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Pat Metheny & Charlie Haden
Biographien, Diskographie, Konzert

Artikel vom September 2000

 
Biografie von Pat Metheny
 
Pat Metheny wurde 1954 in der Nähe von Kansas City, Missouri, geboren. Zuerst spielte er mit acht Jahren wie sein älterer Bruder Mike - ebenfalls Berufsmusiker - die Trompete, ehe er 1967 zur Gitarre wechselte. Als Teenager studierte er an und arbeitete bereits für die University of Miami und Bostons Berklee College of Music. Pat schloss sich im Alter von 19 Jahren Gary Burtons Band an, bei der er von 1974 bis 1977 blieb. Auf drei Alben des Vibraphonisten ist er zu hören. Seit seiner ersten eigenen Platte, Bright Size (1976), im Trio zusammen mit Jaco Pastorious und Bob Moses aufgenommen, gehört Pat Metheny zu den innovativsten Jazz-Musikern und Komponisten, der den Kontakt mit anderen Genres nicht scheut und unter seinen über einem Dutzend Grammies (siehe die nebenstehende Liste seiner Alben) auch einen in der Sparte Rock erhalten hat. Auch in Magazinen wie Downbeat und Jazziz gehört er regelmässig zu den besten Künstlern in verschiedenen Sparten wie Best Electric Guitar oder Best Jazz Fusion Group. Neben der weltberühmten Pat Metheny Group, zu der u.a. Lyle Mays, Steve Rodby und Paul Wertico gehören, spielte Metheny schon mit Jack DeJohnette, Michael Brecker, Sonny Rollins, Abbey Lincoln, Gary Burton, Chick Corea und vielen anderen.


Foto: Pat Metheny (copyright).

P.S. Methenys Urteil über Brad Mehldau freut uns, da es sich mit unserem deckt: Es werde immer neue Musiker geben, so wie Brad Mehldau, der einfach aus dem Nichts gekommen sei und vielleicht die wichtigste improvisierte Klaviermusik der letzten zwanzig Jahre spiele.


 
Biografie von Charlie Haden
 
Charlie Haden
wurde 1937 in Shenandoah, IA, geboren. Im Alter von zwei Jahren bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr sang Charlie fast täglich mit der Country and Western Group seiner Familie am Radio, später im Fernsehen. Als Teenager lernte er Bass zu spielen und nach der Highschool ging er nach Los Angeles, wo er mit Art Pepper, Hampton Hawes, Dexter Gordon und Paul Bley zusammenarbeitete.
 
In der Stadt der Engel traf er 1957 den Saxophonisten Ornette Coleman. In dessen neuem, harmonisch und rhythmisch revolutionären Quartet mit Don Cherry (Pocket Trompete) und Billy Higgins (Schlagzeug) übernahm Haden die Rolle des Bassisten. Der Free Jazz war geboren. Haden re-definierte die Rolle des Bassisten als einer eigenständigen Stimme, die nicht nur etwas Rhythmus zur Musik beisteuert. In den 1960er Jahren arbeitete Haden zudem mit John Coltrane, Archie Shepp, und Pee Wee. 1966 begann er, mit Keith Jarrett auf Tournee zu gehen. Drei Jahre später  versammelten Haden und die Komponistin und Arrangeurin Carla Bley elf Musiker unter dem Namen Liberation Music Orchestra.
 
1976 formierten Haden, Don Cherry, Dewey Redman und Ed Blackwell, die alle eng mit Ornette Coleman zusammengearbeitet hatten, die Gruppe Old And New Dreams, deren Aufgabe die Weiterführung von Colemans kompositorischen und improvisatorischen Ansätze sowie die Pflege seiner Musik war.
 
1984 gewann das Liberation Music Orchestra mit Ballad of the Fallen den Down Beat Critics' Poll als bestes Album des Jahres. Zwei Jahre eroberten Haden, Jack DeJohnette,Ornette Coleman und Pat Metheny für Song X die Down Beat Readers' and Critics' Polls. 1987 trug Charlie Haden seinen Teil zu The Michael Brecker Album bei, das beide Down Beat Polls gewann.
 
Im selben Jahr trat Haden erstmals als Leader einen kleinen Gruppe auf, dem von ihm gegründeten Quartet West mit Ernie Watts (Saxophon), Allan Broadbent (Klavier) und Larance Marable (Schlagzeug). 1992 fand sich das Album Haunted Heart auf der Time Magazine-Liste der Top Ten Albums des Jahres 1992 wieder.
 
Always Say Goodbye aus dem Jahr 1994 erhielt zwei Grammy-Nominierungen und wurde im Down Beat Critics Poll zum Album des Jahres gewählt. Quartet West wurde 1994 die Acoustic Jazz Group des Jahres im Down Beat Readers Poll und 1995 im Down Beat Critics Poll. Mit dem Album Dream Keeper, mit dem Liberation Music Orchestra aufgenommen, gewann Charlie Haden 1991 den Down Beat Critics' und den Down Beat Readers' Poll als Album des Jahres. 1995 veröffentlichte Charlie Haden das Album Steal Away, ein Duett mit dem Pianisten Hank Jones, auf dem Hymnen, Spirituals und Folk Songs zu hören sind.
 
Haden ist nicht nur Komponist, Bandleader und Bassist, sondern gründete 1982 auch das Jazz Studies Program am California Institute of the Arts, an dem er Studenten in die Geheimnisse der Musik einführt.


 
Konzert im Kaufleuten Zürich, 21. Juni 2000
 
Die Basis des Konzerts im Kaufleuten Zürich bildete anscheinend das Album Beyond The Missouri Sky (das ich noch nie gehört habe), mit dem Charlie Haden & Pat Metheny 1997 den Grammy für die beste instrumentelle Jazz-Performance gewannen. Metheny begann den Abend mit einem (fast schon bewusstseinserweiternden) Solo. Danach erst trat Charlie Haden auf die Bühne. Allerdings blieb bis zum Schluss unklar, weshalb Metheny nicht gleich das ganze Konzert alleine bestritt, denn Haden blieb nicht nur blass, sondern sein Bass fügte sich nur selten in die gefühlvollen Anklängen an die Folk Music von Metheny ein. Insbesondere die Solo-Passagen des Basses zerstörten geradezu die von der Gitarre aufgebaute Atmosphäre. Sie strahlten keine Wärme aus und waren ohne Zauber. Methenys Spiel dagegen erinnerte stellenweise an dasjenige von George Benson und hatte nichts mit seinem neuesten Album Trio 99-00 zu tun. Jazz-Puristen waren vielleicht enttäuscht, die überwältigende Mehrheit im Kaufleuten jedoch liess sich von den intimen Gitarrenklängen verzaubern und verhielt sich dementsprechend ruhig. Ein magischer Abend mit träumerisch-souligen Balladen war der Dank dafür. Hier liess Haden seine Herkunft aus einer Midwestern Country-Familie durchscheinen, dort versprühte Metheny einen Hauch von Bossa Nova. Tournaround von Ornette Coleman und Lonely Woman von Horace Silver passten in der von Metheny und Haden dargebotenen Version problemlos ins Konzept des Konzerts, das zurecht ohne Pause durchgezogenen wurde und sich wie aus einem Guss anhörte. Nach dem Auftritt im Kaufleuten bleibt nur eine Frage offen: Wann spielt Pat Metheny das dargebotene introspektive und melodiöse Repertoire als Solo-Balladenalbum ein?


Eingefügt am 30. Mai 2003: Für das Ablum Speaking of Now (Warner, 2003) hat Pat Metheny seinen bisher siebten Grammy erhalten. Bestellen bei Amazon.de, Amazon.com, Amazon.fr, Amazon.co.uk, Amazon Canada.




Neu, im Februar 2008 hinzugefügt:
Pat Metheny Trio: Day Trip, Nonesuch, 2008. Order the CD from Amazon.com, Amazon.co.uk, Amazon.fr or Amazon.de.

Die von Pat Metheny gewonnenen Grammies:



Gary Burton, Chick Corea, Pat Metheny, Roy Haynes & Dave Holland. Best Jazz Instrumental Performance, 1999, Like Minds. Bestellen bei Amazon.de

Pat Metheny Group (Lyle Mays, Pat Metheny, Steve Rodby, Paul Wertico), Best Contemporary Jazz Performance, 1998, Imaginary Day. Bestellen bei Amazon.de

Pat Metheny Group (Lyle Mays, Pat Metheny, (Steve Rodby, Paul Wertico). Rock, 1998, The Roots Of Coincidence.


Charlie Haden & Pat Metheny. Best Jazz Instrumental Performance, 1997, Beyond The Missouri Sky. Bestellen bei Amazon.de

Pat Metheny Group (David Blamires, Luis Conte, Mark Ledford, Lyle Mays, Pat Metheny, Steve Rodby, Paul Wertico). Best Contemporary Jazz Performance, 1995, We Live Here.

Pat Metheny Group (Pedro Aznar, Armando Marsal, Lyle Mays, Pat Metheny, Steve Rodby, Paul Wertico). Best Contemporary Jazz Performance (Instrumental), 1993, The Road To You.


Pat Metheny. Best Contemporary Jazz Performance (Instrumental), 1992, Secret Story. Bestellen bei Amazon.de

Pat Metheny. Best Instrumental Composition, 1990, Change Of Heart performed by Pat Metheny, Dave Holland, Roy Haynes.

 
Pat Methany Group (Pat Metheny, Lyle Mays, Steve Rodby, Pedro Aznar, Paul Wertico, Armando Marcal). Best Jazz Fusion Performance 1989, Letter From Home. Bestellen bei Amazon.de

Pat Metheny Group (Pat Mentheny, Lyle Mays, Steve Rodby, Pedro Aznar, Paul Wertico). Best Jazz Fusion Performance, 1987, Still Life (Talking).

Pat Metheny Group (Pat Metheny, Lyle Mays, Steve Rodby, Pedro Aznar, Paul Wertico). Best Jazz Fusion Performance, 1984, The First Circle. Bestellen bei Amazon.de


Pat Metheny (Pat Metheny, Lyle Mays, Mark Egan, Dan Gottlieb). Best Jazz Fusion Performance, 1983, Travels. Bestellen bei Amazon.de


Pat Metheny. Best Jazz Fusion Performance, 1982, Offramp, mit der Pat Metheny Group. Bestellen bei Amazon.de .

Weitere CDs von Pat Metheny


Am 30.5.03 hinzugefügt: Pat Metheny: One Quiet Night. Warner, Mai 2003. CD bestellen bei , Amazon Canada, Amazon.com, Amazon.de, Amazon.fr, Amazon.co.uk.


Pat Metheny Trio. Trio 99-00, 2000. Bestellen bei Amazon.de (siehe unsere CD-Kritik).


Jim Hall & Pat Metheny. Jim Hall & Pat Metheny, 1999 (Studio- und Live-Aufnahmen).


Musik zum Film A Map Of The World 1999 mit Sigourney Weaver (Film basierend auf  Jane Hamiltons Buch). Pat Metheny mit Orchester und Solisten. Bestellen bei Amazon.de.