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Die Memoiren des Dimitri Schostakowitsch
Herausgegeben von Solomon Wolkow. Zur Neuauflage des Werkes aus dem Jahr 1979, Propyläen Verlag, 2000 (1979), 439 S. Jetzt bestellen als List-Taschenbuch bei Amazon.de oder citydisc Schweiz, die US-Ausgabe bei Amazon.com.
 
Im Jahr 1979 erschienen posthum die Memoiren von Dimitri Schostakowisch (1906-1975), herausgegeben vom russischen Musikwissenschaftler Solomon Wolkow, der das Manuskript ins Ausland geschmuggelt hatte, ehe er 1976 selbst in die USA ausreisen durfte. Die Memoiren entstanden auf der Basis von Gesprächen, die Wolkow mit Schostakowitsch geführt hatte. Die gelesenen Teile zeichnete der Komponist mit "gelesen" und seinen Initialen ab. 1974 schenkte Schostakowitsch ihm ein Foto mit der Widmung: "[...] In Erinnerung an die Gespräche über Glasunow, Soschtschenko, Meyerhold. D.Sch.". Nach dem Erscheinen wurde das Buch sofort von sowjetischer Seite angegriffen, denn es enthielt viele politische Feststellungen und schonungslose Kommentare, die für das Regime höchst peinlich waren. Mit Hilfe von Stimmen der Familie und von Freunden wurde versucht, den Inhalt des Buches in Frage zu stellen und den Verfasser zu diskreditieren. Trotz einiger kritischer, ja teilweise abfälliger Bemerkungen über die USA, wären die Memoiren im Kalten Krieg brauchbar gewesen, da sie politisch korrekt war. Es handelte sich schliesslich um eine Abrechungun mit dem  Stalinismus und dem Sowjetregime allgemein. Und dies aus dem Munde eines Mannes, der - trotz Jahren, in denen er in Ungnade gefallen schien - jahrzehntelang als linientreuer Staatskünstler galt.
 
Trotzdem galt Wolkows Buch auch im Westen jahrelang für viele als Fälschung. Laurel E. Fay merkte nicht übereinstimmende Daten zwischen den Memoiren und dem Lebenslauf von Schostakowitsch an. Zudem fand sie Passagen des Buches in von Schostakowitsch früher veröffentlichten Aufsätzen, oft im Originalwortlaut. 1981 emigrierte Maxim, der Sohn des Komponisten, in den Westen. Nach und nach rückte er von seinen urspünglichen Äusserungen gegen das Buch ab.Im Vorwort zur finnischen Ausgabe der Memoiren wechselte er schliesslich vollständig die Seiten. Nun betonte er vor allem die regimekritische Haltung seines Vaters. Ian MacDonalds Buch The New Shostakovich aus dem Jahr 1990 widersprach ebensowenig dem Grundtenor der Memoiren wie die von Isaak Glikman 1995 veröffentlichten Briefe von Schostakowitsch aus den Jahren 1941 bis 1971. Wenn auch heute noch nicht alle von der Echtheit der Memoiren überzeugt sind, so die dritte Frau von Schostakowitsch, so sieht doch eine Mehrzahl der Spezialisten darin eine weitgehend authentische Quelle. Die wortwörtlich wiederholten Passagen werden nun mit dem fotografischen Gedächtnis von Schostakowitsch zu erklären versucht. Wie dem auch sei: Se non è vero, è ben trovato. Das Buch enthält eine Vielzahl von Einsichten über Lehrer, Komponisten, Künstler sowie über das stalinistische System. Schostakowitsch ist in seinem Urteil oft streng und äusserst offen. Zumindest nach dem Stalin-Terror hätte man sich das vermehrt von ihm auch im öffentlichen Diskurs gewünscht, wo er ganz auf der Parteilinie blieb. Zurecht allerdings gilt der Verweis darauf, dass Schostakowtisch in seiner Musik zumindest nie log.
 
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Schostakowitsch: Die Streichquartette

Deutsche Grammophon, 2000. CD-Box bestellen bei Amazon.com, Amazon.co.uk, Amazon.de.
 
Das 1976 gegründete Emerson String Quartet besteht aus den zwei Gründern, den Violonisten Eugene Drucker und Philip Setzer, sowie den 1977 bzw. 1979 dazugestossenen Lawrence Dutton (Violon) und David Finckel (Cello). Das Quartett hat seinen Namen dem amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson entlehnt. 1978 gewann es den Naumburg Award für Kammermusik. Es ist resident quartet am Smithsonian Institute in Washington und an der Hartt School of Music an der Universität von Hartford.
 
Nach der Aufnahme der kompletten Quartette von Beethoven und Bartók haben sie nun auf fünf CDs auch die fünfzehn Streichquartette von Dimitri Schostakowitsch eingespielt. Es handelt sich um Livemitschnitte, wobei für jedes Quartett verschieden Liveaufnahmen benutzt und zusammengeschnitten wurden.
 
Schostakowitschs Werke entstanden in den Jahren 1938 (Erstes Quartett op. 49) bis 1974 (Fünfzehntes Quartett op. 144). Er begann erst spät, sich mit dieser Musikform zu beschäftigen, erstmals im Jahr 1931, als er zwei Stücke für Streichquartett für seine Oper Lady Macbeth von Mzensk bearbeitete. 1936 begannen Stalins Terrormassnahmen, Verhaftungen, Hinrichtungen, Schauprozesse. In den folgenden drei Jahre wurden insgesamt mehr als sieben Millionen Menschen verhaftet. Schostakowitsch wurde in einem Prawda-Artikel unter dem Titel "Chaos statt Musik" beschuldigt, eine "bewusst disharmonische, chaotische Flut von Tönen" zu erzeugen. Seine Musik wurde "ein absurdes Spiel, das böse enden könnte" genannt.
 
Schostakowitschs schrieb später bezüglich seinem ersten Quartett aus dem Jahr 1938: Beim Komponieren "stellte ich mir Bilder aus meiner Kindheit vor, naive und fröhliche Stimmungen, wie sie zum Frühling passen." Meistens verstecke sich Schostakowitsch hier hinter einer Maske, doch manchmal nehme er sie ab, so dass man sein wahres Gesicht sehen könne, merkt Philip Setzer dazu an. So hat jedes Quartett seine Geschichte, die sich in der Musik wiederspiegelt und sie so eindrücklich macht. Die Aufnahmen mit dem Emerson String Quartet sind ein leuchtender Beweis dafür.


Emerson String Quartet. Foto: Deutsche Grammophon.


Am 28. Juli 2006 veröffentlicht EMI eine Box mit 10 CDs die alle 15 Sinfonien von Schostakowitsch enthält, aufgenommen von Mariss Jansons mit verschiedenen Orchestern. Bestellen Sie die CD-Box bei Amazon.de oder Amazon.co.uk.


Schostakowitsch mit Iwan Sollertinski (rechts), 30er Jahre.
Foto: Propyläen-Ausgabe.
 

Schostakowitsch mit seiner Mutter.
Foto: Propyläen-Ausgabe.


Die Memoiren des Dimitri Schostakowitsch. Herausgegeben von Solomon Wolkow. Zur Neuauflage des Werkes aus dem Jahr 1979, Propyläen Verlag, 2000 (1979), 439 S. Jetzt bestellen als List-Taschenbuch bei Amazon.de oder citydisc Schweiz, die US-Ausgabe bei Amazon.com.


Hinzugefügt am 24. Juni 2004: Neu zum Thema von Solomon Wolkow: Stalin und Schostakowitsch. Propyläen, 2004. Buch bestellen bei Amazon.de oder citydisc Schweiz.
 

 
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