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Cy Twombly - Die Skulptur

Hinzugefügt am 29. Juli 2011
Cy Twombly (1928-2011) ist nach langer Krankheit am 5. Juli 2011 in Rom im Alter von 83 Jahren verstorben. Schon 1957 zog es ihn nach Italien. Er sah sich nicht (oder zumindest nicht nur) als abstrakter Expressionist, sondern wie Niklas Maak in der FAZ anmerkte, suchte in Kritzeleien, Schmierereien und anderen übersehenen, nicht für kunstfähig befundenen Bildproduktionen und Spuren des Alltags nach Inspiration. In den USA galt Cy Twombly nicht viel. Niklas Maak erwähnt zurecht, wie ihn europäische Philosophen wie Roland Barthes entdeckten und wie er vor allem ein "Artist's Artist" war, so wie auch
Dieter Roth und Marcel Duchamp.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Basel

Katalog: Gebundene Ausgabe, 208 S., 2000, HatjeCantz, Ostfildern. Bestellen bei Amazon.de
Artikel vom Juli 2000

Cy Twombly wurde 1928 in Lexington, Virginia, geboren. Er studierte zuerst an der Washington and Lee University seiner Geburtsstadt, danach an der Boston Museum School in Boston, Massachusetts, sowie der Art Students League in New York City. Seit 1951 stellt er seine Gemälde und Skulpturen in Galerien und Museen Amerikas und Europas aus. 1959 zog Cy Twombly nach Rom, wo er noch heute lebt.
 
Durch die Arbeiten von Schwitters, Giacometti und die Objektkunst der Surrealisten angeregt, entstanden in den 1950er Jahren seine ersten Assemblagen aus Fundstücken der Alltagswelt - seine ersten vollplastischen Arbeiten entstanden 1945, sind aber zumeist verschollen. Cy Twombly gab seinen Werken die Gestalt animistischer Kunst, magischer Gegenstände oder Fetische. Bald überzog er sie - wie die nebenstehende Skulptur Thicket, Jupiter Island - mit weisser Farbe und verwischte so ihre ursprüngliche Bedeutung. Damit eröffnete Cy Twombly dem Betrachter eine Fülle neuer, möglicher Assoziationen. Archaische, versunkene Kulturen scheinen sich darzubieten. Entmaterialisierten Pflanzen verleiht er eine neue Identität. Die weisse Farbe scheint seinen Skulpturen eine zeitlose Poesie zu verleihen.
 
Das Basler Kunstmuseum konzentriert sich auf den Skulpteur Cy Twombly. 1955 stellte er in seiner ersten New Yorker Einzelausstellung dem Publikum erstmals Plastiken vor, die damals noch unbeachtet blieben. Einzig sein Freund Jasper Johns habe sie von Anfang an geschätzt, meint der Künstler. Seit 1976 stehen Skulpturen und Gemälde gleichberechtigt in seinem Schaffen nebeneinander. Harald Szeemann stellte in der von ihm 1987 in Zürich organisierten Twombly-Retrospektive erstmals 20 Skulpturen auf die gleiche Ebene wie das dort gezeigte malerische Werk. Dem Catalogue raisonné von Nicola Del Roscio aus dem Jahr 1997 ist zu entnehmen, dass Cy Twombly bis zum Erscheinen des Gesamtwerkkatalogs 148 Skulpturen geschaffen hatte. In Basel sind nun Werke aus allen Phasen seiner künstlerischen Tätigkeit zu bewundern, insgesamt 59 Originale und sechs Bronzen. Seine eher stillen, oft fragil und introspektiv wirkenden, formal und inhaltlich variantenreichen Skulpturen brauchen Ruhe, was ihnen im Basler Kunstmuseum noch bis am 30. Juli gewährt wird.
 
Katalog: Cy Twombly: Die Skulptur - The Sculpture. Gebundene Ausgabe, zweisprachig (dt. und engl.), HatjeCantz, Ostfildern, 208 S., 2000 (Buch bestellen bei Amazon.de). Ausstellung im Kunstmuseum Basel noch bis am 30. Juli 2000. Vom 20. September 2000 bis am 7. Januar 2001 in The Menil Collection, Houston.





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