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Neue Pop CDs
The Corrs: In Blue (2000, Atlantic, Warner)Bestellen
bei Amazon.de. Dass The Corrs Musik machen können, beweisen sie seit 1995, insbesondere
in ihrer Unplugged-CD von Ende 1999 (siehe
unsere englische Kritik). Mit In
Blue betreten sie jedoch ein neues Feld, dasjenige des Mainstream-Pop.
Auch hier können sie mehr als nur bestehen. All In A Day, Hurt
Before, Radio, Breathless und vor allem die
Instrumentalnummer Rebel Heart sind eingängige und gefällige Songs.
Doch das spezielle Feeling der Corrs, ihre Verankerung in der irischen
Folkmusik, der sie zu grosser Popularität verholfen haben, ist verloren
gegangen. Nur gerade in Give Me A Reason deuten sie ihre Wurzeln
noch leicht an. Die Songs sind leichte, manchmal auch schlichtweg seichte
Kost, so At Your Side oder Rain. Es wäre schade, wenn die
Geschwister Andrea, Caroline, Sharon und Jim nur so eine weitere Popgruppe
würden. Wenn schon Popmusik, dann eigenständige mit Charakter. Sonst
bleibt nur der Griff zurück zu Unplugged
(bestellen bei Amazon.de).
Lara Fabian: Lara Fabian, englisches Album (Epc, Sony).
Sie ist nicht nur hübsch, sondern sie kann auch singen. Zudem ist Lara
Fabian ist ein Showtalent, dass es liebt, im Rampenlicht zu stehen. Die
Texte hat sie zumeist selbst geschrieben und hin und wieder arbeitet sie
sogar an der Komposition mit. Lara Fabian vereinigt also alle Qualitäten
in sich, die es braucht, um ein Superstar zu werden. Ihr Balladenalbum Lara
Fabian ist allerdings zu kitschig. Sie singt mit zuviel Pathos und
ohne Herz. Ihre Songs wirken daher kommerziell und scheinen keine echten
Gefühle zu transportieren. Adagio, dass übrigens stellenweise
stark an einen Titel von Ennio Morricone erinnert, ist noch der beste
Song. You're Not From Here oder Love By Grace sind
Schnulzen. Schade! Wie gesagt, das Talent hat sie. Bleibt nur zu hoffen,
dass sie bald den Weg in weniger seichte Gefilde findet. CDs mit Lara Fabian bei Amazon.de
The Doors: Essential Rarities (Elektra, Warner).
Beim Titel Essential Rarities, zudem von einer lange nicht mehr
existierenden Gruppe wie The Doors denkt man sofort, hier will noch jemand
mit dem letzten Müll der Band Kasse machen. Doch weit gefehlt. Einzig I
Will Never Be Untrue überzeugt nicht. Essential Rarities
gehört in jede Plattensammlung. Die Live-Versionen von Break On
Through, Roadhouse Blues, The Soft Parade oder Someday
Soon sind hörenswert, teilweise gar sensationell. Die ausgegrabene
alternative Version von Queen Of The Highway ist gewaltig. Die
Demo-Aufnahme von Hello. I Love You ist genial und stellt nahezu
alles, was heute so produziert wird, in den Schatten. In diesen Aufnahmen
aus den Jahren 1965 bis 1971 wird einem die musikalische Spannbreite der
Doors erst richtig bewusst. Sie beherrschten unterschiedlichste Stile,
denen sie ihren Stempel aufdrückten, indem sie sie verfremdeten und
dadurch die Frustration und den ohnmächtigen Zorn der Vietnam-Generation
ausdrückten. The Doors nannten sich nach The Doors of Perception
von Aldous Huxley und unter ihren Fans waren Teenager und Intellektuelle.
Sie vereinigten Anspruch mit Rockmusik. Bestellen
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Led Zeppelin: Latter Days (Atlantic, Warner).
Nach den Early
Days (siehe die englische Kritik)
folgt nun der zweite Teil der best of Reihe zu Led Zeppelin: Latter
Days. Sie waren einst die Heavy Metal Rock Band und wie die
Doors drückten sie die Gefühle der Generation der Revolte der späten
1960er und frühen 1970er Jahre aus, allerdings weniger direkt und
eindringlich wie die Doors.Led Zeppelin waren eine äusserst umstrittene
Band, das betraf insbesondere ihren Manager Peter Grant, denn sie waren
unter den ersten Musikern, die den Fanartikel-Markt erschlossen, weshalb
sie zu den kommerziell erfolgreichsten Gruppen ihrer Zeit gehörten. Wie
die Early Days enthält auch die Latter Days-CD viele Fotos
(insgesamt 37), welche die Band in den Jahren 1972 bis 1977 zeigen. Doch
erneut findet sich kein Begleittext im Booklet und die Aufnahmedaten der
verschiedenen Titel fehlen ebenfalls. Unter den zehn ausgewählten Songs
sind herausragende Nummern wie Trampled Underfoot und Kashmir
(dessen Instrumentalrhythmus übrigens gerade jetzt von der Werbung wieder
eingesetzt wird). Auch die Ballade Ten Years Gone und das
vorwärtstreibende Achilles Last Stand sind nicht schlecht. Dem
direkten Vergleich mit den Doors halten Led Zeppelin allerdings nicht
stand. Ihre Musik erreicht nicht die gleiche Tiefe, sie ist zumeist zu
einfach gestrickt. Led Zeppelin fehlte zudem ein Mann mit dem Charisma
eines Jim Morrison - was sie über ein cleveres Management wieder
wettmachten. Bestellen
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Millenium Collection: Blues Legends
(Millenium, K-Tel).
Blues Legends vereint ein Vielzahl historischer und jüngerer
Aufnahmen von so unterschiedlichen Musikern wie Champion Jack Dupree,
Muddy Waters, Bessie Smith, Billie Holiday, Louis Armstrong, T-Tone
Walker, John Lee Hooker oder Willie Dixon. Damit ist auch gleich gesagt,
dass die Doppel-CD nicht nur Aufnahmen von reinen Bluesmusikern enthält,
sondern auch viele Titel von Jazz-Interpreten, die hier und da einen Blues
in ihrem Repertoire hatten. Das tut der Millenium Collection allerdings
keinen Abbruch. Die archaischen Chain Gang Blues (von Dupree) und I
Win The War Blues (von Sonny Boy Williamsen), die Boogie-Boogie
Blues-Nummern Revue Man Blues (von Charlie Patton) und Rebecca
(von Big Joe Turner), der Back O' Town Blues von Louis Armstrong,
der nicht nur die Trompete bläst, sondern auch singt, die alte Aufnahme
von My Brown Skin Shugar Plum von Blind Boy Fuller, all dies mag
vielleicht kunterbunt zusammengewürfelt sein, solange aber wie auf Blues
Legends Qualität geboten wird, lassen wir uns das gerne gefallen.
Schade nur, dass Angaben zu den Aufnahmedaten der einzelnen Titel fehlen.
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Millenium Collection: No. 1 Hits of Three Decades
(Millenium, K-Tel).
Gleich vorneweg, die Platte ist ein Ärgernis, denn es handelt sich dabei
um eine Mogelpackung. Die Doppel-CD vereint zwar tatsächlich 40 Versionen
von Nummer 1 Songs aus drei Jahrzehnten, doch - von Ausnahmen abgesehen -
handelt es sich nicht um die erfolgreichen Originalhits. Zumeist handelt
es sich um Cover-, Live- oder sonst minderwertige Aufnahmen. Black Is
Black von den Equals interpretiert und eine seltsame Version von Baby
Love von den Supremes sind schlichtweg eine Zumutung. Natürlich sind
auch Aufnahmen in dieser Millenium Collection, die durchaus hörenswert
sind, so House of The Rising Sun von den Animals, Sugar Baby
Love von den Rubettes oder die Live-Versionen von River Deep,
Mountain High (mit Ike und Tina Turner) und You To Me Are
Everything (mit The Real Thing). Doch die Enttäuschung überwiegt bei
weitem. Wo Hits aus drei Jahrzehnten draufsteht, sollten auch die
originalen Erfolgsnummern drin sein. Alles andere ist Irreführung des
Konsumenten und sollte eigentlich verboten werden. Bestellen
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Frank Sinatra: Classic Sinatra (Capitol, EMI).
Diese Auswahl aus Auftritten zwischen 1953 und 1960 aus Frank Sinatras
(1915-1998) Capitol Years ist zwar nicht das versprochene "definitive
Album", dazu sind die Versionen zumeist zu glatt, doch die Klasse und
Coolness, mit welcher der Mann aus Hoboken, New Jersey, die zwanzig Titel
interpretiert, ist trotzdem beeindruckend. Sinatra wurde nachgesagt, er
singe nie zwei identische Versionen des gleichen Songs, deshalb gibt es
bei ihm eben auch nicht die gültige Aufnahme einer Komposition,
sondern viele mehr oder weniger gleichwertige, die das jeweilige Material
nach allen Seiten hin ausloten. Beeindruckend an Classic Sinatra ist,
dank der Überarbeitung mit der digitalen All 24-Bit-Technik, die
Tonqualität, als hätte er die Platte heute aufgenommen. Puristen werden
vielleicht den fehlenden Charme des 50er Jahre-Feelings vermissen. Bestellen
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The Temptations: Earresistable
(Motown, Universal). Die 1960 entstandenen original Temptations bestanden aus
Otis Williams, Eldridge Bryant, Melvin Franklin, Eddie Kendricks und Paul
Williams. Als David Ruffin Bryant ablöste, einigte man sich auf den Namen
Temptations. 1962 brachte der Motown-Boss Berry Gordy die Band mit Smokey
Robinson zusammen, der die frühen Hits für die Gruppe schrieb, die erstmals
im April 1964 mit The Way You Do The Things You Do (US # 12, UK # 12)
in den Top 20 landete. Bis 1971 folgten zwei Dutzend Bestseller und 45 Top 100
Songs. Zuerst dem Motown-Soul verpflichtet, gingen sie gegen Ende der 60er
Jahre zu härterem Funk und engagierten Texten über. In den 1970er Jahren
rutschten die Tempations in die Niederungen des Disco ab. Mehrere Mitglieder
verliessen die Band und versuchten Solo-Karrieren aufzubauen, fanden jedoch
hin und wieder zu spektakulären Wiedervereinigungen zusammen. Paul Williams
musste wegen gesundheitlichen Problemen die Band verlassen und beging 1973
Selbstmord. David Ruffin verstarb 1991 an einer Überdosis Drogen, Eddie
Kendricks 1992 an Krebs, und Melvin Franklin erlag 1995 einem Herzanfall. In
den heutigen Temptations ist folglich nur noch Otis Williams, der zusammen mit
Kedar Massenberg auch als Executive Producer zeichnet, als Originalmitglied
übrig. Earresistable vereint vor allem Soul-Balladen, die eingängig,
aber etwas zu zuckrig und klebrig sind. Der Sound ist modern und hat nur noch
wenig mit dem Motown-Sound der 60er Jahre zu tun. Das Album ist eine Spur zu
billig, zu viel Synthesizer und Keyboards. Am besten überzeugt das funkige Party,
bei dem die Post abgeht. Auch das nur rund 90 Sekunden dauernde One Love
One World gefällt, da es an die grosse Zeit der politischen Songs
anknüpft. Insgesamt kein miserables Album, aber mit den funkigen Cloud
Nine, Psychedelic Shack und Ball of Confusion oder den
souligen My Girl und Ain't To Proud To Beg aus den erfolgreichen
Zeiten kann Earresistable nicht mithalten. Bestellen
bei Amazon.de. Am 23.12.2002 hinzugefügt: Habe die Temptations-Revue
an der AVO-Session 2001 in Basel live gesehen. Die Band hat mit den Ur-Tempatations
so gut wie nichts mehr zu tun. Die Soul-Nummern waren mässig. Die funkigen
Songs wie Ball of Confusion dagegen überzeugten.