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Fast Cats And Mysterious Cows
Songs from America. März 2000, Virgin/EMI. CD bestellen bei Amazon.de
Der lustige Titel und das Cover täuschen über den
Inhalt hinweg. Auch die ersten drei Old American Songs von Aaron
Copland sind für das Album nicht repräsentativ, da zu einfach gestrickt. Die
CD Fast Cats and Mysterious Cows vereint vielmehr eine ganze Reihe von
raffinierten und anspruchsvollen Liedern, die
vom American Boychoir unter der Leitung von James Litton mit der
Unterstützung von Patricia Petibon (Sopran) und Catherine King (Mezzosopran)
vorgetragen werden.
Das Spektrum reicht vom erwähnten Aaron Copland
(1900-1990) mit seinen "primitiven", doch schon in die Jahre
gekommenen Volksliedern über Samuel Barber (1910-1981) und seinen
Kunstliedern wie Mélodies passagères Op. 27 und seinen Four Songs
Op. 13 bis zu relativ jungen Komponisten wie dem 1952 geborenen Malcolm Bruno
mit seinen Trois Noëls Québecois sowie Ondine.
Das Booklet erhält nicht nur einige Angaben zu den
Komponisten, aus der Feder von Malcolm Bruno persönlich, sondern auch alle
Liedtexte in englischer und französischer Version. Gemäss Bruno ist die
europäische Kunstmusik im 20. Jahrhundert zu Dissonanz und Abstraktion
übergegangen, während dem sich die amerikanische (mit einigen Ausnahmen)
hinsichtlich melodischer Stimmführung und Rhythmik ihre Geradlinigkeit
bewahrt habe.
Die auf der CD vereinten Lieder für Chor bzw.
Solostimme feiern diesen "natürlichen Lyrismus". Einige der
melodieorientierten Songs wurden sogar extra für das vorliegende Album in
Auftrag gegeben. Als Leitmotive erwähnt Bruno den Gesang als zentrales
Element, Kindheit und damit verbunden die Unschuld, Ungezwungenheit und
Phantasie repräsentiert durch die Knabenstimmen und das frische Timbre der
jungen Solistinnen. Mysteriöse Katzen, Wassergeister und Weihnachtsengel
sowie die Farben des Regenbogen und des unsichtbaren Windes dominieren diese
Welt.
Die versponnenen, behutsamem, mysteriösen und (im Fall
von Brunos Trois Noëls Québecois) religiös anmutenden Lieder stammen
aus der Feder von amerikanischen Komponisten, die von der französischen Musik
- von Nadia Boulanger und den ihr nachfolgenden Lehrern - beeinflusst waren
und sind. Alles begann mit Aaron Copland, der 1921 bei Nadia Boulanger in
Paris zu studieren begann. Leonard Bernstein war eng mit ihr befreundet und
Ned Norem verbrachte einen Grossteil der 50er Jahre in Paris. Malcolm Bruno
und James D'Angelo studierten in der französischen Hauptstadt bei der
Nachfolgegeneration von Nadia Boulanger. Die CD mit den 1998 und 1999 in den
USA und England aufgenommenen Liedern ist es wert, gehört zu werden.
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