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Nr. 19, Oktober 2000
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Pop CDs

Anastacia: Not That Kind. Sony, Juli 2000. Bestellen bei Amazon.de. Die heute 26jährige Anastacia Newkirk wurde in New York geboren und wuchs, nachdem ihre Eltern sich scheiden liessen, mit ihrer Mutter in Chicago auf, ehe sie mit 14 Jahren wieder nach New York zurückging. Ihre Mutter trat in Musiktheatern und am Broadway auf, ihr Vater war ein Nachtklub-Sänger. Mit House Music und Freestyle beschäftigte sie sich in Club-MTV und trat in Videos von Salt 'n Pepa, Everybody Get Up sowie Twist And Shout, auf. 1998 schaffte sie es in der MTV-Talentsuche, The Cut, unter die besten zehn Teilnehmer. Ihr Song? Not That Kind ... Obwohl sie nicht zur Siegerin gekürt wurde, gelang ihr damit der erste Schritt zum Durchbruch, denn im März 1999 erhielt sie einen Plattenvertrag. Ein Jahr später schaffte Anastacia schliesslich den Sprung von der Background-Sängerin zur Solistin. Ric Wake, der bereits für Mariah Carey und Celin Dion gearbeitet hat, Sam Watters und Louis Biancaniello sowie Carl Sturken und Evan Rogers, die für den N Sync-Hit God Must Have Spent verantwortlich zeichneten, halfen Anastacia bei ihrem Album Not That Kind. Das Resultat kann sich sehen lassen: rockige, soulige und bluesige Songs, die bei aller kommerziellen Absicht mitzureissen vermögen. Not That Kind ist kein langweiliges Pop-Album, sondern eines mit Charakter, auch wenn hier und da etwas poliert wurde. Anastacia war übrigens in der Schweiz bereits seit April mit Outta Love in den Airplay-Charts ein grosser Erfolg beschieden, u.a. zehn Wochen auf Platz 1. Die Eidgenossen haben den Star noch vor seinem internationalen Aufstieg entdeckt.

Laura Pausini: Tra te e il mare. East West/Warner, September 2000. Bestellen bei Amazon.de. Die Italienerin Laura Pausini gehört nicht nur in ihrem Heimatland zu den Stars der Musikszene. Weltweit hat sie bereits 14 Millionen Alben verkauft (Laura Pausini, Laura, Le cose che vivi, La mia risposta). Laura Pausini hat in den letzten Jahren mit Songwritern wie K.C. Porter (Santana), Tim Rice (Elton John) und David Forster (Celine Dion und Michael Jackson) zusammen gearbeitet. Tra te e il mare, ihr neustes Werk, ist ein sensibles Balladenalbum, das allerdings eine Spur zu sehr auf den Pop-Mainstream ausgerichtet ist. Die Kost ist zumeist eine Spur zu leicht und zu langweilig. Fans werden sagen, dass das Album einen einheitlichen Sound hat. Kritiker werden bemängeln, dass alles ähnlich tönt. Inhaltlich ist der Song Fidati herausragend, in dem Laura Pausini ihre Hörer tröstet und ihnen Hoffnung gibt. Wenn alles schief läuft, solle man nicht aufgeben, sondern weitermachen. Auch sie habe Fehler gemacht. Fidati di me, vertraue mir!
 
Shaggy: hotshot. MCA/Universal, August 2000. Bestellen bei Amazon.de. Der gute Shaggy hatte einst mit Mr. Boombastic und einem eigenwilligen Stil einen Hit gelandet. Sein neues Album Hotshot ist zwar nicht schlechter als seine frühere Musik, doch der Überraschungseffekt hat sich abgenutzt. Dance & Shout, Leave It To Me, Angel und Hope sind nicht schlecht und zumeist in seinem typischen Stil geschrieben, doch den Rest des Albums kann man getrost vergessen. Ein bisschen Fun ist zwar noch immer da und zu Dance & Shout lässt sich, wie der Titel schon sagt, gut tanzen, doch das ist zuwenig, um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.[23.2.2002: so kann man sich täuschen - das Album hat voll eingeschlagen].
 
Marisa Monte: Memories, chronicles and declarations of love. EMI, Juni 2000. Bestellen bei Amazon.de. Die Brasilianerin Marisa Monte ist eine Vertreterin der brasilianischen Popmusik, die sich von Samba, Bossa Nova, Tropicalia, der Musica Popular Brasileira sowie dem amerikanischen und englischen Pop inspirieren lässt, wobei "Inspiration" ein grosses Wort ist. Das Album ist eine Art brasilianisches äquivalent zum neuen Pop-Album der Corrs: zu stark auf Erfolg getrimmt und (fast) ohne jeden künstlerischen Anspruch. Von den dreizehn Titeln überzeugen die zuckrige Liebeserklärung Amor I Love You, das ebenso süsse Sou Seu Sabiá sowie die Bossa Nova Songs Para Ver As Meninas und Gotas De Luar. Der Rest ist zwar manchmal gefällig und eingängig, aber ohne Charakter. Marisa Monte bietet zu sehr Durchschnittsmusik, die schlicht und einfach belanglos ist. Doch die Dame hat Talent und die erwähnten Titel deuten an, dass von ihr vielleicht in der Zukunft doch noch mehr zu erwarten ist. Schliesslich hat sie es in nur eineinhalb Jahren Karriere geschafft, ihre erste Platinplatte einzuspielen. Bei ihrem Auftritt am 21. Oktober im Zürcher Kaufleuten ging die 1967 in Rio de Janeiro geborene Marisa Monte leider im allgemeinen Lärm des Publikums fast unter.
 

Joe Dassin: Ses plus grands succès.  SM Import/Sony. Bestellen bei Amazon.de. Joe Dassin war ein Sänger für einfachere Gemüter. Seine erfolgreichen Songs waren oft französische Coverversionen von amerikanischen Hits. Der 1938 in New York geborene Joe Dassin war ein Kosmopolit mit einem amerikanischen Pass und einem französischen Herz. Er verstarb 1980, kurz nach der Geburt seines zweiten Kindes. Die Zusammenstellung seiner besten 22 Hits enthält das pathetische Liebeslied L'été indien (1975), Klassiker wie Les Champs-Elysées, Coverversionen wie (Paul Simons) Cécilia und (Tony Christies) L'Amérique, beide aus dem Jahr 1970, seine Version des kubanischen Revolutionsliedes Guantanamera (1966) und das volkstümliche La complainte de l'heure de pointe (A vélo dans Paris). Eine CD für Nostalgiker, die naiven Klängen nachtrauern bzw. sich an ihre Jugend zurückerinnern und dabei gerne in Kauf nehmen, dass mindestens die Hälfte der Songs miserabel sind.
 
The Best of The Doors. Zwei CDs, Elektra/Warner, September 2000. Bestellen bei Amazon.de. The Doors, das ist Musik, die restlos überzeugt. Diese Giganten der populären Musik spielten auf einem unübertroffenen und selten erreichten künstlerischen Niveau. Die Best of The Doors Doppel-CD mit 36 Songs gehört in jede Plattensammlung. Nur schon allein die Titel sagen alles über die Qualität dieser Band: Light My Fire, When The Music's Over, Riders On The Storm oder Break On Through, um nur einige der bekanntesten Stücke zu erwähnen. Wie John Densmore (dr), Robbie Krieger (g), Ray Manzarek (key) und Jim Morrison (voc) Poesie, Rock 'n' Roll und andere Musikstile zu verbinden wussten bzw. mit ihnen experimentierten, ist einmalig in der Geschichte der Rockmusik. Das viel zu frühe Ende der 1965 gegründeten Doors kam 1971, als Jim Morrison in Paris von seiner Frau tot in der Badewanne gefunden wurde. Er war noch keine 28 Jahre alt. Von der Rockmusik gelangweilt, hatte er sich vermehrt der schriftstellerischen Tätigkeit zugewandt. Die Band löste sich nach erfolglosen musikalischen Versuchen und der Absage von Iggy Pop, als Nachfolger für Jim Morrison einzuspringen, 1972 auf.
 
Jennifer Lopez: On The 6. Sony, 1999. Bestellen bei Amazon.de. Jennifer Lopez ist (bis heute) weder als herausragende Sängerin noch als Schauspielerin hervorgetreten, sondern nur mit gewagten Kleidern und einem exzentrischen Freund. Ihr Album On The 6 gehört in die Kategorie kommerzieller Mist und wäre keiner Erwähnung wert, wenn sich darauf nicht der Titel Let's Get Loud befände, eine der besten Tanznummern des Jahres 2000. Dafür - und nur dafür - gebührt ihr ein Bravo.
 
Texas: the greatest hits. Mercury/Universal, Oktober 2000. Bestellen bei Amazon.de. Zuerst Country, dann bluesiger Rock und souliger Pop, das ist Texas. Leider manchmal eine Spur zu bieder, ohne Ecken und Kanten. Die von Motown beeinflusste Soulnummer Say What You Want gehört zu den besten Songs, zusammen mit Summer Sun, ein Mix aus Pop, Rock und Soul, sowie Everyday Now. Insgesamt enthält The Greatest Hits von Texas gefällige Musik, die jedoch nicht restlos zu begeistern vermag.
 

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