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Verbier
Wintersport- und Kurort im Wallis, Geschichte, Lage, Aktivitäten, Hotels, weiterführende Links

Artikel vom August 2000


Verbier liegt im Herzen der Alpenkette, die den Schweizer Kanton Wallis durchquert. Der französischsprachige Wintersport- und Kurort, in dem man auch Deutsch versteht, liegt auf 1,500 Metern Höhe, auf einem nach Südwesten gerichteten, sonnigen Hochplateau mit offener Sicht auf die Alpen.
 
Das authentische Dorf ist Verbier-Village. Erste Skifahrer kamen 1910 ins Val de Bagnes. Verbier bestand zu jener Zeit nur aus einigen Alpweiden und war nur im Sommer bewohnt. 1927 wurde das erste Hotel eröffnet. 1945 bezeichneten Fachleuten Verbier als einen der sonnenreichsten Orte der Schweiz, mit einem trockenen und nebelarmen Klima von grossem biologischen und gesundheitlichen Wert. Der Wintersport- und Kurort Verbier dagegen entstand erst ab den 1950er Jahren. Doch eine rigorose Bauordnung hat hässliche Spekulationsbauten verhindert. Kein Haus darf über sechs Stockwerke hoch sein. Flachdächer sind nicht erlaubt und zwei Drittel jedes Hauses muss mit Holz bedeckt sein. Dadurch behielt das Dorf mit seinen 2000 Einwohnern ein freundliches Gesicht, dehnte sich aber stark aus. Ein Netzwerk von Gratisbussen zirkuliert im Dorf, im Winter in einem Fünfminutentakt, im Sommer einmal pro Stunde, um den Touristen die Bewegung zu erleichtern.
 
Im Winter ist Verbier das Zentrum eines der grössten Skigebiete der Welt mit 400 km Pisten und 100 Liften, das die Orte und Täler von Verbier, La Tzoumaz, Nendaz, Veysonnaz und Thyon 2000/Les Collons miteinander verbindet. Den Höhepunkt, im wahrsten Sinne des Wortes, bildet der auf 3300 Metern gelegene Mont-Fort-Gletscher. Rund drei Viertel der gut eine Million an jährlichen Übernachtungen verzeichnet Verbier im Winter. Unter den Aktivitäten im Schnee ist das Red Bull XTRME by Swatch zu erwähnen, ein Snowboard Wettbewerb, der Ende März stattfindet. Am bekanntesten ist aber wohl die Patrouille des Glaciers.

1939, am Vorabend des Krieges, trafen sich zwei Offiziere der Schweizer Armee, der spätere Direktor der Bergbahnen von Verbier und ein Unteroffizier, zufällig auf einer Bergtour an der schweizerisch-italienischen Grenze. Sie diskutierten über Berge und Militärdienst und kamen dabei auf die Italiener zu sprechen, die auf ihrer Seite des Plateau Rosa und des Lyskamms Patrouillenwettkämpfe austrugen. So entstand die Idee, die Truppen zur Abhärtung von Zermatt nach Verbier zu schicken.
 
1943 wurde erstmals der Wettkampf der Patrouille des Glaciers durchgeführt. Die Sieger legten die Strecke in zwölf Stunden und sieben Minuten zurück. Im darauffolgenden Jahr sowie 1949 wurde der Wettkampf nochmals durchgeführt. Doch da sich in jenem Jahr ein tragischer Unfall, der drei Todesopfer forderte, ereignete, wurde die Patrouille des Glaciers vom Eidgenössischen Militärdepartement während über dreissig Jahren verboten.
 
1984 erlebte die Gletscherpatrouille eine Wiedergeburt mit 600 Teilnehmern auf zwei Strecken von 53 bzw. 26 km, von Zermatt bzw. Arolla aus. Erstmals wurden auch ausländische und zivile Teilnehmer zugelassen. Seit 1990 wird der harte Wettkampf alle zwei Jahre durchgeführt, mit Teams aus aller Welt und unter strengen Sicherheitsvorschriften.

Im Sommer bietet die Region 400 km an Wanderwegen, die durch Täler und auf Berge führen. Für Junge und Junggebliebene gibt es 200 km an Fahrtrouten für Mountainbikes. Den Bikern ist das berühmte Rennen des Grand Raid Cristalp, das von Verbier nach Grimentz führt, bestimmt ein Begriff. 1990 zum ersten Mal ausgetragen, führt es über 131 km und 4700 Meter Höhendifferenz, wobei sechs Täler zu durchqueren sind. Seit 1994 wird gleichzeitig ein zusätzliches Rennen auf einer kürzeren, 76 km langen strecke zwischen Hérémence und Grimentz durchgeführt, mit einer Höhendifferenz von "nur" 2879 Metern. Der aus Sicherheitsgründen auf 4500 Personen beschränkte Wettkampf wird von 1000 freiwilligen Helfern betreut.
 
Am Waldrand von Verbier befinden sich ein anspruchsvoller 18-Loch-Golfplatz (Par 70) sowie ein 18-Loch-Approach-Golfplatz. Daneben ist der Walliser Kurort ein Paradies für Gleitschirmflieger, besitzt ein Sportzentrum mit Hallenbad und geheiztem Freibad, einer gedeckten Eisbahn, Curlingbahnen, Tennisplätzen, Squash-Hallen, Sauna, Solarium und einem türkischen Bad. In der Mitte des Gebäudes befindet sich ein Panoramarestaurant. Seit 1997 findet auch ein sechs Tage dauerndes Reitturnier statt, der Grand Concours Hippique National de Verbier, an dem rund 300 Pferde mit ihren Reitern teilnehmen.

Kulinarisch bietet Verbier neben Raclette, Fondue und anderen regionalen Spezialitäten auch das Relais & Châteaux-Hotel Le Rosalp mit Starkoch Roland Pierroz. Dieser wird seit Jahren mit 19 Gault Milau-Punkten geehrt und zählt zu den fünf besten Köchen der Schweiz. 1992 hatte Gault Millau ihn übrigens zum "Koch des Jahres" gekürt.
 
Das bedeutendste Ereignis im Sommer ist natürlich das vom schwedischen Impresario Martin T:son Engstroem 1994 ins Leben gerufene Verbier Festival & Academy. Neben Auftritten von Stars aus aller Welt bietet das Musikfestival auch Meisterkurse für junge Musiker an. In diesem wurde zusätzlich das unter der Leitung von James Levine stehende UBS Verbier Festival Youth Orchestra gegründet, das angehenden Orchestermusikern aus aller erste Erfahrungen bietet und mit dem Dirigenten Paavo Järvi auf Europatournee gehen wird (siehe hierzu den Cosmopolis-Artikel).

Zur Unterkunft in Verbier bieten sich neben Hotels mit zwei bis vier Sternen und insgesamt 1771 Betten Chalets und Ferienwohnungen mit 13,000 Schlafmöglichkeiten sowie 10,000 Betten in Privatbesitz an. Gleichzeitig können also insgesamt rund 25,000 Touristen in Verbier untergebracht werden. Die Gäste stammen zu gut 40% aus der Schweiz. Briten (13%), Deutsche (10%), Franzosen (9%), Belgier/Luxemburger (7%), Holländer (5%), Italiener und Skandinavier mit je 4% machen Verbier zu einem kosmopolitischen Ort. Neben 45 Restaurants, 10 Hütten und Bergrestaurants sorgen 16 Bars und Diskotheken sowie ein Kino für weitere Unterhaltung.

Weiterführende Links:
 
- Cosmopolis gastierte 2000 im einfachen, sauberen, günstigen und zentral gelegenen Hotel La Rotonde (***), das wir jedermann weiterempfehlen können. 
 
- Zum Verbier Festival & Academy sowie zum UBS Verbier Festival Youth Orchestra siehe den Cosmopolis-Artikel.
 
- Zur Geschichte des Val de Bagnes, der mit 28,225 Hektaren grössten Gemeinde der Schweiz, zu der auch Verbier gehört, siehe den Artikel von Roger Friedrich in der Neuen Zürcher Zeitung (Wochenendausgabe vom 5./6. August 2000, Nr. 180, S. 16).


Blick auf Verbier im Winter.


Hotel La Rotonde (***), Verbier.



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