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Ghost Dog 1999
The Way of the Samurai
Regisseur: Jim Jarmusch

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Artikel vom November 2000
 
Characters................................actors
Ghost Dog................Forest Whitaker
Louie...............................John Tormey
Sonny Valerio.................Cliff Gorman
Louise Vargo.................Tricia Vessey
Ray Vargo.........................Henry Silva
Johnny Morini.............Vince Viverito
Pearline................... Camille Winbush
 

 
Hinzugefügt am 20. April 2007:

Die Oscar-Juroren fällen hin und wieder richtige Entscheide. 2007 ging der begehrte Academy Award für die beste männliche Hauptrolle an Forest Whitaker für seine Darstellung des Diktators Idi Amin in The Last King of Scotland. Nach Bird (1988) eine weitere Meisterleistung von Forest Whitaker.

Filmografie von Jim Jarmusch:

1999 Ghost Dog: The Way of the Samurai Director, Screenplay
1997 Divine Trash Documentary Subject
1997 Year of the Horse Director
1996 Cannes Man Cameo
1996 Sling Blade Actor
1995 Dead Man Director, Screenplay
1995 The Typewriter, the Rifle and the Movie Camera Actor
1995 Blue in the Face Actor
1994 Tigero: a film that was never made Actor
1994 Iron Horseman Actor
1993 When Pigs Fly Executive Producer
1993 Coffee and Cigarettes III (somewhere in California) Director
1992 In the Soup Actor
1991 Night on Earth Screenplay
1990 The Golden Boat Actor
1989 Mystery Train Director, Screenwriter
1989 Leningrad Cowboys Go America Actor
1988 Helsinki Napoli All Night Long Actor
1988 Coffee and Cigarettes II Director, Screenwriter
1987 Straight to Hell Actor
1987 Candy Mountain Actor
1986 Sleepwalk Camera Operator
1986 Down By Law Director
1986 Coffee and Cigarettes Director, Screenwriter
1984 Stranger Than Paradise Director, Screenwriter, Music
1983 Burroughs Sound
1982 Permanent Vacation Producer, Director, Screenwriter, Music
1982 Fräulein Berlin Actor
1980 Underground U.S.A. Sound
1980 Lightning Over Water Production Assistant





Jim Jarmusch ist ein Regisseur, der seine Drehbücher immer selber schreibt. In seinem Film Ghost Dog aus dem Jahr 1999 spielt Forest Whitaker einen mysteriösen Killer, Ghost Dog, der in einer Hütte auf einem Hausdach nach den Prinzipien des alten japanischen Buches Hagakure: Das Buch des Samurai lebt. Darin steht: "Der Weg des Samurai findet sich im Tod. Meditiere täglich über den unvermeidbaren Tod. Jeden Tag, sobald Körper und Geist befriedet sind, meditiere man darüber, von Pfeilen und Schwertern zerrissen, von wogenden Welten davongetragen, in einem grossen Feuer zu verbrennen, vom Blitz erschlagen, von Erdbeben zu Tode geschüttet zu werden, von hohen Klippen zu stürzen, durch Krankheit zu sterben oder beim Tode seines Herrn Seppuku zu begehen. Und jeden Tag fasse man ganz bestimmt den Tod ins Auge. So beschaffen ist der Weg des Samurai." Immer wieder blättert Ghost Dog geistig in Hagakure, erinnert sich an Kernsätze, die sein Handeln allgemein sowie in speziellen Situationen leiten.
 
Vor Jahren rettete der Gangster Louie (John Tormey) Ghost Dog das Leben, als einige weisse Jungs dabei waren, in zusammen zu schlagen. Später wird Ghost Dog, der Louie einen Gefallen zu schulden glaubt, zu dessen Killer für spezielle Aufgaben. Seitdem hat Louie seinen Auftragsmörder nie mehr direkt gegenüber gestanden, denn Ghost Dog kommuniziert nur über Brieftauben mit ihm. Eines Tages erhält er den Auftrag, Handsome Frank (Richard Portnow) umzulegen. Leider ist am Tatort Louise (Tricia Vessey), die Tochter des Mafiabosses Ray Vargo (Henry Silva) zugegen, weshalb der Boss entscheidet, dass Ghost Dog beseitigt werden muss. Die Einwände von Louie, Ghost Dog habe in den letzten vier Jahren zwölf perfekte Jobs erledigt, er sei deshalb höchst wertvoll, zudem für die Polizei unauffindbar, wie ein Geist (Ghost), und hätte er von der Präsenz der Tochter gewusst, so hätte er sich bestimmt zurückgezogen, können die anderen Mafiosi nicht erweichen, insbesondere nicht Sonny Valerio (Cliff Gorman). Louie kontaktiert seinen Killer für spezielle Aufgaben einmal pro Jahr, am ersten Herbsttag. Der Mafioso weiss nicht einmal, wo Ghost Dog wohnt. Der Killer hat Louie immer Respekt gezeigt, wie ein echter Samurai. Diesen professionellen Mörder auszuschalten, dürfte gefährlich werden. Doch Louie hat keine Möglichkeit, wenn er nicht selber sein Leben lassen will.
 
In Hagakure steht, die grösste Schande für einen Samurai sei, wenn sein Meister getötet werde, wodurch er zum Ronin wird. Dadurch gerät Ghost Dog in einen Zwiespalt, denn Hagakure sagt, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht und dass er als Gefolgsmann loyal gegenüber seinem Herrn Louie sein muss. Gleichzeitig ist klar, dass Ghost Dog sich von den Mafiosi nicht einfach so beseitigen lassen will. Ein Showdown mit den Gangstern wird unvermeidlich. Ghost Dog sendet den Mafiosi kryptische Nachrichten. Ray Vargo realisiert, dass es sich dabei um Kriegspoesie handelt. Und tatsächlich, zwischen dem einsamen Killer und den Mafiosi beginnt ein gnadenloser Kampf.
 
Der Film ist gespickt mit Jim Jarmuschs speziellem Humor. Als Louie seinen Mafiafreunden den seltsamen Namen des Killers enthüllt, beginnen die Gangster eine Diskussion über allerlei kuriose Namen. Sonny bemerkt, dass insbesondere Rapper spezielle Namen tragen. Sein Liebling ist ein Mitglied von Public Enemy, Flavor Flav. Ray Vargo trägt die Analogie weiter zu Indianernamen wie Crazy Horse und Black Elk. Und dann beginnt Ray vor seinen Mafiafreunden einen Elch zu imitieren.
 
Forest Whitaker ist einer der besten schwarzen Schauspieler der USA, vielleicht sogar der African-American Schauspieler. Der hünnenhafte, 250 Pfund schwere Whitaker spielt den Killer mit seiner üblichen Sensibilität, einer berührenden Zerbrechlichkeit, mit sanfter Stimme und ebensolchen Bewegungen. In Ghost Dog hat er allerdings auch einige schwächere Momente, so bei den Schwert- und anderen Kampfübungen, die er auf dem Hausdach durchexerziert. Whitakers sonst überzeugende Leistung kann den Film von Jim Jarmusch nicht retten. Ghost Dog enthält zwar mehrere clevere Elemente und Geschichten wie die Beziehung zwischen dem Killer und einem nur französisch sprechenden Eisverkäufer aus Haiti, Raymond. Dieser ist Ghost Dogs bester Freund, obwohl - oder vielleicht gerade weil - sich die zwei nicht verstehen. Oder da ist das kleine Mädchen, Pearline (Camille Winbush), mit der Ghost Dog über japanische Bücher diskutiert. Doch alles zusammen gibt keinen von Anfang bis Ende packenden Film. Brillant bizarre und amüsante Elemente hier und da genügen nicht. Zwar liest Ghost Dog in Hagakure, dass das Leben eine "Abfolge von Momenten" ist und, insofern, ist der Film durchaus kohärent, doch die ultimative Zutat, die aus Ghost Dog einen herausragenden (Kult-) Film machen würde, fehlt. -
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Forest Whitaker wurde 1961 in Longview, Texas, geboren. Sein Vater verkaufte Versicherungen, seine Mutter war eine Sonderschullehrerin. Die Familie zog nach Kalifornien, als Forest noch ein Kind war. Dank seiner Grösse und seinem Gewicht war er ein erfolgreicher Footballspieler, was ihm ein Stipendium am Pomona College einbrachte. In seinem ersten Jahr trat er dort in Theateraufführungen auf und wurde von einem Hollywood-Agenten entdeckt. 1982 erhielt er eine erste kleine Rolle in der Komödie Fast Times At Ridgemont High. Der Tenor Forest Whitaker überzeugte ebenfalls als Sänger. Dank seiner Stimme erhielt er ein Stipendium, um klassische Musik an der University of Southern California zu studieren. Später erhielt er dank einem extra für ihn eingerichteten Scholarship die Möglichkeit, sich am Drama Studio of London weiterzubilden. 1985 spielte Forest Whitaker in Vision Quest und in North and South, 1986 in North and South II, in Oliver Stones Platoon sowie in Martin Scorseses The Color of Money. 1987 war er in Stakeout und in Barry Levinsons Good Morning Vietnam zu sehen. Seine erste Hauptrolle in seinem wohl bis heute besten Film erhielt Forest Whitaker 1988 in Clint Eastwoods Bird, einer Biographie der Saxophonlegende Charlie Parker. Sein jüngerer Bruder, Damon Whitaker, wurde als junger Charlie Parker eingesetzt. Forest Whitakers Leistung in Bird brachte ihm am Filmfestival von Cannes, der Film spielt ja weitgehend in Paris, zurecht den Preis als bester Schauspieler ein. Zudem wurde er für einen Golden Globe nominiert. 1990 spielte Forest Whitaker in Johnny Handsome und in Criminal Justice. Für den zweiten Film erhielt er eine Cable ACE-Nomination. 1991 folgte A Rage in Harlem, 1992 Diary of a Hit Man und Consenting Adults. Ebenfalls 1992 hatte er die Hauptrolle in Neil Jordan's The Crying Game, worin er Jody, einen gekidnappten britischen Soldaten, spielt. 1993 war Forest Whitaker in Abel Ferraras Body Snatchers und in Bank Robber zu sehen. 1994 folgten Auftritte in Robert Altmans Prêt-à-Porter, in Jason's Lyric sowie in The Enemy Within, wofür er eine Screen Actor's Guild Award-Nomination erhielt. Ebenfalls 1994 folgte Blown Away, ein Jahr später Wayne Wangs Smoke und Roger Donaldsons Species sowie 1996 John Turtletaubs Phenomenon. Nach einigen kleineren Projekten drehte Forest Whitaker seinen ersten Film für den Kabelsender HBO. Das Drama mit dem Namen Strapped brachte ihm am Toronto Film Festival den Preis als bester neuer Regisseur ein. 1995 hatte er mit Waiting to Exhale sein Debüt als Regisseur eines Kinofilms. 1998 führte er in Second Chance mit Sandra Bullock, Harry Connick Jr. und Gena Rowlands Regie. Forest Whitaker heiratete 1996 das Model Keisha Nash. Zusammen haben sie zwei Töchter (Sonnet Noel und True Summer). Aus einer früheren Beziehung hat Forest Whitaker einen Sohn mit dem Namen Ocean. [Hinzugefügt am 20. April 2007: 2007 ging der begehrte Academy Award für die beste männliche Hauptrolle völlig zurecht an Forest Whitaker für seine Darstellung des Diktators Idi Amin in The Last King of Scotland].
 
Jim Jarmusch wurde 1953 in Akron, Ohio, geboren. 1971 graduierte er von der Cayahoga Falls High School. Noch im selben Sommer ging er an die Northwestern University und studierte ein Jahr lang Journalismus. Dann wechselte er sein Major in englische Literatur und ging zum Studium nach Paris. Dort entdeckte er das französische Kino und entschied sich, gleich ein ganzes Jahr in Frankreich zu bleiben. Zurück in den USA wechselte er an die Columbia University, an der er mit einem B.A. in englischer Literatur abschloss. Danach ging er an die Tisch School of the Arts in New York City, um Film zu studieren. Im Big Apple war er in einem Workshop für Regisseure an der New York University Assistent von Nicholas Ray, der den Film Rebel Without a Cause mit James Dean gedreht hatte. Die zwei wurden Freunde und Nicolas Ray half später Jim Jarmusch, seinen ersten  Spielfilm, Permanent Vacation (1982), zu drehen, der von Kritikern viel Lob erhielt. Später baute Jarmusch sein 30minütiges Graduation-Project, New World, in den Spielfilm Stranger Than Paradise (1984) aus. Mit dem Kultfilm gewann er am Filmfestival von Cannes die Camera d'Or als bester neuer Regisseur. 1986 drehte Jim Jarmusch Down By Law, einen Film in ähnlichem Stil. 1987 erhielt er am Filmfestival von Cannes für Mystery Train den Preis für den Besten Künstlerischen Beitrag. Jim Jarmusch schreibt alle seine Drehbücher selbst. Hin und wieder spielt er kleine Rollen in den Filmen anderer Regisseure.