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John McLaughlin Biographie,
Biografie, CDs, Shakti, Konzert in der Tonhalle
Zürich
John McLaughlin: Gitarre
Zakir Hussain: Tabla
U. Shrinivas: Mandoline
V. Selvaganseh: Ghatam, Kanjira, Mridangam
John McLaughlin: Thieves and Poets. Verve, 2003. CD bestellen bei Amazon.de
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The Heart of Things - Live in Paris. Verve, März 2000. Bestellen bei
Directmedia
Schweiz.
John McLaughlin.
Der britische Komponist, Gitarrist, Pianist und
Synthesizerspieler John McLaughlin ist ein Eklektiker, der
Blues, Bebop, Free und Jazz Rock, indische und Weltmusik spielt - und zwar
akustisch und elektrisch. Er wurde 1942 in Yorkshire, England, geboren. Seine
Mutter spielte Geige und Klavier. John begann mit neun Jahren Klavierstunden
zu nehmen und brachte sich das Gitarrenspiel selbst bei. Zuerst wurde er vom
Blues (Muddy Waters), später von Jazz (Django Reinhardt und Tal Farlow) und
Flamenco beeinflusst. Ende der 1950er Jahre, mit 16, machte er seine erste
Tournee mit den Professors of Ragtime, begann also als professioneller Musiker
zu arbeiten. In den 1960er Jahren war er nicht nur im Jazz zuhause, sondern
spielte auch mit Rockmusikern wie Mick Jagger und Eric Clapton, um nur die
bekanntesten Künstler zu nennen. Alexis Corner, Dave Holland und der Deutsche
Gunter Hampel waren einige seiner Jazzpartner. 1968
schloss sich John McLaughlin Miles Davis an, auf dessen bahnbrechenden Alben
Bitches Brew und In a Silent Way er 1969-70 mitspielte. Damit
begann die Ära des Fusion und des Jazzrock. 1969 war McLaughlin in die USA
emigriert, wo er auch mit Tony Williams (Lifetime) spielte.
Als sich Jazzmusiker wie John Coltrane und Yusef Lateef
der östlichen Musik zuwandten, folgte ihnen John McLaughlin kurze Zeit später
nach. 1970 wurde er ein Anhänger des Gurus Sri Chinmoy und gründete seine
eigene Band, das Mahavishnu Orchestra (mit Jan Hammer, Billy Cobham, Jerry
Goodman und Rick Laird), mit dem er Birds of Fire und The Inner
Mountain Flame aufnahm, die aus ihm einen Star des Jazz-Rock machten.
Durch seinen Guru hatte er sich mit der indischen Musik und insbesondere mit Ravi
Shankar vertraut gemacht. Nach Auflösung
des Mahavishnu Orchestra wandte er sich der Fusion von Jazz und indischer Musik
zu und lernte indische Gesangstechniken. Von 1975 bis 1977 schlug sich das in
der Musik seiner neuen Gruppe, Shakti, nieder. In ihr spielten u.a. L. Shankar
und Zakir Hussain, mit denen er die Alben Shakti, Natural Elements
und A Handful of Beauty aufnahm. Diese musikalische Verbindung von
Orient und Okzident gilt als einer der ersten Vorläufer der "Weltmusik".
Anlässlich der fünfzigjährigen
Unabhängigkeitsfeier Indiens im Herbst 1997 fand Shakti wieder zusammen. Die
CD Remember Shakti: The Believer ist ein Resultat davon. Im Sommer 1999
ging die neuformierte Shakti-Gruppe auf eine
zweite, und im Herbst 2000 auf eine dritte Tournee. Der Tabla-Spieler Hussain
ist der einzige aus der ursprünglichen Formation, der noch mit John
McLaughlin dabei ist. Shakti bedeutet übrigens "kreative Intelligenz, Schönheit und
Kraft" (intelligence, beauty and power).
Nach Shakti hatte John McLaughlin als Sideman
von Billy Cobham, Larry Young und anderen gespielt. Er kreierte auch seine
eigene Gitarre, die sich an der indischen Vina orientierte. Ende der 1970er
Jahre zog er nach Paris, wo er kurz an der Spitze der Jazzrock-Gruppe One
Truth stand. Mit Paco De Lucia und Al Di Meola spielte er danach Flamenco, ehe
er das Mahavishnu Orchestra neu formierte und mit dem Pianisten Bill Evans
arbeitete. 1984 tat er sich erneut mit Miles Davis zusammen. 1988 formierte er
ein akustisches Trio mit TriIok
Gurtu und Dominigue di Piazza. 1994 bildete er das elektrische Trio The Free
Spirits mit Dennis Chambers und Joey De Francesco. 1996 liess er das
legendäre Gitarrentrio mit Paco de Lucia und
Al Di Meola wiederaufleben. Wie bereits erwähnt, ist John McLaughlin heute
wieder mit Shakti unterwegs.
Am 11. Oktober 2000 gaben Shakti mit
John McLauglin (Gitarre),
Zakir Hussain (Tabla), U. Shrinivas (elektrische Mandoline) und
V. Selvaganseh (Ghatam, Kanjira, Mridangam) in der Tonhalle in Zürich ein von
All Blues organisiertes Konzert. Nicht heftige Fusion-Gewitter wie mit
dem Mahavishnu Orchestra, sondern leisere und introspektivere indische Töne
prägten das Konzert, das sich an das aktuelle Shakti-Album The Believer
anlehnte. Gleich von Beginn an war klar, dass keine Fusion auf dem Programm
stand, sondern der Sound des Subkontinents dominieren würde. Sofort stellte
sich ein anderes Zeitgefühl mit längeren Spannungsbögen und repetitiven
Elementen, die stellenweise tranceähnliche Stimmungen erzeugten, ein.
McLaughlins Gitarre fügte sich harmonisch in die Klangwelt seiner drei
indischen Musikerkollegen ein. Nur in einem Stück deutete der Brite für ein
oder zwei Takte härtere Klänge an, doch der Abend schlug natürlich nicht in
ein Rockkonzert um. Der europäische Einfluss liess sich trotzdem nicht
verneinen. Die Struktur der Kompositionen war oft abendländisch beeinflusst.
Rede und Widerrede sowie einzelne Solo-Einlagen liessen westliche Ideen durch
das indische Klangbild hindurchscheinen. John McLaughlin präsentierte seine
Kollegen in erstaunlich gutem Deutsch. Mit dem Tabla-Spieler Zakir Hussain
spielt er schon seit dreissig Jahren zusammen. Erstaunlich war der junge
Shrinivas, nicht nur, weil er zusammen mit McLaughlin die kreativen
Glanzpunkte setzte, sondern auch, weil sein Instrument eine elektrische
Mandoline ist. Das für jeden Kulturkreis ungewöhnliche Instrument fügt sich
jedoch hervorragend in die dargebotene Musik ein. Shrinivas spürte man an,
dass er am wenigsten mit Fusion vertraut war. Der aus Madras stammende
Künstler klang durchgehend am "indischsten", was allerdings nicht
negativ zu verstehen ist. Der vierte
Musiker, Selvaganseh (Ghatam, Kanjira und Mridangam) war mit Zakir Hussain
zusammen eher für die Rhythmik verantwortlich. Zumindest zwei der am Konzert
dargebotenen Kompositionen finden sich auch auf The Believer wieder: Anna
und Maya. Anna ist ein von McLaughlin geschriebener Titel, in
dem er mit seiner Gitarre zu Beginn meditative Töne ohne Tabla-Begleitung
anschlug. Maya stammt von Shrinivas und lässt für die Zukunft dieses
noch jungen Komponisten und Mandolinespielers viel Verheissen. Die
Improvisation sowie Rhythmus- und Tempowechsel kamen in der Tonhalle nicht zu
kurz. Filigrane, zarte Töne wechselten mit ekstatischen Momenten ab.
Humorvolle Einlagen fehlten eben so wenig wie besinnliche Passagen. Alle vier
Musiker erhielten die Chance, sich individuell zu profilieren und ihre auch
rein technischen Möglichkeiten aufzuzeigen. Eine standing ovation war
der verdiente Lohn für ein ohne Pause gespieltes berauschendes Konzert.
Für weitere CD- und Konzertkritiken: Musik.
Für die Seiten des Konzertveranstalters All Blues: Musiclinks.