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Mickey Blue Eyes
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Regie: Kelly Makin. Drehbuch: Adam
Scheinman und Robert Kuhn. Mit Hugh Grant (Michael Felgate), James Caan
(Frank Vitale), Jeanne Tripplehorn (Gina Vitale), Burt Young (Onkel Vito
Graziosi), James Fox (Philip Cromwell), Scott Thompson (FBI Agent Lewis)
und Joe Viterelli (Vinnie).
Michael Felgate (Hugh Grant)
ist ein humorvoller Kunstauktionator bei Cromwell's in New York, der
schon mal einen Akt mit den Worten versteigert: "Verkauft für
$23,000 oder $11,500 pro Pobacke." Er ist in die Lehrerin Gina
Vitale (Jeanne Tripplehorn) verliebt, die
leider auch die Tochter des Mafiabosses Frank Vitale (James Caan) ist.
Gina möchte ihren unwissenden Freund Michael vor dem Mob schützen und
lehnt deshalb sein Heiratsangebot ab, das er ungeschickt und in einer
amüsanten Verwechslungsszene in einem chinesischen Restaurant
vorbringt, in der die resolute Besitzerin den entsprechenden Glückskeks
an den falschen Tisch bringt.
Doch Michael gibt nicht auf und geht
zum Restaurant ihres Vater The La Trattoria
(den Pleonasmus im Namen bemerkt er), um seinen Antrag erneut
vorzubringen. Als er sich in der Türe irrt und anstatt in die Toilette
in den Gefrierraum eintritt, trifft er dort auf einen schlotternden
Mann. Doch noch immer geht ihm kein Licht darüber auf, in was für eine
Familie er einzuheiraten gedenkt. Der in diesem Zusammenhang
doppeldeutige Song We Are Family ertönt im Hintergrund, als er
schliesslich bei Vater Frank Vitale um die Hand von Gina anhält. Durch
einige Missverständnisse wird Michael in die "Familie"
aufgenommen.
Erst jetzt eröffnet ihm Gina, wer Onkel Vito
"The Butcher" Graziosi (Burt Young), Vinnie "The Shrimp"
D'Agostino (Joe Viterelli) und all die andern Familienmitglieder sind. Trotzdem
gibt sie dem insistierenden Michael nach und willigt in die Heirat ein - und das
hat weitreichende Konsequenzen. Plötzlich treffen die früher oft verspäteten
Auktionsbilder auf wundersame Weise pünktlich ein. Die Spediteure entschuldigen
sich untertänig für frühere Versäumnisse und versprechen, dass sie in
Zukunft immer rechtzeitig liefern werden. Und wieder geht dem naiven Michael
kein Licht auf - die Mafia hat die Lieferschwierigkeiten auf ihre Art behoben.
Doch dann beginnt der Mob über sein Auktionshaus Geld zu waschen. Ein
schreckliches Bild, von Graziosis unbegabtem Sohn Johnny gemalt, dass Michael
einst nichts Böses ahnend gelobt hatte, wird über das Auktionshaus verkauft.
Gleichzeitig bricht bei der Konkurrenz von Sotheby's ein Feuer aus - und
Michael findet auf seinem Büro eine Zündholzschachtel jenes Hauses.
Die Dinge geraten ausser Kontrolle
und selbst Michael geht nun ein Licht auf. Als er erneut ein Bild von Graziosis
Sohn verkaufen soll, dem Cousin von Gina, weigert er sich, es einer reichen
alten Lady zuzuschlagen, die seine nicht an sie gerichteten Handzeichen
missversteht. Doch Johnny, der einen doppelten Profit davonschwimmen so, ist so
wütend, dass er zu Michael nach Hause kommt und ihn bedroht, wobei ihn Gina
durch eine abgefälschte Kugel versehentlich tötet.
Nun muss Ginas Vater Frank als Troubleshooter
auf den Plan treten (eine Referenz an Pulp Fiction, das seinerseits ein
Filmzitat ist). Als Michael und Frank Vitale versuchen, Johnny in der Nacht in
der Nähe einer New Yorker Brücke zu begraben, treffen sie auf Leute von Onkel
Vito, die ihrerseits dabei sind, eine Leiche aus der Welt zu schaffen. Frank
stellt Michael vor.
Frank: "That's Big Mickey from Kansas City".
The mobsters: "I thought Big Mickey was dead?"
Frank: "The father. This is Little Big Mickey."
The other gangster: "Wasn't there a Little Big Mickey out of Chicago?"
Frank: "Yes. That was the original Little Big Mickey. This is Little Big
Mickey Blue Eyes."
So wird Michael dem "erweiterten Familienkreis" vorgestellt und
erhält - wie auch der Film - seinen Namen.
Mickey Blue Eyes ist eine romantische
Mafia-Komödie, weshalb das Happy End, nach weiteren Komplikationen,
unvermeidlich ist. Die Szenen und Dialoge sind nicht immer besonders amüsant
und Jeanne Tripplehorns Darstellung hat uns nicht umgeworfen. Dabei ist
fairerweise anzumerken, dass das Drehbuch nicht viele lustige Zeilen für sie
vorsieht. Hugh Grant versucht weiterhin, seine Karriere auf seinem unschuldigen
Blick und ein wenig Stottern weiterzubauen. Doch das wird so nicht weitergehen
können, denn er hat nicht das Talent eines Cary Grant. Trotzdem ist Mickey
Blue Eyes insgesamt eine kurzweilige, unterhaltsame und empfehlenswerte
Komödie, die allerdings nicht in die Filmanalen eingehen wird. DVD bestellen
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Einige Bemerkungen zu Biographien und Filmographien:
Hugh Grant: 1982, als er noch in Oxford
studierte, wirkte Hugh Grant im Film Privileged mit. Fünf Jahre später
war er in der
Merchant-Ivory Produktion Maurice zu sehen. E.M. Forsters Geschichte
dreht sich um einen jungen Mann um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, der
mit der Homosexualität konfrontiert wird. Diese Rolle brachte Hugh Grant erste
internationale Lorbeeren und einen Preis als Bester Schauspieler am Filmfestival
von Venedig ein. Dieser Erfolg führte zu einer Reihe weiterer Filmrollen,
darunter The Dawning
und Impromptu. 1993 spielte Hugh Grant erneut in einem Film von
Regisseur James Ivory mit, diesmal in der Rolle eines Journalisten in The Remains of the Day
(mit Anthony
Hopkins und Emma Thompson in den Hauptrollen). 1995 war Hugh Grant in Edward Ferrars
Oscar gekrönter Adaptation von Jane Austens Sense and Sensibility vor
der Kamera.
Zu Hugh Grants Komödien gehören Four
Weddings and a Funeral, das ihm einen Golden Globe und British Academy Awards
einbrachte, Nine
Months und Notting Hill. Weitere Rollen spielte er in Bitter Moon, Sirens
und The Englishman Who Went Up a Hill But Came Down a Mountain. Hugh Grant
wirkte auch in Fernsehfilmen und in Theaterstücken mit, so in An
Inspector Calls in der Adaptation von Richard Wilson am Manchester Royal Exchange Theatre. Mickey Blue Eyes
ist der zweite Kinofilm der Simian Films, jener Gesellschaft, die Hugh Grant
zusammen mit seiner früheren Freundin Elizabeth Hurley gegründet hat. Ihr
erster Film war Extreme
Measures gewesen.
Jeanne Tripplehorn wurde in Tulsa, Oklahoma,
geboren, wo sie auch aufwuchs. Tripplehorn ging später nach New York, um an der
renommierten Juilliard
School of Drama zu studieren. Ihr weltweit beachtetes Filmdebut gab sie 1992 in
Paul Verhoevens Basic
Instinct (mit Michael Douglas und Sharon Stone). Später spielte sie u.a.
in Sliding
Doors, Very Bad Things und Kevin Reynolds Waterworld.
Auf der Bühne war sie z.B. als Masha in der Bühnenversion von Tschechows Drei
Schestern zu sehen.
James Caan wurde in der Bronx geboren und wuchs in Queens, New York, auf.
Schon früh war ihm klar, dass er nicht in die Fussstapfen seines Vaters im
Fleischbusiness treten wollte. Mit 16 trat er in die Michigan State University
ein, um Wirtschaft zu studieren und American Football zu spielen. Später
wechselte er an die Hofstra University, wo er Jurisprudenz studierte und in den
Frühlingsferien von Stanford Meisners
Neighborhood Playhouse akzeptiert wurde. Caan gewann ein Stipendium, um mit Wynn Handman
zu studieren.
Seine Schauspielkarriere begann Caan im Jahr 1961 auf der Bühne in einer Off-Broadway
Produktion von La
Ronde. Bald darauf folgten Rollen im Fernsehen, die von Gastauftritten
in Naked
City zu regelmässigem Mitwirken bei den Serien The Untouchables und Alfred
Hitchcock Presents reicht. Sein Debut in einem Kinofilm kam 1964 mit Lady in a Cage.
Filme wie Glory Guys und Eldorado folgten. Für seine Rolle als Sonny Corleone in The Godfather
erhielt er eine Academy Award Nomination, für sein Portrait des
Fussballstars Brian Piccolo in Brian's Song wurde er für einen Emmy
nominiert. James Caan erhielt den Hollywood Filmfestival Achievement in Acting Award
für sein gesamtes Schaffen. Weitere Film in seiner Karriere umfassen Eraser
und Rob Reiners psychologischen Thriller Misery, der auf einem Roman von Stephen
King basiert.
Joe Viterelli gehört zu meinen Lieblingsschauspielern in Nebenrollen.
Leider bleibt er in Mickey Blue Eyes etwas schwach, vor allem, weil der
Skript nichts Intelligentes für ihn vorsah. Über 25 Jahre lang wurden ihm
regelmässig von Produzenten, Casting Direktoren und Regisseuren Filmrollen
angeboten, darunter auch von seinem langjährigen Freund, dem Filmemacher Leo
Penn. Bis 1981 lehnte Viterelli alle Angebote ab. Dann rief ihn Sean Penn an,
weil er Schwierigkeiten hatte, einen Schauspieler für einen Film zu finden, der
in der Lower
East Side spielen sollte. In Viterellis früherer Wohngegend an der Mott Street
sollte gedreht werden. Der Screentest führte zu einer wichtigen Rolle in Phil
Joanous State of Grace, Viterellis Kinofilmdebüt. Seither ist er in rund
dreissig Filmen aufgetreten, darunter Analyze
This, Eraser
and Woody Allens Bullets Over Broadway. |
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