Beethoven: Streichquartette
Eine Einspielung mit dem Borodin String Quartet,
Virgin Classics, 2000
CDs mit dem Borodin Quartett
Das Borodin String Quartet bürgt seit langem für Qualität, so auch bei
der emotionalen und eindringlichen Einspielung von Beethovens Streichquartetten Op. 18 Nr. 4 & 5 und Op.
130 sowie der Grossen Fuge Op. 133, die in den Jahren 1988 und 1989 in England
aufgenommen und nun im Jahr 2000 auf einer Doppel-CD vereint veröffentlicht
wurden. Beethoven komponierte seine ersten sechs Streichquartette in den
Jahren 1798 bis 1800. Sie zeugen noch vom Einfluss seiner Vorbilder Haydn und
Mozart. Haydn war
Beethovens Lehrer von Ende 1792 bis 1794, als Haydn zum zweiten Mal nach
London ging. Das Quartett Op. 18 Nr. 5 gilt als eine Hommage an Mozart. Es besteht
bei dieser Schöpfung Beethovens eine erstaunliche Nähe zu Mozarts Quartett KV
464: Tonlage, Sonatenform im Eingangs-Allegro, Ähnlichkeit der Themen in den
Menuetten, derselbe Aufbau der Variationen im Andante cantabile.
Gleichzeitig beginnt mit diesen Quartetten Beethovens Loslösung von seinen Vorbildern
Mozart und Beethoven. Die zweite CD des Borodin String Quartets enthält Op.
130 aus dem Jahr 1825, Beethovens 13. Streichquartett, sowie die Grosse Fuge
Op. 133, die ursprünglich als Schluss des Quartetts diente. Doch bei der
Uraufführung im Jahr 1826 befand das Publikum das Werk als zu lang, und so
komponierte Beethoven ein neues Finale und veröffentlichte die Fuge, die
durch ihre Modernität besticht, 1830 gesondert. Op. 130 und 133 gehören in
die letzte Periode von Beethovens Schaffen, in der seine Musik verinnerlichter
und nachdenklicher wurde. |
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