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Nr. 13, 15. März/14. April 2000
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The Cure: Bloodflowers
Polydor 31454 31232 - CD bestellen bei Amazon.de
 
The Cure wurde 1978 in Crawley, Sussex (England) gegründet. Ihr unverwechselbarer Stil ist eine Mischung aus dem Psychedelic-Beat der Endsechziger, vermischt mit einer Dosis Post-Punk. Die erste Single Killing An Arab nahmen Robert Smith (*1959), Laurence Tolhurst (*1959) und Michael Dempsey im Jahr 1979 ein. Vier Wochen später folgte ihr Album Three Imaginary Boys. Später ersetzte Simon Gallup (b) Dempsey und zudem stiess Mathieu Hartley (keyb) hinzu. 1980 hatte das Quartett mit dem Album 17 Seconds einen Hit (UK Nr. 20). Ohne Hartley nahmen sie 1981 Faith auf (UK Nr. 7). In den 80er Jahren setzten sie mit ihrem Mix aus Pop und Punk fort. Porl Thompson ersetze 1983 den Bass. Bis zu den frühen 90er Jahren spielten sie einen Erfolg nach dem anderen ein. 1992 erschien ihr Album Wish, das sie mit einer Welttour vermarkteten und an deren Ende die Auflösung von The Cure stehen sollte. Wie die neue CD Bloodflowers zeigt, blieb das ein unverfüllter Wunsch. Das Album ist in ihrem typischen pessimistisch-depressiven Stil, mit Balladen von vier bis elf Minuten länge. The Cure ist keine easy-listening-band. Die neuen Titel sind zwar etwas zu monoton, aber nicht ohne Qualitäten. Musik ist eine Frage des Geschmacks - und The Cure sprach schon immer einen speziellen Geschmack an.

Tracy Chapman: Telling Stories
Warner 75596 24782 - Album bestellen bei
Amazon.de, Directmedia Schweiz.
 
Tracy Chapman gehört zu jenen Künstlerinnen, die nicht durch aufregende Kurven oder ein hübsches Gesicht, sondern durch ihre Musik bestechen. Die 1964 geborene Sängerin und Songschreiberin hat in Massachusetts Anthropologie und Afrikanistik studiert und schloss sich nach dem Abschluss der Hochschule einer afrikanischen Perkussionsformation an. Sie sorgte mit ihrem Debüt-Album Tracy Chapman und ihrer ersten Single Fast Car im Jahr 1988 für Furore. Folk, Gospel und Blues gehören zu ihren Einflüssen. Auf ihrer neuen CD Telling Stories geht es um Ehrlichkeit, Lüge, Verletzlichkeit und Liebe. Ihre Songs voller Sensibilität und Fragilität sind nicht ohne rebellische Töne - vor allem auf früheren Alben zeigte sie sich politisch engagiert und durfte um 1990 im südafrikanischen Rundfunk nicht gespielt werden. Sie sucht und spendet Trost und Hilfe. Zuweilen ist die Musik auf Telling Stories etwas zu eintönig, lediglich Nothing Yet sticht heraus. Trotzdem hebt sich Tracy Chapman noch immer von der Masse der Fliessbandproduktionen ab.
 
Am 23. Oktober 2002 hinzugefügt: Tracy Chapman: Let It Rain. Warner, Oktober 2002. Bestellen bei  Amazon.com, Amazon.fr, Amazon.co.uk, Amazon.de, Directmedia Schweiz. In der Schweiz ist die CD bereits #4 in den Album Charts und ihr Konzert im Kongresshaus Zürich vom 24. Februar  2003 ist bereits ausverkauft.

AC/DC: Stiff Upper Lip
Elektra 7559 62494 2
 
AC/DC wurde 1973 in Sydney von den Brüdern Malcolm (*1953) und Angus Young (*1959) gegründet, die 1963 als Kinder mit ihren Eltern von Schottland nach Australien gezogen waren. Ihre Musik war von Led Zeppelin und den Rolling Stones beeinflusst. 1974 stiess Bon Scott zu ihnen, der sich später als ihr Sänger durchsetzte. Rasch wurden sie in Australien zu einer Club-Attraktion mit Alben wie High Voltage und Dirty Deeds Dirt Cheap und Titeln wie TNT. Der internationale Durchbruch kam 1977 mit Let There Be Rock im Jahr 1977. Der Rest ist Geschichte. Bis heute haben sie rund 85 Millionen CDs verkauft. 1980 verstarb Bon Scott frühzeitig, er war Alkoholiker, und wurde durch Brian Johnson ersetzt wurde. Stiff Upper Lip ist ihr erstes Studio-Album seit über vier Jahren. In der Besetzung Brian Johnson (voc), Angus und Malcolm Young (g), Cliff Williams (b) und Phil Rudd (dr) haben sie eine typische AC/DC-Platte eingespielt, mit ihrer gewohnten Mischung aus Rhythm & Blues und Rock 'n' Roll. Stiff Upper Lip, Meltdown House, Safe in New York City und Give It Up sind gute Tracks, der Rest der CD ist Ausschuss.
 

 
The Beach Soundtrack
Warner 43443 10792
 
Die Musik ist nicht besser als der Film. Abgesehen von On Your Own von Blur sowie Woozy von Faithless, geschrieben von Maxi Jazz, Rollo und Sister Bliss, das mit einem originellen Sprechgesang von Maxi Jazz überrascht, findet sich nichts Nennenswertes auf dem Film-Soundtrack. Spinning Away von Sugar Ray ist billiger Mist und Return of Django ein einfallsloses Instrumental. Daneben findet sich ein mittelmässiges Pure Shores mit den All Saints. Nichts, was uns vom Hocker reisst.

João Gilberto: João voz e violão
Verve 31454 67132 - Album bestellen bei Amazon.de.
 
Der Sänger und Gitarrist João Gilberto ist - zusammen mit Antonio Carlos Jobim - die Inkarnation des Bossa Nova. Sein neuestes Werk, João voz e violão, ist wie der Titel sagt, nur mit Gesang und Gitarre eingespielt. Gilbertos erstes ohne Begleitmusiker aufgenommenes Album besticht durch seine leisen, zurückhaltenden Töne. So entsteht nicht nur eine intimistische Atmosphäre, sondern durch die Reduktion erscheinen auch Klassiker seines Repertoires in neuem Licht, so Não Vou pra Casa, Desafinando oder Chega de Saudade. Zu den schwächeren Titeln des Albums gehören dagegen Coraçao Vagabundo und Da Cor do Pecado. Eine wunderbare CD zum aufmerksamen Zuhören ist entstanden.
 
Jimmy Cliff: Millenium Collection
K-Tel 011222 040411
 
Die Millenium Collection von Jimmy Cliff umfasst eine CD mit Studio-Aufnahmen, darunter War A Africa, Peace, Roll On Rolling Stone oder I'm A Winner. Die zweite CD dagegen enthält Live-Aufnahmen von Save The Planet, Many Rivers To Cross oder erneut Peace. Dem 1942 in Jamaika als James Chambers geborenen Künstler kommen grosse Verdienste bezüglich der Verbreitung der Reggae-Musik zu. Mit 14 Jahren gewann er einen Talentwettbwerb, 1962 nahm er die Single Daisy Got Me Crazy auf, wofür er keinen Pfennig erhielt, was er zehn Jahre später im Reggaefilm The Harder They Come (der Titel befindet sich unter den Live-Versionen) verarbeitete. Jimmy Cliff gilt als Meister des Protestsongs - alle Titel der Doppel-CD hat er selbst geschrieben. Unverständlich ist allerdings, weshalb Nummern wie Vietnam und You Can Get It If You Really Want To darauf fehlen.
The Who: BBC Sessions
(BBC/Polydor 31454 77272)
 
Von 1965 bis 1970 nahmen The Who in rund 10 Sessions Musik exklusiv für das BBC-Radio auf. Die meisten dieser Einspielungen sind nun erstmals auf CD erhältlich. Die CD dürfte allerdings auf Grund ihrer mässigen Qualität nur für Fans interessant sein, vor allem für solche aus Grossbritannien, die sich durch die Titel mit Ansage durch den jeweiligen Radiomoderator an ihre Jugend zurückerinnern werden. Fairerweise muss angefügt werden, dass die Einspielungen unter primitivsten Bedingungen entstanden, ohne Proben und in einem Mal aufgenommen wurden, was allerdings auch dem chaotisch-anarchischen Stil von The Who entsprach.

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