City Lights -
Lichter der Grosstadt
Der Film von Charles Chaplin, Charlie Chaplin (1931)
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1927 wurde der Tonfilm erfunden, der längst etabliert war, als Chaplins City
Light 1931 erschien. 1926 waren allerdings ganze Szenen von Lichter der Grosstadt
bereits abgedreht. Charles Chaplin entschied sich dafür, einen Stummfilm zu
machen, dem er Toneffekte und vor allem Musik hinzufügen würde. Er habe
"lalala" gesungen und Arthur Johnson habe daraufhin die
entsprechenden Noten notiert. Chaplin war klar, dass er im Tonfilm den Tramp
nicht würde auferstehen lassen können, da dieser nicht sprechen konnte. Er
betrachtete den Ton als einen Rückschritt. Die älteste Kunst sei diejenige
der Pantomime, meinte Chaplin in einem Interview. Die Stimme dagegen sei etwas
Künstliches - die ersten Tonfilme zeigten sich denn auch durch eine schlechte
(Ton-)Qualität aus. Pantomime sei der Ausdruck komischer Poesie, so
Chaplin.
Die erfolgreichste Szene von City Lights war
bereits 1926 abgedreht worden. Sie hiess damals, fünf Jahre vor der Premiere,
Der Selbstmord. Das Fragment, das Chaplin für einen früheren Film
vorgesehen hatte, zeigt den Tramp, wie er am Weihnachtsabend am Ufer der
Themse sitzt und an einer Brotkruste knabbert, die er den Vögeln gestohlen
hat. Ein betrunkener Mann in einem Abendanzug kommt die Treppe herunter und
legt sich einen Strick um den Hals, an dessen Ende er einen schweren Stein
befestigt. Der Tramp versucht natürlich, den Mann von seinem Vorhaben
abzubringen. Für City Lights wurde die Szene geändert. Anstelle einer
Brotkruste hält der Tramp nun eine weisse Rose, die er dem geliebten
Blumenmädchen (Virginia Cherrill) abgekauft hat, in der Hand. Er leidet an
Liebesqual und Liebesschmerz und nicht mehr an Hunger. Dieser Szene folgt die
Geschichte vom Millionär (Harry Myers), der nur in betrunkenem Zustand
menschlich ist, und dem Tramp, der einem blinden Mädchen durch grossen
Einsatz wieder zur Sehkraft verhilft. Eine schon damals altmodische und
sentimentale Geschichte, die ihm viel Kritik eintrug. Doch die Qualität des
Film liegt eben gerade in den rührseligen Szenen, die nichts von ihrer Kraft
verloren haben.
Beim Drehen ging es allerdings weniger sentimental zu.
Der ursprüngliche Darsteller des Millionärs wurde gefeuert, weil er sich
weigerte, mit einer Erkältung am Ende eines anstrengenden Drehtages nochmals
ins kalte Wasser zu steigen. Selbst Virginia Cherrill, das Blumenmädchen im
Film, ereilte vorübergehend das gleiche Schicksal, weil sie sich Chaplins
Anforderungen und Arbeitsrhythmus zuerst nicht beugen wollte. Egon Erwin Kisch
(Paradies Amerika, Berlin, 1930, S. 148) vermittelt in einer Reportage
eine Vorstellung von der Detailversessenheit Chaplins. Fast acht Tage lang
wurde an einer Szene gefeilt, in der dem Blumenmädchen durch das Zuschlagen
einer Autotür bedeutet wurde, dass sie es mit einem reichen Herrn zu tun
hatte - ein Missverständnis, auf dem der letztlich der ganze Film beruht. City
Lights beanspruchte zwei Jahren Drehzeit und weitere drei Monate zur
Komposition und Aufnahme der illustrierenden Filmmusik, die wesentlich zum
riesigen Erfolg von Lichter der Grosstadt beitrug.
Siehe auch die Artikel zu Chaplins
Biographie und zu seinen Filmen The
Gold Rush, Modern
Times und The
Great Dictator. Teile dieses Artikels beruhen auf Wolfram Tichys Chaplin-Biographie (Rowohlt
TB, 1974, 157 S. Bestellen
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Buch, Regie, Musik, Hauptdarsteller (Der Tramp): Charles Chaplin
Das Blumenmädchen: Virginia Cherrill
Ihre Grossmutter: Florence Lee
Ein exzentrischer Millionär: Harry Myers
Sein Butler: Allan Garcia
Ein Preisboxer: Hank Mann.
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