The Last Broadcast
Drehbuch, Regie, Produktion:
Stefan Avalos und Lance Weiler
The Last Broadcast ist wie The Blair Witch Project ein
Horror-Streifen junger Filmemacher, doch hat der Streifen seine Eigenheiten,
nicht nur was den Inhalt anbetrifft. The Last Broadcast ist der erste
Film, der vollständig auf einem Desktop entstanden ist - und zwar mit Hilfe
des Programms Premiere von Adobe Systems sowie Photoshop und anderen
Bildprogrammen zur Nachbearbeitung. Stefan Avalos und Lance Weiler hatten Ende
1996 die Idee zu diesem Streifen, der nur ganz wenig kosten sollte. Die
Regisseure entschlossen sich deshalb, auch selbst im Film mitzuspielen. The
Last Broadcast basiert auf der Legende des Jersey Devils, des Teufels, der
in den Wäldern von Jersey lauert. Im Gegensatz zu The Blair Witch Project
ist dieser Film klar als die Geschichte eines Filmemachers konstruiert, der
eine Dokumentation über eine live Fernseh- und Internetübertragung aus den
Wäldern Jerseys zusammenstellt, die plötzlich abbrach und mit einem
mehrfachen Mord endete. The Last Broadcast handelt vom Glauben an die
Wahrheit der Fernsehinhalte, insbesondere des Reality-TVs. Dabei handelt es
sich um ein Produkt und nicht um die Wiedergabe der Realität an und für
sich.
Auch Avalos und Weiler wurden - wie die Macher von The Blair Witch
Project - von Dokumentarfilmen der späten 70er Jahre beeinflusst. Sie
verweisen auf Auf der Suche nach Bigfoot. The Last Broadcast
wurde in 28 Tagen gedreht, wobei rund 20% des Filmes in der Nachbearbeitung
auf dem Computer entstand. Die Film ist rein digital und wurde zuerst per
Satellit an amerikanische Kinos verteilt. Danach reisten Avalos und Weiler
rund um die Welt, um ihren Film zu promoten.
Stefan Avalos ist Schauspieler, Regisseur und Produzent. Er hatte 1993
bereits den Spielfilm The Game sowie zuvor und danach mehrere Kurz-,
Werbe- und Industriefilme gedreht. Lance Weiler arbeitet als Autor, Regisseur,
Kamermann und Cutter. Zu seinen Kurzfilmen gehört Attention Shoppers,
daneben hat er Werbefilme (u.a. für Calvin Klein) und Musikvideos gedreht.
Auch der Dokumentarfilm Take A Trip With Jeff geht auf sein
Konto.
Bei The Last Broadcast versucht der fiktive Dokumentarfilmer David
Leigh (David Beard) den rituellen Morden im Kiefernwald von Jersey
nachzuspüren, die Jim Suerd (James Seward) angelastet werden. Zuerst stellt
sich Leigh die Frage, warum hat Jim Suerd es getan? Doch nachdem er
alles Filmmaterial durchgesehen hat, ändert er die Frage in: Was
geschah in jener Nacht? War Jim dafür verantwortlich? Sonst jemand? Oder gibt
es gar den Jersey Devil?
Jim Suerd wurde des Doppelmordes an den Moderatoren Steven Avkast (Stefan
Avalos) und Locus Wheeler (Lance Weiler) angeklagt und starb im Gefängnis
unter mysteriösen Umständen. Der Tontechniker Rein Chackin (Rein Clabbers),
dessen Leiche nie gefunden wurde, aber soviel Blut im Wald hinterliess, dass
mit Sicherheit auf seinen Tod geschlossen werden konnte, gehörte gemäss der
Polizei ebenfalls zu seinen Opfern. Da der Tote nie gefunden wurde,
verzichtete die Polizei jedoch in diesem dritten Fall auf eine formelle
Anlage.
Die Moderatoren der Fernseh- und Internet-Live-Sendung "Fact or
Fiction", Steven Avkast und Locus Wheeler, mussten sich etwas einfallen
lassen, um ihre Sendung, die in der Publikumsgunst gesunken war und vor dem
Aus stand, zu retten. Jim Suerd sollte mit seinen "übersinnlichen"
Fähigkeiten, die gemäss dem Dokumentarfilmer David Leigh lediglich aus
simplen Zaubertricks bestanden, sowie seinen Ortskenntnissen des Kiefernwaldes
in Jersey, die gemäss Leigh ebenfalls inexistent waren, den Moderatoren den
besten Ort zeigen, um den Jersey Devil aufzuspüren. Die mehrtägige
Live-Sendung sollte ihnen zu neuer Popularität verhelfen. Die Idee zur Suche
nach dem Jersey Devil stammte von einem Fernsehzuschauer, dessen
beängstigende Stimme der Dokumentarfilmer David Leigh auf Tonband fand.
Jim Suerd wurde verurteilt, weil er der einzige in Frage kommende
Verdächtige war. Die Wunden an den Toten stammten zudem von einer
beidhändigen Person (Beidhändigkeit ist selten) - und Jim Suerd war
beidhändig. David Leigh zerpflückt ein Argument nach dem anderen, das die
Polizei gegen Suerd vorgebracht hatte. Jim war ein Einzelgänger und half den
zwei Moderatoren und dem Tontechniker beim Aufbau des Camps im Kiefernwald
nicht, sondern sass in seinem Zelt und hielt über den Internet Relay Chat (IRC)
Kontakt zur Aussenwelt. Allerdings waren da 45 Minuten, in denen er keine
Informationen übers Netz sandte oder abrief.
Bei der Suche nach der Lösung des Falles hilft dem Dokumentarfilmer Leigh
die Spezialistin für Datenwiederherstellung, Michelle Monard (Michele Polaski).
Sie teilt ihm eines Tages mit, dass sie kurz vor der Lösung des Falles stehe,
da sie dabei sei, das Gesicht des Mörders auf einem beschädigten,
undeutlichen Filmband zur Identifikation wiederherstellen zu können. Die
Auflösung des Falles macht The Last Broadcast schlussendlich zu einem
Thriller, währenddem The Blair Witch Project ein Horrorfilm bleibt.
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