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Nr. 16, Juli 2000
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Arnulf Rainer: Der Taucher, 1949.
Foto: Katalog.
Arnulf Rainer
Gegen.Bilder - Retrospektive zum 70. Geburtstag
Kunstforum Wien. Buch bestellen bei Amazon.de
 
Mit der Arnulf Rainer-Retrospektive im Kunstforum Wien aus Anlass des 70. Geburtstages des Künstlers ist erstmals seit 1989 wieder eine grössere Rückschau auf das Werk des Künstlers in der österreichischen Hauptstadt zu sehen. Die rund 180 Arbeiten spannen den Bogen von Arnulf Rainers surrealistisch-figurativem Frühwerk (siehe den nebenstehenden Taucher aus dem Jahr 1949) über seine Zentralgestaltungen, die monochromen Schwarzbilder die in die Übermalungen münden sowie die Kruzifikationen der 1950er Jahre, den Selbstdarstellungen Face Farces und Body Poses sowie den Cadaveri (siehe das Foto unten) der 1970er und 1980er Jahre bis hin zu seinen neuen Schleierbildern aus dem Jahr 1998.
 
Gemäss Ingried Brugger und Klaus Albrecht Schröder formuliert Arnulf Rainer "sein gleichermassen dissoziatives wie selbstdestruktives Befragungsexperiment immer in Gegensätzen: Fotografie gegen Malerei, Automatismus gegen Konstruktion, 'autistisches Theater' gegen die Apotheose der Transzendenz, Erotik gegen Religion, Natur gegen Künstlichkeit."

Die Auslöschung ist bei Arnulf Rainer ein Akt permanenter Verbesserung. Seit den frühen 1970er Jahren arbeitet er meist mit Fotografien, die er überarbeitet und künstlerisch paraphrasiert: Totenmasken und Botanik, Messerschmidts Charakterköpfe und gotische Christusbilder, Leichen und Selbstporträts.
 
Entgegen dem ersten Eindruck der Mannigfaltigkeit seines Schaffens, so Brugger und Schröder, verfügt Arnulf Rainer nicht über eine Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten, künstlerischen Darstellungs- und Interpretationsweisen. Sein Werk habe nicht mit dem "Kontinent Picasso" und der gleichzeitigen Verfügbarkeit unterschiedlicher Ausdrucks- und Darstellungsmodi zu tun. "Vielmehr unterliegt das scheinbar widersprüchlich Vielgestaltige einem homogenen System, einer einheitlichen und in sich kohärenten Vorstellung dessen, was Kunst zu sagen und wovon sie zu schweigen hat."
 
Katalog: Arnulf Rainer. Gegen.Bilder. Retrospektive zum 70. Geburtstag. Gebundene Ausgabe, Kunstforum Wien und Edition Minerva, Wolfratshausen, 2000, 252 S. Mit Essays zu Rainer als Existenzialist der Spätmoderne, zur Funktion der Rhetorik in seinem Frühwerk, einer Analyse seiner Übermalungen sowie einer Annäherung an den Mystiker Arnulf Rainer. Bestellen bei Amazon.de. Für den Website des Museums, Kunstforum Wien: Links.
 


Arnulf Rainer: Cadaveri, 1980.
Foto: Katalog.

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