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Nr. 13, 15. März/14. April 2000
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Foto copyright: Warner Bros.
Wild Wild West (USA 1999)
Der Film von Barry Sonnenfild mit Will Smith, Kevin Kline, Kenneth Branagh und Salma Hayek. DVD bestellen bei Amazon.de oder Directmedia Schweiz
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Bereits bei der von Anfang bis Ende unterhaltsamen und spannenden Science Fiction-Komödie Men in Black haben Barry Sonnenfeld und Will Smith erfolgreich zusammengearbeitet. Mit Wild Wild West haben die zwei fast ein neues Genre begründet: den Science Fiction-Western. Bereits früher gab es einen Film in einem ähnlichen Stil, Westworld (u.a. mit Yul Brynner), doch damals gab es noch nicht die heutige digitale Tricktechnik, auf die sich Wild Wild West stark abstützt.
 
Im Jahr 1869 erhält der Superagent James West (Will Smith) einen geheimen Regierungsauftrag. Gemeinsam mit seinem neuen, ungeliebten und ungleichen Partner Artemus Gordon (Kevin Kline), einem schlitzohrigen Erfinder und Verwandlungskünstler, soll West im Auftrag von Präsident Ulysses S. Grant (ebenfalls dargestellt von Kevin Kline) das mysteriöse Verschwinden von Amerikas führenden Wissenschaftlern aufklären. Der Präsident hatte eine Marzipantorte mit Taranteln und der Aufforderung erhalten, innerhalb einer Woche die Macht an Dr. Arliss Loveless (Kenneth Branagh) abzugeben.
Als hinter dem Verschwinden stehender Bösewicht stellt sich rasch der beinlose Dr. Loveless heraus, der seine Geiseln gezwungen, ihm eine riesige hightech Stahl-Tarantula zu bauen, mit deren Hilfe er die Weltherrschaft an sich reißen will. Die atemberaubende Rita Escobar (Salma Hayek) schaltet sich ebenfalls ein und sorgt für ein wenig Charme und erotische Spannung im Film.
 
Barry Sonnenfelds Komödie hat nicht den gleichen, unwiderstehlichen Rhythmus von Men in Black und ihm fehlt auch der Wort- und Szenenwitz, dank dem Kevin Kline in A Fish Called Wanda glänzen konnte. Sonnenfelds komödiantischer Mix aus Western und Science Fiction überzeugt nur stellenweise. Das ist umso erstaunlicher, als dem schauspielerisch mittelmässigen Will Smith, der nur hin und wieder sein komödiantisches Talent durchblicken lässt, die hervorragenden Kevin Kline und Kenneth Branagh zur Seite gestellt sind. Der Wurm liegt wohl im Drehbuch. Der Film als Ganzes überzeugt nicht, obwohl eine Fülle spassiger Einfälle und Details, Gagdets und Special Effects eigentlich einen Sitzenfilm hätten garantieren müssen. Wild Wild West fehlt zudem ein romantisches Element, die kurvenreiche Salma Hayek hat eine eher dekorative Funktion.

Artemus Gordon (Kevin Kline) mit Magnethalskragen.
Foto Copyright: Warner Bros.

Foto copyright: Warner Bros.
Dr. Loveless assistieren eine Reihe von Frauen, Miss Munitia, Miss East und Miss Lippenreider, doch sie tragen wenig zum Film bei, erneut bedingt durch das Drehbuch, das ihnen erst gar nicht die Chance dazu gibt. Die erste Szene mit Will Smith, sich in einem Wasserbottich gerade einem erotischen Abenteuer hingebend, verspricht viel, doch Wild Wild West bietet in der Folge nicht viel auf dieser Ebene.
 
Der Film ist dank der Fülle von Einfällen und Gags sowie dank der hevorragenden Tricktechnik, die bereits in der ersten Szene mit dem umkippenden Wasserreservoir zum Zuge kommt, sehenswert. Vom Eisenbahnwagen voller eingebauter Technik bis zur Stahl-Tarantula wird dem Zuschauer einiges geboten. Auch viele der komischen Szenen für sich genommen sind nicht schlecht. Leider ist die Story stellenweise konfus. Die Dialoge sind oft zu einfach gestrickt. Trotz diesen Vorbehalten ist die Komödie originell genug, um gesehen zu werden.
 
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