| Werner Haftmanns Malerei im 20. Jahrhundert
gehört zu den Klassikern der Kunstgeschichte. Erstmals Mitte der 1950er Jahre
aufgelegt, ist seine "Entwicklungsgeschichte mit über 500
Künstlerbiographien" ein Standardwerk, das entgegen dem Titel zurecht
mit dem 19. Jahrhundert beginnt. Die Impressionisten, Van Gogh, Gaugin,
Cézanne und andere legten das Fundament, auf dem die Malerei des 20.
Jahrhunderts aufbauen konnte. Haftmanns flüssig geschriebenes Werk ist
kompetent bis in die 1950er Jahre hinein. Die im Jahr 2000 aktualisierte
Ausgabe reicht zwar bis Jackson Pollock, Francis Bacon und darüber hinaus,
doch die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts deckt Haftmann nicht mehr
systematisch ab. Seltsam mutet an, dass er im Zusammenhang mit der Pop Art
zwar auf Robert Rauschenberg, Jasper Johns und andere eingeht, der Name der
zentralen Figur Andy Warhol jedoch nicht vorkommt, nicht einmal im Index. Da
erstaunt es nicht, dass Leitfiguren der Nachkriegskunst im deutschsprachigen
Raum wie Joseph Beuys, Georg Baselitz, Gerhard Richter oder Arnulf Rainer
ebenfalls fehlen. Trotz dieser Kritik bleibt Haftmanns Übersicht nach wie vor
eine Referenz, was die Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
anbetrifft. Auf die zweite Hälfte wirft er einen lesenswerten, aber leider zu
selektiven Ausblick. Als Ergänzung sei das Lexikon: Kunst und Künstler im
20. Jahrhundert, ebenfalls bei Prestel erschienen, empfohlen (bestellen
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Haftmann: Malerei im 20. Jahrhundert. Taschenbuch,
München, Prestel, 2000, 615 S. Bestellen
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