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Ian McKellen. Foto Copyright: Greg
Gorman.
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Richard III 1995
Der Film basierend auf dem Stück von William Shakespeare. Regisseur:
Richard Loncraine. Richard III: Ian McKellen. Queen Elizabeth: Annette
Bening. King Edward: John Wood. Buckingham: Jim Broadbent. Rivers: Robert
Downey Jr. Clarence: Nigel Hawthorne. Hastings: Jim Carter. Lady Anne:
Kristin Scott Thomas. Duchess of York: Maggie Smith. Prince Edward: Christopher
Bowen. Ratcliffe: Bill Paterson. DVD bestellen bei Amazon.de.
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Richard III
Richard Loncraine und Ian McKellen haben Shakespeares Richard III
fürs Kino adaptiert. Charaktere und Handlung wurden in ein imaginäres,
faschistische Europa und England der 1930er Jahre transferiert. Die Swing-Musik
und der Art Deco-Style des Filmsets gehören klar in jene Periode.
Der Film spielt in einem vom Bürgerkrieg zerrissenen England. Der
König wird von der rebellischen York-Familie bedrängt, die darum
kämpft, ihren ältesten Sohn, Edward, auf den Thron zu bringen.
Edwards Armee marschiert unter der Führung seines jüngsten Bruders
Richard (Ian McKellen), Duke of Gloucester, auf das gegnerische Hauptquartier
zu.
Der Film beginnt mit einem Telex, aus dem der König erfährt,
dass Richard im Anmarsch ist. Mit grossem Getöse durchbricht daraufhin
ein Panzer die Wand zum Raum, in dem er sich befindet. Soldaten stürmen
herein. König Henry (Edward Jewesbury) sowie der Thronanwärter
der regierenden Familie werden getötet. Die nächste Szene steht
in Kontrast dazu: friedliches Palastleben der York-Familie, die ihren Sieg
feiert. Die Idylle hält allderdings nicht lange an. Der ambitiöse
Richard, von Geburt an missgestaltet, will selsbt regieren. Deshalb muss
eine Reihe von Menschen seiner eigenen Familie sterben. Der Film zeigt
in einem einzigen Blutrausch das rücksichtslose Vorgehen von Richard.
Gegen Ende des Dramas kämpft Richard III um sein eigenes Leben und
flüstert beinahe, auf einem Jeep stehend, die berühmte Zeile:
"Ein Pferd, ein Pferd, ein Königreich für ein Pferd." Als er
stirbt, setzt fröhliche Swing-Musik ein (I'm Sitting On Top of
the World).
Ian McKellen (Richard III) schaut direkt in die Kamera, während
dem er seine Intrigen dem Publikum darlegt, das dadurch zu seinem Vertrauten
gemacht und ins Drama hineingezogen wird. McKellen betont, dass der Lügner
Richard dem Publikum immer die Wahrheit sagt, aber nur ihm. Das soll das
Publikum entwaffnen, das allein in seine Pläne eingeweiht ist und
so zum Komplizen wird. Mc Kellen ist grandios in seiner vielleicht bisher
besten Rolle als Richard. Neben ihm überzeugen auch Schauspieler wie
Jim Broadbent als Buckingham, Jim Carter als Prime Minister Lord Hastings,
Nigel Hawthorne als Clarene und Maggie Smith als die Duchess of York, Richards
Mutter.
Wie immer, gilt es zwischen dem Stück des Autors, hier Shakespeare,
und der Adaptation für den Film zu unterscheiden, der ein eigenständiges
Kunstwerk ist und nicht immer und in jedem Detail mit dem ihm unterliegenden
Original verglichen werden sollte. Trotzdem, was im Film stört, ist
das Faktum, dass die Dialoge stark gekürzt wurden. Der Film rast von
einem Mord zum nächsten, wobei Shakespeares Sinn für die Entwicklung
des Dramas hier und dort verloren geht. Natürlich sind die meisten
Morde perfekt inszeniert, so derjenige von Rivers, (Robert Downey, Jr.),
der völlig unerwartet inmitten einer Sexszene zu Tode kommt.
Annette Bening als Queen Elizabeth und Robert Downey, Jr. als ihr Bruder,
Rivers, werden klar und bewusst als Amerikaner porträtiert. McKellen
erklärt, dass er Queen Elizabeth und ihren Bruder aus mehreren Gründen
als Amerikaner gespielt haben wollte. Im Originaldram seien sie ebenfalls
Fremde bezüglich der sozialen Schicht, welcher der König und
Richard entstammten. Im Kontext der 30er Jahre habe er, McKellen, deshalb
bewusst Amerikaner mit ihren klar anderen Stimmen und unterschiedlichem
Auftreten gewählt, denen gegenüber die Briten Vorbehalte haben
würden. Zu viele amerikanische Schauspieler versuchten, den englischen
Akzent nachzuahmen, wenn sie Shakespeare spielten. Das habe er vermeiden
wollen, auch weil Shakespeare selbst wohl einen Akzent gehabt habe, der
näher dem nordamerikanischen als dem modernen englischen Akzent gewesen
sei. Trotz dieser Erklärungen bleibt Annette Bening in ihrer Rolle
als Queen Elizabeth wenig überzeugend. Sie scheint nicht fähig
gewesen zu sein, Shakespeares Worte wie die englischen Schauspieler auf
natürliche Weise vorzubringen. Bei ihr wirken die Zeilen seltsam gekünstelt.
Ian McKellen hatte zuvor Richard III auf einer Welttournee mit dem Royal
National Theatre gespielt. Er wollte einen Shakespeare-Film machen, der
einem möglichst grossen Publikum zugängig sei, was mit diesem
Film wohl auch gelungen sei. McKellen hat recht, stellenweise wirkt Richard
III wie ein Actionfilm, eine Art John Woo-Film, mit grossartigen Dialogen
beigefügt. Trotz der erwähnten Schwächen und Freiheiten,
die sich der Film gegenüber dem Original erlaubt, ist Richard III
ein grossartiges und teilweise schockierendes Drama. "Cinema at its
best", mit Farben, Kostümen, Dekors, Musik, Handlung und Schauspielern
intelligent zu einem Gesamtkunstwerk zusammengefügt. |
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Biographie von Ian McKellen
Ian Murray McKellen wurde 1939 in Burnley, einer nordenglischen Stadt
geboren, in der sein Vater, Denis Murray, als Ingenieur tätig war.
Ians frühe Faszination für das Theater wurde von seinen Eltern
unterstützt, die ihn ins Manchester Opera House zu einer Aufführung
von Peter Pan mitnahmen, als er gerademal drei Jahre alt war. In
allen Schulen, die er besuchte, spielte Ian Theater. Am wichtigsten für
seine Entwicklung war Frank Greeene, der senior English master an
der Bolton School. Im Hopefield Miniature Theatre mit seinem winzigen Zuschauerraum
trat Ian regelmässig auf. Dort hatte er seinen ersten von wenigen
Auftritten als Frau, als er ein Bolton Mühlen-Mädchen spielte,
dass sich seinen Weg in einen Schönheitswettbewerb erschwindelt (The
Beauty Contest von Leonard Roe). Seinen ersten Auftritt in einem Schauspiel
von William Shakespeare hatte Ian mit dreizehn Jahren in der Briefszene
aus Twelfth Night.
Jeden Sommer ging Ian McKellen ins Sommerlager nach Stratford-upon-Avon,
wo er am Abend Laurence Olivier und Vivien Leigh, Charles Laughton und
John Gielgud in Shakespeares Schauspielen sah. Ian gewann den Wettbewerb,
um am St. Catherine's College zu lesen. Diese Ehre wurde ihm zwei Jahre
später wieder weggenommen. Bis dahin hatte er in 21 undergraduate
Produktionen mitgespielt. Er wurde nun bereits von der nationalen Presse
wahrgenommen. Als er 1961 als Bachelor of Arts graduierte, entschied er
sich für die Laufbahn als Schauspieler ("I wasn't fit for anything
else!"). Ohne Schauspielunterricht genommen zu haben, trat er erstmals
als Roper in A Man for All Seasons auf, in einer Produktion des
Belgrade Theatre.
Neben seiner Karriere als Theaterschauspieler ist Ian McKellan seit
1966 in mehr als 20 Filmen aufgetreten. Er ist schwul, Vegetarier und ein
Anhänger von New Labour. |
Ian McKellen. Foto Copyright: McKellen. |

Biografie von William Shakespeare
Park Honan, Emeritus Professor an der School of
English der Universität von Leeds, hat eine weitherum hochgelobte Biographie
von William Shakespeare geschrieben (Shakespeare: A Life. OUP, 1999).
Seine Arbeit richtet sich an das grosse Publikum und basiert auf den heute
erhältlichen Fakten zum Leben von Shakespeare, wobei er neues und relevantes
Material beigefügt hat. Honan trennt in seiner Arbeit erfolgreich Fakten von
Mythen und Fehlern. Seine Biographie wirft ein neues Licht auf die Jugend von
Shakespeare. Honan profititerte auch von jüngsten Recherchen, die sich vor
allem auf lokale Belege und Dokumente abstützen. Wo er keine Zeugnisse zum
Leben von Shakespeare fand, versuchte er nicht, sich vorzustellen, wie es
hätte gewesen sein können, sondern beschrieb andere Kinder, Männer und
Familien seiner Zeit mit einem ähnlichen sozialen Hintergrund, wodurch einige
Ereignisse in seinem Leben, über die viel gerätselt wurde, plötzlich
plausibel werden. Bezüglich dem Tod von Shakespeare kommt Honan zum Schluss,
dass er die Folge eines typhoiden Fiebers war. Die Biographie ist
detailreich und mit literarischem Flair geschrieben. Trotdem bleibt Shakespeare: A Life leicht
lesbar. - Park Honan: Shakespeare: A Life. Hardcover,
OUP, 1999, 479 p. Biografie bestellen bei Amazon.de.
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Richard III (1995) by Richard Loncraine. Starring Ian McKellen, Annette Bening, et al.
DVD bestellen bei Amazon.de.
Shakespeare - sämtliche Werke. Phaidon Verlag, Essen. Diese
"Heidelberger Ausgabe" beruht auf der Übersetzung durch die
deutschen Romantiker Schlegel und Tieck. Bestellen bei Amazon.de.
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