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Nr. 18, November 2000
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Sean Connery
Biographie und Filme
Basierend auf der Biografie von Siegfried Tesche
. Henschel Verlag, 2000, 207 S. Buch bestellen bei Bestellen bei Amazon.de

Sean Connery gehört zu den beliebtesten Schauspielern der Gegenwart. Die kürzlich erschienene Biographie von Siegfried Tesche bietet vor allem viel Wissenswertes über seine Filme von 1957, No Road back, bis heute, aber auch Informationen zu seinem Privatleben, seinem Verhältnis zur Politik (Connery setzt sich für die schottische Unabhängigkeit ein) und natürlich zu seiner Biographie.
 
Thomas (Sean) Connery wurde 1930 in Edinburg, Schottland, als Sohn eines Lastwagenfahrers, dessen Vorfahren aus Irland stammten, geboren. In der Strasse, in der die Connerys wohnten, gab es damals noch kein heisses Wasser. Bereits 1944 verliess Sean die Schule um regelmässig in einer Molkerei zu arbeiten - bereits mit neun Jahren hatte er begonnen, vor Schulbeginn Milch auszutragen. Er habe als Milchmann interessante Erfahrungen mit Frauen gemacht, deren Männer kurz nach dem Weltkrieg noch fortgewesen seien, meinte Connery dazu in einem Interview 1999. 1946 verpflichtete er sich für zwölf Jahre zur Royal Navy, weil er gerne die Welt sehen wollte. Doch er tat nur in Baracken in Portsmouth Dienst. Nach drei Jahren wurde er wegen Magengeschwüren entlassen und erhielt eine kleine Pension.
 
Danach fuhr er eine zeitlang Pferdekutschen. Als invalider Veteran eingestuft, wurde ihm ein Ausbildungsprogramm zugestanden. Er wollte Möbelpolier werden. In diesem Beruf arbeitete er 18 Monate lang. Er fing aber auch mit Bodybuilding und Gewichtheben an. Auf Anraten eines Freundes schrieb er sich 1950 im Dunedin Amateur Weight Lifting Club ein. In der Edinburgh School of Art in Lauriston stand er Modell und versuchte sich nebenbei eine Karriere als Sportler aufzubauen. Er arbeitete als Zementmischer und als Maurer auf dem Bau, war Rausschmeisser in einem Club und verbrachte den Sommer als Bademeister und Lebensretter im schottischen Portobello. Mit 20 wurde er Fussballprofi. Doch damit liess sich damals noch kein Geld verdienen, weshalb er einen kleinen Job in der Druckereiwerkstatt der Edinburgh Evening News annahm, wo er täglich Blei schmolz und Druckplatten herstellte. Während jener Zeit fuhr er mit seinem Krafttraining fort. 1953 nahm er am Mr. Universum Wettbewerb im Londoner Scala Theatre teil, bei dem er den dritten Platz in der tall men's class, der Kategorie der Männer über 1,80 belegte (Connery misst 1, 89 Meter).
 
Ebenfalls 1953 kam Connery per Zufall zur Schauspielerei. Als er für den Mr. Universum Wettbewerb in London war, schaute er sich nach einem neuen Job um. Er habe damals ein Angebot von Machester United erhalten, fand sich aber mit 22 Jahren bereits zu alt zum Fussball spielen. Jemand sagte ihm, es würden Leute für den Chor im Musical South Pacific gesucht. Connery bekam den Job und spielte vom Juni 1953 an drei Monate lang im Londoner Theater an der Drury Lane, sang mit dem Chor There is Nothing like a Dame und tourte vierzehn Monate lang durch England und Schottland, wobei er auch die Rolle des Leutnants Buzz Adams übernahm.
 
Der amerikanische Schauspieler Robert Henderson, Kollege aus dem Chor und späterer Theaterregisseur, erwähnte seinem Freund Connery gegenüber Ibsen und dessen Schauspiele. Daraufhin sei Sean sofort in eine Bücherei gegangen und habe seine Stücke gelesen. Im Gegensatz zu vielen jungen Männern, die gerne Stars werden möchten, aber stinkfaul seien, habe Connery an sich gearbeitet. Sean meinte dazu, in den Lehrjahren von 1951 bis 1956 habe er sich selbst erzogen. Henderson habe ihm auch vom Fussball abgeraten und eine Liste mit Büchern zur Lektüre empfohlen. Daraufhin habe er während eines Jahres auf der Tournee in jedem Ort viel Zeit in den örtlichen Bibliotheken zugebracht. Sean war vom Theater, dieser Welt aus Geist und Intellekt, fasziniert, die ihm so fremd war. In jener Zeit änderte er seinen Vornahmen von Thomas zu Sean. In der Jugend war er oft Tammy oder wegen seiner Grösse Big Tam gerufen worden. Eine Reihe kleinerer und grösserer Auftritte in Spiel- und Fernsehfilmen folgte 1956/57: Requiem for a Heavyweight, No Road back (Die blinde Spinne), Operation Tiger, Duell am Steuer und Zwölf Sekunden bis zur Ewigkeit. 1957 nahm ihn die 20th Century Fox unter Vertrag.
 
1957 lernte Sean Connery die 1933 im australischen Brisbane geborene Schauspielerin Diane Cilento beim Theaterstück Anna Christie in Oxford kennen. Sie war die Tochter von Sir Ralph West Cilento, einer Autorität auf dem Gebiet der Tropenkrankheiten und gleichzeitig Anwalt. Dianes Mutter war Gynäkologin. Die Schauspielerin hatte die New Yorker Academy of Dramatic Arts und die Royal Academy of Dramatic Arts in London besucht. 1952 erhielt sie ihre erste Filmrolle. Im Jahr darauf stand sie erstmals auf der Bühne. 1960 entstand aus Anna Christie ein Fernsehfilm, bei dem sich Sean und Diane wiedersahen und ineinander verliebten. Die Schauspielerin war damals noch mit dem Italiener Andrea Volpe verheiratet und hatte mit ihm eine 1957 geborene Tochter.
 
Cilento und Connery lernten beim Schweden Yat Malmgeren, einem ehemaligen Tänzer des Kurt Joos Ballet Ensembles, eine Technik der wortlosen Kommunikation und des adäquaten Rhythmus, die auf dem Bewegungskonzept des ungarischen Tänzers Rudolf von Laban beruhten. Connerys Gang und seine spezielle Form, sich zu bewegen, sollen die Bond-Produzenten Harry Saltzman und Albert R. Broccoli fasziniert und letztlich den Ausschlag dafür gegeben haben, dass sie ihm die Rolle des Geheimagenten 007 anboten.
 
Am 30. November 1962 heirateten Cileno und Connery in Gibraltar. Im Januar 1963 wurde ihr gemeinsamer Sohn Jason in Rom geboren. Diane wurde im selben Jahr für ihre Darstellung in Tom Jones - zwischen Bett und Galgen, für einen Oscar nominiert. 1968 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, Manipulator, nachdem der Bond-Autor Ian Fleming sie zum Schreiben ermuntert hatte. Das Cover stammte von Connery. Vier Jahre später erschien ihr zweiter Roman, Hybrid. 1973 liessen sich Diane und Sean scheiden. Der volle Terminkalender soll ein wesentlicher Grund für die Trennung gewesen sein. Cilento heiratete 1985 den englischen Autor Anthony Shaffer, mit dem sie heute auf einer grossen Farm im australischen Queensland lebt. Sie arbeitet in verschiedenen Theatern.
 
1962 stand Connery während 58 Tagen für den ersten Bond, James Bond 007 jagt Dr. No, vor der Kamera. Bereits im Jahr darauf drehte er Liebesgrüsse aus Moskau. Im selben Jahr spielte er auch in Die Strohpuppe. 1964 drehte er in London und im schweizerischen Andermatt Goldfinger. 1965 stand er für Feuerball und 1966 für seinen letzten Bond, Man lebt nur zweimal, vor der Kamera. Dazwischen entstanden noch Filme wie Der gelbe Rolls-Royce und Simson ist nicht zu schlagen

Nach seiner Karriere als Bond-Darsteller spielte Sean Connery in Filmen wie Shalako (1968), Diamentenfieber (1971), Zardoz (1973), Meteor (1977), Outland (1980), The Untouchables - Die Unbestechlichen (1987), Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1988), The Rock (1996) und Entrapment - Verlockende Falle (1999), um nur einige zu nennen.
 
1970 lernte Connery bei einem Golfturnier in Casablanca Micheline Boglio Roquebrune kennen. Die 1931 geborene französisch-marokkanische Malerin war bereits einmal verheiratet gewesen und hatte drei Kinder. Für Micheline war es Liebe auf den ersten Blick. Sie behauptet, dass sie damals nicht einmal wusste, dass er Schauspieler ist. 1975 heirateten Sean und Micheline in Gibraltar und fuhren nach Casablanca in die Flitterwochen. Connerys zweite Frau gilt als geschickte Verhandlungspartnerin und hat häufig seine Verträge mit Filmstudios ausgehandelt und seine Klagen gegen Produzenten und Agenten mit ausgearbeitet.
 
Sean Connery hat übrigens einen Bruder, Neil, der 1938 geboren wurde und jahrelang als Verputzer in Edinburg arbeitete. 1967 erfuhr ein italienischer Filmproduzent von seiner Existenz und setzte ihn in einem katastrophal-schlechten Film ein. Gelegentlich übernimmt Neil noch immer kleinere Rollen und hat Gastauftritte in britischen Billigproduktionen wie The Body Stealers oder in der Fernsehserie Taggart. In der Dokumentation Sean Connery's Edinburgh diente er seinem Bruder als "Lichtdouble". Neil lebt mit seiner Familie ausserhalb von Edinburgh.

Am 29.11.2002 hinzugefügt:
Neue Filme mit Sean Connery sind Finding Forrester (2000) und The League of Extraordinary Gentlemen (2003).
Neue Bücher zu James Bond: James Bond. Die Legende von 007. Scherz Verlag, 2002. Bildband mit 320 Seiten. Bestellen bei Amazon.de. Michael Petzel, Manfred Hobsch: Die Akte James Bond. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2002, 400 S. Mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen von den Dreharbeiten. Bestellen bei Amazon.de.
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Sean Connery. Die Biographie von Siegfried Tesche, auf der dieser Artikel beruht. Henschel Verlag, 2000, 207 S. Bestellen bei Amazon.de. Siehe auch den Artikel Die James Bond Story.
 


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