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The Sixth Sense
Darsteller
Malcolm Crowe
.................BRUCE WILLIS
Cole Sear ..............HALEY JOEL OSMENT
Lynn Sear .......................TONI COLLETTE
Anna Crowe ................OLIVIA WILLIAMS
Tommy Tammisimo .....TREVOR MORGAN
Vincent Gray ...........DONNIE WAHLBERG
Kyra Collins ..................MISCHA BARTON
Stanley Cunningham ........BRUCE NORRIS
Sean ........................GLENN FITZGERALD
Artikel vom Oktober 2000
Der Regisseur von The Sixth Sense,
M. Night Shyamalan, ist der Sohn eines indischen Arztes. 1970 in Madras
geboren, wuchs er in Philadelphia auf. Seine Eltern produzierten seinen
ersten Film, Praying
with Anger, den er im Alter von lediglich 21 Jahren schoss. Darin
spielte Shyamalan auch gleich die Hauptrolle, einen amerikanisch-indischen
Studenten, der für ein Jahr nach Madras geht, woher seine Eltern stammen.
Der Film beeindruckte die Leute von Miramax so sehr, dass sie seinen
zweiten Film produzierten. In Wide Awake dreht sich die Handlung um
einen Jungen, der nicht über den Tod seines Grossvaters hinwegkommt. Für
das von Shyamalan stammende Drehbuch zu The Sixth Sense bezahlte Disney
die hohe Summe von $3 Millionen, die sich als intelligente Investition
herausstellten, da der Film allein in den USA rund $300 Millionen
eingespielt hat.
The
Sixth Sense ist kein Horrorfilm mit
Spezialeffekten, der in einer Videoclipästhetik geschossen wurde. Im
Gegenteil, der Film kommt ohne digitale Bilder aus, und die Geschichte
entwickelt sich langsam, ja schleppend. Da der Drehbuchautor gleichzeitig
auch Regisseur war, gab es bei den Dreharbeiten keine interpretatorischen
Probleme zu bewältigen. The Sixth Sense dreht sich weniger um
Trennung, Tod und Visionen als vor allem um das Thema der Kommunikation
zwischen Menschen. Die Psychologie der verschiedenen Charaktere und vor
allem die Beziehung zwischen dem Kinderpsychologen Malcolm Crowe
(Bruce Willis) und seinem jungen Patienten Cole Sear (Haley Joel Osment)
stehen im Zentrum des Film. Der Star von The Sixth Sense ist
zweifellos der bei den Dreharbeiten elfjährige Osment, der für seine
Rolle als Cole zurecht für einen Oscar nominiert wurde. 1994 hatte Osment
übrigens einen Jugendfilmpreis für seine Rolle als junger Forrest Gump
im gleichnamigen Film erhalten. In The Sixth Sense beweist Bruce Willis
einmal mehr, wie zuvor schon in Terry Gilliams'
12 Monkeys, dass er mehr spielen kann als nur ein eindimensionaler
Actionheld. In Shyamalans Film ist er ein verletzlicher und verletzter
Psychologe, ein Mensch aus Fleisch und Blut.
Cole Sears Leben ist voller
seltsamer Ereignisse ist. Seine Mitschüler halten ihn für einen Spinner.
Zwei schliessen ihn eines Tages hinter einer Türe ein, hinter der
Seltsames vor sich geht. Der Junge ist zu Tode erschrocken und schreit
verzweifelt um Hilfe. Die Mutter bringt ihn daraufhin zu einem Arzt,
übrigens vom Regisseur Shyamalan gespielt, der lediglich meint, die
Erfahrung sei für Cole nicht traumatisch. Daraufhin bringt sie ihn zu
einem Kinderpsychologen, Malcolm Crowe, der zum Mann wird, der Cole helfen
soll.
Cole Sear ist ein sensibler Junge aus einer Einelternfamilie. Er hat
Angst, seiner Mutter (Toni Collette) von seinen Visionen zu erzählen, da
er (zu unrecht) denkt, sie würde ihn wie seine Kameraden für verrückt
halten. Cole braucht eine Weile, bis er zu Malcolm Crowe Vertrauen fasst
und ihm sein bestgehütetes Geheimnis mitteilt: "Ich kann tote
Menschen sehen." Der Kinderpsychologe kämpft selbst mit Problemen.
Seitdem sich ein Patient, dem er zehn Jahre zuvor nicht helfen konnte,
sich vor seinen Augen umbrachte, scheint seine Ehe auseinander zu fallen.
Der Selbstmord liegt bereits ein Jahr zurück.
Der Junge und der Psychologe
helfen sich gegenseitig. Cole erzählt Malcolm von den Toten, die er
sieht. Es sind Gehängte und anderswie gewaltsam zu Tode gekommene
Menschen. Malcolm hat anfangs Zweifel und denkt, er könne dem Jungen eben
so wenig helfen wie einst dem Mann, der sich später vor seinen Augen
umbrachte. Seine erste Analyse: Nach der Scheidung von Coles Eltern leide
der Junge an Angstzuständen, sei sozial isoliert und schwermütig.
Malcolm folgt Cole in eine Kirche, in welcher der Junge lateinische Worte
spricht, die ein Hilfeschrei an Gott bedeuten, wie der Psychologe zuhause
bei der Übersetzung feststellt. Langsam beginnt Malcolm seine Zweifel zu
überwinden und kann zu Cole eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen. Im
Moment des Zweifels sagt ihm der Junge: "Geben Sie nicht auf, Sie
können mir helfen!" Dabei stellt sich sogleich die Frage, wer hier
eigentlich wem hilft.
Malcolm findet beim Abhören der Aufnahmen der Therapiestunden mit Cole
versteckte spanische Stimmen auf dem Band, die sagen: "Yo no quere morir. Salvame!" (Ich
will nicht sterben, rette mich!). Der Kinderpsychologe kann helfen und
gibt Cole zu verstehen, dass er keine Angst vor den Toten zu haben
brauche, da sie wohl nur mit jemandem sprechen möchten, der sie verstehen
kann. Beunruhigend ist, dass, gemäss Cole, diese Menschen nicht wissen,
dass sie tot sind. Zudem sieht er sie überall.
Bis zum letzten Moment sagt
sich der Zuseher, dass es ein unaufdringlicher, empfehlenswerter kleiner
Film ist. Doch weshalb das grosse Medien- und Zuschauerecho? Erst ganz am
Schluss enthüllt Shyamalan einen entscheidenden Punkt ihm Verhältnis von
Malcolm zu Cole, der die ganze Geschichte in einem neuen Licht erscheinen
lässt. Retrospektiv erscheint alles offensichtlich. Doch nicht wie in den
meisten Filmen, in denen man das Ende vorausahnt und allenfalls die Wahl
zwischen zwei möglichen Schlussszenen hat, kommt die Auflösung in The
Sixth Sense völlig unerwartet, gleichzeitig ist sie völlig
logisch. Shyamalan ist bereits mehr als ein talentierter junger
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