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Dave Douglas
Soul on Soul
Konzertkritik, Biographie, Biografie, Diskographie
. Hommage an Mary Lou Williams - Soul on Soul.
Artikel vom 15. Mai bis 14. Juni 2000


Biographie, Biografie
 
Das Jahr 1999 brachte dem Komponisten und Trompeter Dave Douglas viel Anerkennung: im Down Beat Readers Poll wurde er #2 Trumpeter of the Year und #3 Musician of the Year. Im 1999 Down Beat Critics Poll war er #2 Trumpeter of the Year, #1 "Talent Deserving Wider Recognition" und #4 Artist of the Year. Bei den 1999 New York Jazz Awards wurde er zum Artist of the Year, Composer of the Year, Daring Innovator/Explorer und Trumpeter of the Year. Die JazzTimes wählte ihn zum Künstler des Jahres 1999. Auch Jazziz und die Italian Jazz Critics' Society ehrten ihn.
 
Dave Douglas wurde 1963 in Montclair, New Jersey, geboren und wuchs im Grossraum New York auf. Im Alter von fünf Jahren begann er Klavier zu spielen, mit sieben Posaune und mit neun Trompete. Jazz und klassische Harmonie lernte er an der High School. Als Austauschschüler 1978 in Barcelona begann er improvisierte Musik zu spielen. Von 1981 bis 1983 studierte er in Boston an der Berklee School of Music und am New England Conservatory. Zu seinen musikalischen Haupteinflüssen zählt er Igor Stravinsky, John Coltrane und Stevie Wonder. 1984 zog er nach New York City, wo er an der New York University Trompete bei Carmine Caruso studierte.
 
Von 1987 bis 1990 ging Dave Douglas mit Horace Silver, Vincent Herring, Dr. Nerve und dem Bread and Puppet Theater auf internationale Tournee. 1993 gab er sein Solo-Debut und spielte die Platte Parallel Worlds ein, die 1994 bei Soul Note erschien. Ein Jahr später produzierte er sein erstes Album unter dem Namen seines Trios: Tiny Bell Trio. Seither tourt er mit seinen eigenen Formationen durch die Welt. Daneben ist Dave Douglas Mitglied von John Zorns Masada und spielt auf Platten von Myra Melford, Anthony Braxton, Don Byron, Uri Caine, Cibo Matto, Sean Lennon, Fred Hersch, Mark Dresser und Tim Berne. Als Komponist und Trompeter wandert Dave Douglas ausserhalb der traditionellen Jazzwege und experimentiert z.B. mit hindustanischer Musik, indem er westliche und indische Instrumente zusammenführt.


 
Konzert in der Alten Kaserne Winterthur, 20. April 2000
 
Dave Douglas widmete das Konzert mit seinem Sextett in der Alten Kaserne in Winterthur der Pianistin, Arrangeurin und Komponistin Mary Lou Williams, die im Zentrum seiner neuen CD Soul on Soul steht. Der Abend wurde von Douglas' Eigenkompositionen dominiert, die den sechs Musikern immer wieder Raum zu meist kurzen Soli bot. Dazwischen interpretierten die sechs Musiker Kompositionen von Mary Lou Williams, die den Jazz des 20. Jahrhunderts vom Blues über Swing und Bebop bis zu Cecil Taylor begleitete - an die Zusammenarbeit mit Letzterem im Jahr 1977 erinnerte sich die Pianistin allerdings nicht mit Freude und schlug einen zweiten Auftritt aus, da Taylor sie beim gemeinsamen Konzert musikalisch ignoriert und egoistisch "sein Ding" gespielt hatte. Ganz anders Dave Douglas' Sextett, bei dem die Kompositionen des Leaders auf die Möglichkeiten der einzelnen Musiker eingehen und allen Raum zur Selbstdarstellung bieten, wobei die Stücke nie zerfallen. Douglas orientiert sich an der Jazztradition, wobei er Ragtime- und andere traditionelle Jazz-Motive aus seiner Sicht, zeitgenössisch interpretiert. Seine Klangwelten sind allerdings weniger harmonisch wie die eines Wynton Marsalis. Neben Trompeter Dave Douglas überzeugten Tenorsaxophonist und Klarinettist Greg Tandy sowie Posaunist Josh Roseman ebenso wie Bassist James Genus, Pianist Uri Caine und Schlagzeuger Ben Perowsky. Die sechs wandelten mühelos zwischen Vorgabe und Improvisation, technischer Brillanz und Einfühlungsvermögen - und blieben dabei immer im Dienste des Gesamtausdrucks.
 

Dave Douglas: Soul on Soul - Celebrating Mary Lou Williams. Sextet. Februar 2000, RCA Victor. Album bestellen bei Amazon.de.
 
Sein neues Album Soul on Soul hat Dave Douglas mit The Sextet aufgenommen, mit dem er seit 1994 arbeitet. Damals nahm er das Album In Our Lifetime als Homage an Booker Little auf. Alle bisherigen Projekte mit The Sextet waren jeweils einem legendären Jazzmusiker gewidmet, so auch Soul on Soul. Diesmal steht die Musik der Jazzpianistin Mary Lou Williams im Zentrum (siehe zu ihrem Leben: Linda Dahl: Morning Glory. A Biography of Mary Lou Williams). Von den dreizehn Songs auf Soul on Soul stammen allerdings lediglich vier Titel von Mary Lou Williams: Aries, Mary's Idea, Waltz Boogie und Play It Momma. Die restlichen Kompositionen stammen aus der Feder von Dave Douglas. Der Trompeter Douglas schrieb die Musik der Pianistin Williams um, indem er die Elemente herausfilterte, die seinen Sensibilitäten entsprechen. So entdeckt er ihr Werk neu, gibt ihm Frische und Originalität und kreiert Kompositionen für die Musiker von heute. The Sextet besteht aus Dave Douglas (Trompete), Chris Speed (Klarinette und Tenorsaxophon), Greg Tardy (Klarinette, Bassklarinette, Tenorsaxophon), Joshua Roseman (Posaune), Uri Caine (Piano), James Genus (Bass), Joey Baron (Schlagzeug). Beim 1999 in New York aufgenommen Album erstaunt allerdings, dass das Klavierspiel (Mary Lou Williams war schliesslich Pianistin) nur eine untergeordnete Rolle spielt, abgesehen von Canticle. Es handelt sich also um eine Hommage in weitem Sinne. An die Messen und Kantaten der gläubigen Katholikin hat sich das Sextett allerdings nicht gewagt - auch wenn Canticle und Kyrie, von Douglas komponiert, eine Annäherung an Williams' Spiritualität sind.
 
Diskographie (Album, Band, Jahr), aufdatiert am am 27.11.2002:
 
The Infinite. April 2002 (bestellen bei Amazon.de);
Witness, 2001 (bestellen bei Amazon.de).
A Thousand Evenings, 2000.
Soul on Soul. Mai 2000.
Leap of Faith, Quartet, 2000;
Songs for Wandering Souls, Tiny Bell Trio, 1999; 
Convergence, Parallel Worlds, 1999; 
Charms of the Night Sky, Charms of the Night Sky, 1998.
Magic Triangle, Quartet, 1998;
Moving Portrait, Moving Portrait, 1998;
Stargazer, Sextet, 1997;
Live in Europe, Tiny Bell Trio, 1997;
Sanctuary, Sanctuary, 1997;
Five, Parallel Worlds, 1996;
Constellations, Tiny Bell Trio, 1995;
In Our Lifetime, Sextet, 1995;
Tiny Bell Trio, Tiny Bell Trio, 1994; 
Parallel Worlds, Parallel Worlds, 1994.  
Daneben ist Dave Douglas als Gastmusiker auf vielen weiteren Platten zu hören.


Dave Douglas, trumpet.


Dave Douglas: Strange Liberation. Februar 2004. CD bestellen bei Amazon.com, Amazon.co.uk.
 

Dave Douglas: A Thousand Evenings. RCA Victor/BMG, Oktober 2000. Bestellen bei Amazon.de.
 

Dave Douglas: Soul on Soul. RCA Victor, Mai 2000. Bestellen bei Amazon.de.
 

Dave Douglas: Charms of the Night Sky. Winter & Winter, 1998. Bestellen bei Amazon.de.
 

Dave Douglas: Stargazer. Arabesque Records, 1997. CD bestellen bei Amazon.de oder Amazon.com.
 

Dave Douglas: Magic Triangle. Arabesque Records, 1998. Bestellen bei Amazon.de.
 

Dave Douglas: Leap of Faith. Arabesque Records, 1998. Bestellen bei Amazon.de.



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