aus dem Jahr 1844, den Höhepunkt. Vor allem das Scherzo offerierte ihm die Möglichkeit, seine ganze Virtuosität auszuspielen, währenddem er im Largo erneut seine zarte Seite zeigen konnte, womit er jene Lügen strafte, die in ihm nur einen kalten Perfektionisten sehen wollen. Das einzige störende Element bildeten zwei Mobiltelefone (!), die klingelten, kurz bevor Pogorelich das mitreissend-stürmische Finale in Angriff nahm. Dem begeisterten Publikum bot er keine Zugabe (übrigens auch nicht in Genf einige Tage später), seiner Strenge, Kühle und Distanz zum Publikum treu bleibend.

 
Marianna Ranalli sendete uns am 7. März 2000 folgenden Kommentar zum Konzert von Ivo Pogorelich, Cosmopolis Nr. 13. Sie bezieht sich auf sein Genfer Konzert mit identischem Programm wie dasjenige in Zürich wenige Tage zuvor, das Cosmopolis rezensiert hat:
 
"[...] je considère Pogorelich l'un des pianistes les plus brilliants de sa génération. Effectivement, au niveau technique, il l'a confirmé à l'occasion du concert de vendredi soir. Au niveau interprétation, j'ai trouvé certains morceaux un peu trop lents, p. ex. toute la deuxième partie de la sonate no. 3. Parfois, on a l'impression qu'il suit le fil de ses pensées, en pénalisant la cohérence de ce qu'il joue. Seule exception, la marche funèbre qui, à mon goût, était presque une Radetzy Marsch (trop rapide!!!). Le touché exceptionnel et une technique des cinq doigts très brilliante rendent les sonorités très rondes ou très cristallines, selon les cas, mais toujours fort agréables. [...].
 
Voilà, en bref, mes impressions sur le concert. A bientôt, Marianna."

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