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Cuno Amiet
Biographie, Biografie, Ausstellung
im Musée Rath in Genf bis am 7. Januar 2001
 
Nr. 21, Artikel vom Dezember 2000


Die Werke von Cuno Peter Amiet (1868-1961) wurden in Gruppenausstellungen in Genf seit 1896 gezeigt, doch erst 1948 co-organisierte die Rhone-Stadt anlässlich des 80. Geburtstags des Künstlers eine erste monographische Schau seiner Arbeiten, die in mehreren Schweizer Städten zu sehen war. Die noch bis am 7. Januar 2001 dauernde und in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bern organisierte Ausstellung im Musée Rath war deshalb überfällig. In Genf sind diesmal rund 100 Werke von Amiet zu sehen, die in den Jahren 1892 bis 1922 entstanden. Zusammen mit Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti gilt Cuno Amiet als der Wegbereiter der Schweizer Moderne. - Bücher zu Cuno Amiet bei Amazon.de.
 
Biographie/Chronologie (basierend auf dem Ausstellungskatalog)
 
Cuno Amiet wurde 1868 als Sohn des Gerichtsschreibers und Archivars von Solothurn geboren. Der Maler Walther von Vigier (1851-1910) nahm Cuno hin und wieder in sein Atelier, wo der damals zehnjährige Junge dem Künstler Modell stand. 1882 nahm Amiet bei Heinrich Jenny (1824-1891) Zeichenunterricht. Ein Jahr später malte der Junge sein erstes Selbstporträt (Kat. Nr. 1). Im Sommer 1884 begegnete er dem Maler Frank Buchser (1828-1890), einem Freund seines Vaters, der nach einigem Zögern dem Wunsch seines Sohnes, Maler zu werden, nachgab. Zwei Jahre später schloss Amiet seine Matura erfolgreich ab. Zusammen mit seinem Lehrer Frank Buchser malte er zwischen Herzogenbuchsee und Koppigen erstmals in der Natur.
 
Im Herbst reiste er mit dem Aquarellisten Paul Demme nach München, um dort an der Akademie zu studieren. Zu seinen Lehrern gehörten Caspar Ritter (ein Schweizer), Gabriel Häckl, Karl Raupp und Nikolaus Gysis. 1887 begegnete Amiet dem Schweizer Maler Giovanni Giacometti in München, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. In München gehörten sie dem Schweizer Kreis um Franz Baur, Max Buri, Wilhelm Balmer, Emil Dill, Walter Mettler, Charles Welti, Hans Beat Wieland sowie dem zukünftigen Bundesrat Felix Calonder an.
 
1888 absolvierte Amiet zusammen mit Giacometti und Andrea Robbi die Rekrutenschule in Bellinzona. Im Mai, zurück in München, waren sie an der Internationalen Kunstausstellung von den Werken von Jules Bastien-Lepage und James MacNeill Whistler beeindruckt. Amiet und Giacometti entschieden sich dafür, ihre Ausbildung in Paris fortzusetzen, wo sie im Oktober 1888 eintrafen. Sie pflegten den Kontakt zu den Schweizer Künstlern Walter Mettler, Max Leu, Hugo Siegwart, Emil Beurmann, Hans Emmenegger und Andrea Robbi. Amiet und Giacometti studierten zusammen an der Académie Julian an der Seite von Pierre Bonnard, Edouard Vuillard, Maurice Denis und Paul Sérusier, die kurz zuvor die Künstlergruppe der Nabis gegründet hatten. Zu ihren Professoren gehörten Adolphe William Bourguereau, Tony Robert-Fleury und, später, Gabriel Ferrier.
 
1889 stellte Amiet am Pariser Salon sein Portrait von Giovanni Giacometti aus. In den Sommerferien malte er an der Seite von Frank Buchser in Feldbrunnen das (verschollene) Gemälde Mädchen mit Erdbeeren. Im Jahr darauf bewunderte er im Musée du Luxembourg Manet's Olympia, während dem Giacometti mehr von Millets Werken angezogen wurde. Am 22. November 1890 verstarb Frank Buchser in Feldbrunnen. 1891 war Amiet von Hodlers Die Nacht (1890) beeindruckt, die er am Pariser Salon du Champ-de-Mars sah. Er kehrte nach Solothurn zurück und besuchte die Unteroffiziersschule.
 
Ende März kehrte Amiet nach Paris zurück, wo er im Atelier von Hugo Siegwart arbeitete. Doch er war vom akademischen Unterricht enttäuscht. Auf den Rat des ungarischen Malers Hugo Poll reiste er im Mai 1892 nach Pont-Aven in die Bretagne, wo er bis Juni 1893 blieb. Dort kam er mit den Werken von Paul Gauguin, der bereits zu seiner ersten Tahiti-Reise aufgebrochen war, in Kontakt. Emile Bernard zeigte ihm dort die ersten Werke von Vincent Van Gogh und erzählte ihm von Paul Cézanne. Zu seinen Freunden gehörten die Maler Paul Sérusier und Roderic O'Connor aus Irland, der Amiet in die Kunst Van Goghs, den Divisionismus von Seurat sowie den Gebrauch reiner Farben einführte. Zufälligerweise traf Amiet Auguste Renoir und seine Familie. In Pont-Aven schloss Amiet auch Freundschaft mit Marie Derrien Lagadu, die in der Pension Gloanec angestellt war und früher bereits von Gauguin und Sérusier portraitiert worden war.
 
Amiets Vater versuchte erfolglos, einige Bilder seines Sohnes in Hellsau zu verkaufen. Da Cuno seinem Vater nicht weiter finanziell zur Last fallen wollte, reiste er schweren Herzens zurück in die Schweiz, wo er zuerst beim Dekorationsmaler Franz Baur unterkam. Amiet arbeitete selbst an Dekorationsarbeiten mit und konnte so rasch sein eigenes Atelier im Dachboden des väterlichen Hauses in Solothurn einrichten.
 
1893 traf Cuno zum ersten Mal Ferdinand Hodler, den er daraufhin in seinem Atelier in Bern besuchte und von dessen symbolistischer Malerei er beeinflusst wurde. Gleichzeitig Amiet nahm in jenem Jahr erfolglos am Salon des Indépendants teil. 1894 knüpfte er Kontakte zu den Basler Malern Wilhelm Balmer, Emil Beurmann, Franz Baur und zum Kunstkritiker Hans Trog. Sie bewogen ihn dazu, eine Arbeiten in der Kunsthalle auszustellen, die dann leider in einem Artikel in den Basler Nachrichten der Lächerlichkeit preisgegeben wurden. Amiet nahm auch erfolglos am Wettbewerb zu Dekoration des Bundesgerichts in Lausanne teil.
 
1895 starb Amiets Vater. Cuno arbeitete im Sommer in einem zweiten Atelier in Hellsau und besuchte seinen Freund Giovanni Giacometti in Stampa. Seine Basler Freunde wiederum kamen zu ihm nach Hellsau. 1896 sandte Amiet sein Gemälde Der kranke Junge an die Sezession in München, die erneut seine Teilnahme ablehnte. Cuno malte daraufhin den jungen Bettler Otti (Kat. 26). Der Direktor der Papierfabrik Biberist, Oscar Miller, begann sich zu jener Zeit, anlässlich der Schweizerischen Nationalausstellung in Genf, für seine Kunst zu interessieren. Miller besuchte Amiet in Begleitung von Hodler in Solothurn und kaufte Das Paradies (Kat. 23). Den Sommer 1896 verbrachte Amiet wiederum bei Giovanni Giacometti in Stampa sowie sechs Wochen in einer Hütte im Val da Cam.
 
1896 lernte Amiet den Maler Giovanni Segantini kennen, dessen Divisionismus ihn neben dem Neoimpressionismus bereits seit 1993 beeinflusst hatte. Im Jahr darauf sollten Hodler, Giacometti und Amiet an der Ausführung von Segantinis monumentalem Gemälde Das Engadin für den Schweizer Pavillon der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 beteiligt werden, doch das Werk wurde nie realisiert. Amiet erhielt von Oscar Miller den Auftrag, ein Portrait von Ferdinand Hodler zu malen, und er nahm mit drei Werken an der Internationalen Kunstausstellung in München teil. Im November 1987 verlobte er sich in Hellsau mit Anna Luder.
 
1898 nahm der an der V. Nationalen Kunstausstellung der Schweiz in Basel teil und das Künstlerhaus in Zürich organisierte im April eine kleine Hodler-Giacometti-Amiet-Ausstellung. Am 16. Juni heiratete er Anna Luder aus Hellsau. Seine Schwester Rosa sowie Giovanni Giacometti sind die Trauzeugen. Das Paar zieht in eine Wohnung in Oschwand. Amiet richtet sich in der Nähe ein Atelier ein.
 
1899 sind Oscar Miller und einige Basler Freunde noch immer die einzigen Käufer seiner Bilder. 1900 sind Amiet und Giacometti an der Weltausstellung in Paris präsent. Amiet erhält für sein Gemälde Richesse du soir eine Silbermedaille. Im darauffolgenden Jahr wurde Alberto Giacometti in Stampa geboren, Amiet wurde sein Pate. Amiet sandte drei Gemälde an die Ausstellung der Sezession in Wien und fünf an die VI. Nationale Kunstausstellung der Schweiz in Vevey. Zusammen mit Wilhelm Balmer übernahm Amiet die Dekoration der Fassade des Basler Rathauses anlässlich des 400. Geburtstages des Basler Beitritts zur Eidgenossenschaft. Amiet dekorierte das Café Bavaria in Solothurn mit sechs Sujets und illustierte die Gedichte von Adolf Frey. 1901 hatte seine Frau Anna eine Totgeburt. Cuno reagierte darauf mit einem symbolistischen memento mori in Form des Triptychons L'Ephémère.
 
1901 begann Amiet auch seine Zusammenarbeit mit Ferdinand Hodler, der ihm neue stilistische und thematische Horizonte eröffnete. Der Symbolismus, die nordischen und deutschen Alten Meister sowie die Repräsentation der Figur rückten in sein Blickfeld. Hodler und Amiet wollten zusammen die Mauerdekorationen für das Kunstmuseum Solothurn schaffen. Das Projekt wurde 1902 aufgegeben. In jenem Jahr bereiste Amiet mehrere deutsche Städte, darunter Dresden. In Genf stellte er zusammen mit seiner Schülerin Frieda Liermann aus, ohne jedoch das gewünschte Echo zu erzielen. Für die erwähnte Ausstellung schuf er sein erstes Plakat, das einen Apfelbaum voller Früchte zeigte.
 
1904 war Amiet mit Hodler wieder an der Sezession in Wien beteiligt. Damit begann seine expressionistische Phase. Er traf Carl Moll, Gustav Klimt, Kolo Moser und Gustav Mahler. 1904 adoptierte Amiet seine Nichte Greti Adam (1900-1979). 1905 zeigte das Zürcher Künstlerhaus 37 seiner Werke. Die Ausstellung war danach in der Galerie Richter in Dresden zu sehen. Sie war zwar ein kommerzieller Misserfolg, doch dadurch kam er in Kontakt mit den späteren Mitgliedern der expressionistischen Künstlervereinigung "Die Brücke". In München erhielt Amiets Gemälde Richesse du soir an der IX. Internationalen Kunstausstellung eine Goldmedaille verliehen. Das Werk La Lessive wurde von einer Schweizer Jury abgelehnt. Amiet hatte Probleme mit Ferdinand Hodler, der ein Jurymitglied war, und begann sich langsam, von ihm und seinen Theorien zu distanzieren. Richard Kisling aus Zürich begann erste Werke von Amiet anzukaufen. Ebenfalls im Jahr 1905 adoptierten die Amiets ein zweites Mädchen, Lydia Friedli (1896-1976).
 
1906 nahm Amiet an der Ausstellung der Berliner Sezession teil. Im September wurde er von der Künstlervereinigung "Die Brücke", gegründet von Bleyl, Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff, eingeladen, ihr beizutreten, was er denn auch tat. Bei ihrer ersten Ausstellung in der Lampenfabrik Seifert in Dresden-Löbtau war er zugegen. Amiet half den Expressionisten, in der Schweiz auszustellen und von Sammler zur Kenntnis genommen zu werden. In Amiets Landschaften war kein Platz für Menschen und die Arbeit auf den Feldern. Es ging ihm um den Ausdruck seiner Persönlichkeit und seiner Beziehung zur Natur, was sich in starken Farben und einer freien Interpretation ausdrückte. In seinen Darstellungen des Menschen drückte er nicht wie die Expressionisten innere Seelenqualen aus. Amiet war kein Maler psychologischer Vorgänge. Doch wie sie hatte er mit der traditionalistischen Akademiemalerei gebrochen.
 
1907 stellte "Die Brücke" in der Galerie Richter in Dresden aus. Amiet war mit seinem Holzschnitt Giovanni Giacometti lesend vertreten. Er reiste nach Paris an den Salon des Indépendants. "Die Brücke" stellte im Kunstmuseum Solothurn aus. Josef Müller und seine Schwester Gertrud beginnen, die Werke von Amiet zu sammeln. Im Herbst reiste Amiet nochmals nach Paris, um zusammen mit Giovanni Giacometti und Franz Baur die Cézanne-Ausstellung anzuschauen. Richard Kisling lieh Amiet ein Jahr lang Van Goghs Deux Fillettes aus, die der Künstler zusammen mit Giacometti kopierte, um es so besser zu verstehen. Von 1907 bis 1910 kehrte Amiet zu Van Goghs expressionistischer Malerei zurück und wurde immer stärker von "Die Brücke" beeinflusst.
 
1908 fand im Zürcher Künstlerhaus eine Van Gogh-Ausstellung statt, die es Amiet erlaubte, sich noch stärker mit dem Werk dieses Vorbildes auseinanderzusetzen (siehe das Foto von Im Garten, um 1910, Katalog Nr. 85, das Van Goghs Einfluss auf Amiets Malerei, seine Technik und Motive, verdeutlicht). 1908 liess sich Amiet vom Berner Architekten Otto Ingold in Oschwanden ein Haus im Jugendstil erbauen. Gertrud Müller beteiligte sich finanziell daran. Das Haus wurde in der Zeitschrift Schweizerische Bauzeitung vorgestellt. Amiet widmete dem Bau mehrere Ölgemälde und Pastelle. Er erhielt ein Telefon - mit der Anschlussnummer 16. Im Sommer besuchte Amiet Giacometti in Maloja, der danach zu ihm nach Oschwanden kam, wo sie Van Goghs Le Surveillant en chef de l'hospice Saint-Paul (Ch. E. Trabuc) studierten, das ihnen Gertrud Müller einige Wochen zum Studium überliess. Amiet stellte seine Gemälde am Pariser Salon des Indépendants und danach in Zürich, Aarau und Winterthur aus. Er hatte auch eine erneute Gruppenausstellung mit "Die Brücke", diesmal in Kopenhagen und in Christiania (Oslo), sowie mit Giovanni Giacometti in der Dresdner Galerie Richter. Schüler aus der Schweiz und dem Ausland kamen zum Studium nach Oschwand. Vor allem ab 1913 bis um 1938/39 wurde Amiets Domizil zu einem Pilgerort für Künstler und Kunstliebhaber.
 
1909 nahm Amiet an den Internationalen Kunstausstellungen in Wien und München teil und sandte Werke an "Die Brücke". Mit dem Ehepaar Miller reiste er nach Florenz. Er traf Professor Eberhard Grisebach, den Direktor des Jenaer Kunstvereins. Zusammen mit Giacometti stellte Amiet bei Thannhauser in München aus.
 
1910 waren Amiets Werke in der Sezession in Berlin, als Mitglied von "Die Brücke" in Leipzig, am Nemszeti Szalon in Budapest und an der 10. Nationalen Kunstausstellung der Schweiz in Zürich zu sehen. Mit "Die Brücke" stellte Amiet auch in der Galerie Arnold in Dresden aus. Das neue Kunsthaus in Zürich gab ihm den Auftrag, die Werke Die Wahrheit und, später (1910-17), Jungbrunnen für das Gebäude zu realisieren. Amiet nahm auch an der Inaugurationsausstellung des Kunsthauses Zürich teil. Das Werk Im Garten (1910; Kat. 85, unten abgebildet) zeigt von Sujet und Farbauftrag her klar den Einfluss van Goghs auf.
 
1911 reiste Amiet mit Giovanni Giacometti und Gertrud Müller nach Rom, wo er an der Internationalen Kunstausstellung teilnahm. Er befreundete sich mit dem Kunsthistoriker Professor Wilhelm Worringer und dem Germanisten Professor Samuel Singer. Amiet reiste nach München, wo er Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Paul Klee (den er bereits kannte), Louis Moilliet, August und Helmut Macke sowie Heinrich Campendonck begegnete. In Köln nahm er an der Ausstellung "Kunst unserer Zeit" teil. Professor Eberhard Grisebach aus Jena besuchte ihn in Oschwand.
 
1912 kaufte sich Amiet den an sein Haus angrenzenden Bauernhof in Oschwand, den er zu seinem Atelier umbaute. Er trat der Schweizer Gruppe "Moderner Bund" bei. Amiet stellte in der Eröffnungsausstellung der Galerie Hans Goltz in München, an der Grossen Kunstausstellung in Dresden, an der Internationalen Kunstausstellung in Amsterdam sowie sieben Werke als Schweizer Repräsentant an der Ausstellung Sonderbund in Köln aus, wo er zum ersten Mal die "Brücke"-Maler Kirchner und Heckel sowie Edvard Munch traf. Amiet hatte eine Einzelausstellung bei Thannhauser in München, er stellte mit August Macke im Kunstverein in Jena, mit "Die Brücke" in der Galerie Gurlitt in Berlin, in der Galerie Commeter in Hamburg und in der Galerie Bangel in Frankfurt a. M. aus. Die Galerie Arnold in Dresden präsentierte eine Werkgruppe Amiets.
 
1913 löste sich "Die Brücke" wegen Meinungsverschiedenheiten auf. Amiet stellte mit Giovanni Giacometti zusammen in der Galerie Hans Goltz in München aus und nahm an der Internationalen Kunstausstellung in München teil, wo er für Die Ernte eine Goldmedaille erhielt. Die Galerie des Jenaer Kunstvereins erwarb sein Werk Nu d'une fille debout avec fleurs. Die Präsidentin des Kunstvereins Halle, Frau Weise, liess ihre blonden Kinder von Giacometti, ihre braunhaarigen von Amiet portraitieren. Amiet nahmmt an privaten Kunstausstellungen des Frankfurter Kunstvereins teil. Das Kunsthaus Zürich präsentierte 33 seiner Werke aus der Sammlung von Richard Kisling. Die Amiets begannen sich um Mineli (Hermine) von Ballmoos (1905-1990) zu kümmern. 1913 begann Amiet Skulpturen zu realisieren. Bis 1927 entstanden insgesamt 22.
 
1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Im Herbst nahm Amiet Ernst Morgenthaler als Schüler auf. Das Kunsthaus Zürich zeigte die eingangs erwähnte umfassende monographische Schau mit 201 Werken von Amiet. Zusammen mit Giacometti stellte er in der Galerie Goltz in München aus. Klee sowie Alexej von Jawlensky, der seit Kriegsbeginn am Genfersee wohnte, besuchten erstmals Amiet in Oschwand. 1915 kamen Jawlensky und Marianne von Werefkin Amiet nach Oschwand. Zusammen mit Jawlensky stellte Amiet im Kunstsalon Wolfsberg in Zürich aus. Der spätere Schweizer Literatur-Nobelpreisträger Carl Spitteler besuchte Amiet in Oschwand. 1917 vereinte eine Kollektivausstellung im Kunsthaus Zürich Werke von Amiet, Giacometti, Hermann Haller und F. Trillhaasse. Im Mai vollendete Amiet seinen Beitrag zur Dekoration des Kunsthauses Zürich, den Jungbrunnen. Auf Wunsch von Jawlensky reiste Amiet nach Berlin, um von dort ein Werk Van Goghs, das dem Russen gehörte, in die Schweiz zu bringen. Der Sammler Richard Kisling starb. 1918 endete der Erste Weltkrieg und Amiet feierte seinen 50. Geburtstag. Seine Frau offerierte ihm einen Block aus Sandstein, der ihn zur Realisierung von Skulpturen anregen sollte. Er fertigte daraus eine Büste Anna Amiets. Hodler starb in Genf. Den Weg in die Abstraktion hatte Amiet nicht mitgemacht.
 
1919 verlieh die Universität Bern Amiet einen Doktortitel honoris causa. Die Kunsthalle Bern ehrte ihn mit einer Einzelausstellung, die ein Publikumserfolg wurde. Amiet knüpfte Kontakte zum Redaktor des Rheinlandes, Wilhelm Schäfer. In Neuenburg stellte er 90 Werke aus. 1920 begann Amiets Beziehung zum Berner Sammler Fritz Trüssel. Der Kunstsalon Wolfsberg in Zürich organisierte eine Einzelausstellung. Die Amiets nahmen den Sohn des Schriftstellers Hermann Hesse, Bruno, als Schüler und Pensionär auf. 1921 wurde die Sammlung von Oscar Miller, die viele Werke Amiets enthielt, in der Kunsthalle Bern gezeigt. In Basel fand eine Einzelausstellung statt. 1922 hielt sich Amiet in Leipzig auf, wo er mit vier Gemälden an der Ausstellung des Kunstvereins teilnahm. Das Kunsthaus Zürich zeigte erneut eine Einzelausstellung und in Wiesbaden waren drei seiner Werke in einer thematischen Ausstellung zu sehen.
 
1923 wurde Amiet einer der ersten Autobesitzer in seiner Region. Er reiste für die Internationale Kunstausstellung nach Rom. 1924 besuchte ihn Lovis Corinth in Oschwand. 1925 sandte Amiet Werke an die Royal Academy of Arts in London und nahm an der grossen Ausstellung Schweizer Kunst in Karlsruhe teil. 1925/26 erhielt er mehrere Aufträge für Wandgemälde. 1927 sandte er Stiche für eine Ausstellung nach Florenz und realisierte fünf Fresken in Bern. Anlässlich seines 60. Geburtstages im Jahr 1928 ehrte ihn das Kunstmuseum Bern u.a. mit Werken von 13 seiner Schüler. Amiet nahm auch an der Internationalen Kunstausstellung in Dresden teil. 1929 wurde seine Werke in Ulm gezeigt, und er realisierte fünf Fresken für die Villa Stämpfli in Bern.
 
1930 begann Amiets Kontakt mit dem Berner Sammler Eugen Loeb. Mit drei Werken nahm er an der Carnegie International Exhibition of Paintings in Pittsburgh teil. 1931 wurden alle 51 in München ausgestellten Werke Amiets im Brand des Glaspalastes zerstört. Der Bundesrat bekundete ihm daraufhin kollektiv sein Beileid. Amiet malte mehrere Wochen lang in Hilterfingen am Thunersee. Für die Kirche in Seeberg realisierte er die zwei Fresken Die Kreuzigung und Die Wiederauferstehung.
 
Von 1932 bis 1939 hielt sich Amiet mehrmals für längere Zeit in Paris auf, wo er bis 1947 ein eigenes Atelier besass. 1932 stellte er in der Pariser Galerie Georges Petit auf. Die von Max Kaganovitch organisierte Ausstellung markierte einen neuen Aufschwung in seinem Schaffen und zeigte den französischen Einfluss auf seine Kunst. Zwei Amiet gewidmete Monographien erschienen 1932. 1933 starb Giovanni Giacometti. Amiet stellte mit Hans Berger im Kunstverein Glarus aus. 1934 zeigte die Pariser Galerie Le Portique seine Werke. Amiet hielt sich in Venedig auf, wo er an der Biennale teilnahm. Er wurde Mitglied der Gottfried-Keller-Stiftung, der er bis 1948 angehörte. 1935 besuchte ihn Paul Klee zum zweiten Mal in Oschwand. Amiet wurde Mitglied der Kunstkommission des Kunstmuseums Bern, der er ebenfalls bis 1948 angehörte.
 
1937 wurden Amiets Werke, die sich in deutschen Sammlungen befanden, der "Entarteten Kunst" zugerechnet, beschlagnahmt und ins Ausland verkauft. Im selben Jahr befreundete sich Amiet mit der französischen Bildhauerin Germaine Richier. Zu seinem 70. Geburtstag 1938 stellte Amiet in Bern, Solothurn, Zürich und Basel aus und erhielt die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde von Seeberg. 1939 stellte er an der Nationalausstellung in Zürich sowie, mit drei Werken, an der 10th Biennial Watercolor-Exhibition im New Yorker Brooklyn Museum aus. Mit dem Zweiten Weltkrieg wurde es für Amiet schwierig, im Ausland auszustellen.
 
1943 begab sich Amiet nach Zermatt. Zu seinem 75. Geburtstag wurde er mit Ausstellungen im Kunstmuseum und in der Kunsthalle Bern geehrt. 1944 wurde er Ehrenmitglied des Kunstvereins Solothurn. 1947 realisierte er das Wandbild Die Mobilisation im Konferenzsaal der Kantonalen Militärdirektion Bern. Zu seinem 80. Geburtstag 1948 wurde seine Werke in Ausstellungen in Bern, Solothurn, Zürich und Genf gezeigt. Amiet wurde Ehrenbürger von Herzogenbuchsee. 1950 war er Teil einer Stockholmer Ausstellung, die sich der Schweizer Kunst widmete. 1951 reiste er mit anderen Malern nach Chartwell zu Sir Winston Churchill, wo er in Begleitung der Fabrikanten Willy Sax die Technik der Wasserfarbenmalerei mit den Farben der Firma Sax vorstellte. 1952 hielt sich Amiet zusammen mit Sax in Nizza bei Winston Churchill auf. 1953 starb Anna Amiet. Die Adoptivtochter Lydia Thalmann, ihrerseits Witwe, kehrte nach Oschwand zurück, um sich während der nächsten Jahre um ihren Vater zu kümmern. Cuno Amiet erlebt eine neue kreative Phase mit seinem Spätwerk, das sich durch Strenge und einen pointillistischen Stil auszeichnete. Mit Peter Thalmann reiste er nach Südfrankreich und nach Florenz. In Baden-Baden ist er Teil der Ausstellung Schweizer Kunst der Gegenwart. 1954 hatte Amiet Einzelausstellungen in Wien und in der New Yorker Galerie Saint-Etienne. Er repräsentierte die Schweiz an der Biennale in Venedig. 1956 war er Teil der Ausstellung Moderner Schweizer Kunst im Museo de Arte Moderna in Madrid.
 
1957 erkrankte Amiet. Seine Holschnitte und Drucke wurden im Rahmen einer "Der Brücke" gewidmeten Ausstellung in Schleswig-Holstein gezeigt. Amiet nahm an der Ausstellung Die Expressionisten in der Wiener Albertina teil. 1958 malte er die gelbe Version von Das Paradies (Kat. 22). Das Museum Folkwang in Essen zeigte in seiner Ausstellung "Die Brücke 1905-1913" sechs seiner Bilder. Amiets 90. Geburtstag wird mit einer Ausstellung im Kunstsalon Wolfsberg in Zürich und einer umfassenden Retrospektive in der Kunsthalle Bern gefeiert. 1959 zeigte Amiet drei Gemälde in der Schaffhausener Ausstellung "Triumph der Farbe: die europäischen Fauves". In der Londoner Tate Gallery war er Teil der Schau "From Hodler to Klee (Swiss Art)". 1960 war Amiets Werk Teil der Ausstellung "L'Art en Suisse 1910-1920", die im Musée Rath in Genf gezeigt wurde. Am Ende jenen Jahres wurde Amiet erneut krank. Diesmal erholte er sich nicht mehr. Cuno Amiet starb am 6. Juli 1961 in Oschwand. Er hatte das biblische Alter von 93 Jahren erreicht. Otto Charles Bänninger schuf sein Grabmahl.
 
Ausstellung bis 7. Januar 2001: Musée Rath: Place Neuve, CH-1204 Genf, Schweiz. Teilweise wurden in diesem Artikel die französischen Werkbezeichnungen aus dem Ausstellungskatalog übernommen. Siehe auch Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Briefwechsel. Hg. von Viola Raclac, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft Zürich, Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, 2000, 616 S. Bestellen bei Amazon.de.

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