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Cuno Amiet
Biographie, Biografie, Ausstellung
im Musée Rath in
Genf
bis am 7. Januar 2001
Nr. 21, Artikel vom Dezember 2000
Die Werke von Cuno Peter Amiet (1868-1961)
wurden in Gruppenausstellungen in Genf seit 1896 gezeigt, doch erst 1948 co-organisierte die Rhone-Stadt
anlässlich des 80. Geburtstags des Künstlers eine erste monographische Schau seiner
Arbeiten, die in mehreren Schweizer Städten zu sehen war.
Die noch bis am 7. Januar 2001 dauernde und in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum
Bern organisierte Ausstellung im Musée Rath war deshalb überfällig. In Genf
sind diesmal rund 100 Werke von Amiet zu sehen, die in den Jahren 1892 bis
1922 entstanden. Zusammen mit Ferdinand Hodler und Giovanni
Giacometti gilt Cuno Amiet als der Wegbereiter der Schweizer Moderne. -
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Biographie/Chronologie (basierend auf dem Ausstellungskatalog)
Cuno Amiet wurde 1868 als Sohn des
Gerichtsschreibers und Archivars von Solothurn geboren. Der Maler Walther von
Vigier (1851-1910) nahm Cuno hin und wieder in sein Atelier, wo der damals
zehnjährige Junge dem Künstler Modell stand. 1882 nahm Amiet bei Heinrich
Jenny (1824-1891) Zeichenunterricht. Ein Jahr später malte der Junge sein
erstes Selbstporträt (Kat. Nr. 1). Im Sommer 1884 begegnete er dem Maler
Frank Buchser (1828-1890), einem Freund seines Vaters, der nach einigem
Zögern dem Wunsch seines Sohnes, Maler zu werden, nachgab. Zwei Jahre
später schloss Amiet seine Matura erfolgreich ab. Zusammen mit seinem Lehrer
Frank Buchser malte er zwischen Herzogenbuchsee und Koppigen erstmals in der
Natur.
Im Herbst reiste er mit dem Aquarellisten Paul Demme nach München,
um dort an der Akademie zu studieren. Zu seinen Lehrern gehörten Caspar Ritter
(ein Schweizer), Gabriel Häckl, Karl Raupp und Nikolaus Gysis. 1887 begegnete Amiet dem
Schweizer Maler
Giovanni
Giacometti in München, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. In
München gehörten sie dem Schweizer Kreis um Franz Baur, Max Buri, Wilhelm
Balmer, Emil Dill, Walter Mettler, Charles Welti, Hans Beat Wieland sowie dem
zukünftigen Bundesrat Felix Calonder an.
1888 absolvierte Amiet zusammen mit Giacometti
und Andrea Robbi die Rekrutenschule in Bellinzona. Im Mai, zurück in
München, waren sie an der Internationalen Kunstausstellung von den Werken von
Jules Bastien-Lepage und James MacNeill Whistler beeindruckt. Amiet und Giacometti entschieden sich dafür,
ihre Ausbildung in Paris fortzusetzen, wo sie im Oktober 1888 eintrafen. Sie
pflegten den Kontakt zu den Schweizer Künstlern Walter Mettler, Max Leu, Hugo
Siegwart, Emil Beurmann, Hans Emmenegger und Andrea Robbi. Amiet und
Giacometti studierten zusammen an der Académie Julian an der Seite von Pierre
Bonnard, Edouard Vuillard, Maurice Denis und Paul Sérusier, die kurz zuvor
die Künstlergruppe der Nabis gegründet hatten. Zu ihren Professoren
gehörten Adolphe William Bourguereau, Tony Robert-Fleury und, später,
Gabriel Ferrier.
1889 stellte Amiet am Pariser Salon sein Portrait
von Giovanni Giacometti aus. In den Sommerferien malte er an der Seite von
Frank Buchser in Feldbrunnen das (verschollene) Gemälde Mädchen mit
Erdbeeren. Im Jahr darauf bewunderte er im Musée du Luxembourg Manet's Olympia,
während dem Giacometti mehr von Millets Werken angezogen wurde. Am 22. November 1890
verstarb Frank Buchser in Feldbrunnen. 1891 war Amiet von Hodlers Die Nacht
(1890) beeindruckt, die er am Pariser Salon du Champ-de-Mars sah. Er
kehrte nach Solothurn zurück und besuchte die Unteroffiziersschule.
Ende März kehrte Amiet nach Paris zurück, wo
er im Atelier von Hugo Siegwart arbeitete. Doch er war vom akademischen
Unterricht enttäuscht. Auf den Rat des ungarischen Malers Hugo Poll reiste er
im Mai 1892 nach Pont-Aven in die Bretagne, wo er bis Juni 1893 blieb. Dort
kam er mit den Werken von Paul Gauguin, der bereits zu seiner ersten
Tahiti-Reise aufgebrochen war, in Kontakt. Emile Bernard zeigte ihm dort die
ersten Werke von Vincent Van Gogh und erzählte ihm von Paul Cézanne. Zu
seinen Freunden gehörten die Maler Paul Sérusier und Roderic O'Connor aus
Irland, der Amiet in die Kunst Van Goghs, den Divisionismus von Seurat sowie
den Gebrauch reiner Farben einführte. Zufälligerweise traf Amiet Auguste Renoir und seine Familie. In Pont-Aven
schloss Amiet auch Freundschaft mit Marie Derrien Lagadu, die in der Pension
Gloanec angestellt war und früher bereits von Gauguin und Sérusier
portraitiert worden war.
Amiets Vater versuchte erfolglos,
einige Bilder seines Sohnes in Hellsau zu verkaufen. Da Cuno seinem Vater
nicht weiter finanziell zur Last fallen wollte, reiste er schweren Herzens
zurück in die Schweiz, wo er zuerst beim Dekorationsmaler Franz Baur
unterkam. Amiet arbeitete selbst an Dekorationsarbeiten mit und konnte so
rasch sein eigenes Atelier im Dachboden des väterlichen Hauses in Solothurn
einrichten.
1893 traf Cuno zum ersten Mal Ferdinand Hodler,
den er daraufhin in seinem Atelier in Bern besuchte und von dessen
symbolistischer Malerei er beeinflusst wurde. Gleichzeitig Amiet nahm in jenem Jahr
erfolglos am Salon des Indépendants teil. 1894 knüpfte er Kontakte zu den
Basler Malern Wilhelm Balmer, Emil Beurmann, Franz Baur und zum Kunstkritiker
Hans Trog. Sie bewogen ihn dazu, eine Arbeiten in der Kunsthalle auszustellen,
die dann leider in einem Artikel in den Basler Nachrichten der
Lächerlichkeit preisgegeben wurden. Amiet nahm auch erfolglos am Wettbewerb
zu Dekoration des Bundesgerichts in Lausanne teil.
1895 starb Amiets Vater. Cuno arbeitete im
Sommer in einem zweiten Atelier in Hellsau und besuchte seinen Freund Giovanni
Giacometti in Stampa. Seine Basler Freunde wiederum kamen zu ihm nach Hellsau.
1896 sandte Amiet sein Gemälde Der kranke Junge an die Sezession in
München, die erneut seine Teilnahme ablehnte. Cuno malte daraufhin den jungen
Bettler Otti (Kat. 26). Der Direktor der Papierfabrik Biberist, Oscar Miller,
begann sich zu jener Zeit, anlässlich der Schweizerischen Nationalausstellung
in Genf, für seine Kunst zu interessieren. Miller besuchte Amiet in
Begleitung von Hodler in Solothurn und kaufte Das Paradies (Kat. 23).
Den Sommer 1896 verbrachte Amiet wiederum bei Giovanni Giacometti in Stampa
sowie sechs Wochen in einer Hütte im Val da Cam.
1896 lernte Amiet den Maler Giovanni Segantini
kennen, dessen Divisionismus ihn neben dem Neoimpressionismus bereits seit
1993 beeinflusst hatte. Im Jahr darauf sollten Hodler, Giacometti und Amiet an der Ausführung
von Segantinis monumentalem Gemälde Das Engadin für den Schweizer
Pavillon der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 beteiligt werden, doch
das Werk wurde nie realisiert. Amiet erhielt von Oscar Miller den
Auftrag, ein Portrait von Ferdinand Hodler zu malen, und er nahm mit drei
Werken an der Internationalen Kunstausstellung in München teil. Im November
1987 verlobte er sich in Hellsau mit Anna Luder.
1898 nahm der an der V. Nationalen
Kunstausstellung der Schweiz in Basel teil und das Künstlerhaus in Zürich
organisierte im April eine kleine Hodler-Giacometti-Amiet-Ausstellung. Am 16.
Juni heiratete er Anna Luder aus Hellsau. Seine Schwester Rosa sowie Giovanni
Giacometti sind die Trauzeugen. Das Paar zieht in eine Wohnung in Oschwand.
Amiet richtet sich in der Nähe ein Atelier ein.
1899 sind Oscar Miller und einige Basler
Freunde noch immer die einzigen Käufer seiner Bilder. 1900 sind Amiet und
Giacometti an der Weltausstellung in Paris präsent. Amiet erhält für sein
Gemälde Richesse du soir eine Silbermedaille. Im darauffolgenden Jahr
wurde Alberto Giacometti in Stampa geboren, Amiet wurde sein Pate. Amiet
sandte drei Gemälde an die Ausstellung der Sezession in Wien und fünf an die
VI. Nationale Kunstausstellung der Schweiz in Vevey. Zusammen mit Wilhelm
Balmer übernahm Amiet die Dekoration der Fassade des Basler Rathauses
anlässlich des 400. Geburtstages des Basler Beitritts zur Eidgenossenschaft.
Amiet dekorierte das Café Bavaria in Solothurn mit sechs Sujets und
illustierte die Gedichte von Adolf Frey. 1901 hatte seine Frau Anna eine
Totgeburt. Cuno reagierte darauf mit einem symbolistischen memento mori
in Form des Triptychons L'Ephémère.
1901 begann Amiet auch seine Zusammenarbeit mit
Ferdinand Hodler, der ihm neue stilistische und thematische Horizonte
eröffnete. Der Symbolismus, die nordischen und deutschen Alten Meister sowie
die Repräsentation der Figur rückten in sein Blickfeld. Hodler und Amiet wollten
zusammen die Mauerdekorationen für das Kunstmuseum
Solothurn schaffen. Das Projekt wurde 1902 aufgegeben. In jenem Jahr bereiste
Amiet mehrere deutsche Städte, darunter Dresden. In Genf stellte er zusammen
mit seiner Schülerin Frieda Liermann aus, ohne jedoch das gewünschte Echo zu
erzielen. Für die erwähnte Ausstellung schuf er sein erstes Plakat, das
einen Apfelbaum voller Früchte zeigte.
1904 war Amiet mit Hodler wieder an der
Sezession in Wien beteiligt. Damit begann seine expressionistische Phase. Er
traf Carl Moll, Gustav Klimt, Kolo Moser und Gustav Mahler. 1904 adoptierte
Amiet seine Nichte Greti Adam (1900-1979). 1905 zeigte das Zürcher
Künstlerhaus 37 seiner Werke. Die Ausstellung war danach in der Galerie
Richter in Dresden zu sehen. Sie war zwar ein kommerzieller Misserfolg, doch
dadurch kam er in Kontakt mit den späteren Mitgliedern der
expressionistischen Künstlervereinigung "Die Brücke". In München erhielt
Amiets Gemälde Richesse du soir an der IX. Internationalen Kunstausstellung
eine Goldmedaille verliehen. Das Werk La Lessive wurde von einer
Schweizer Jury abgelehnt. Amiet hatte Probleme mit Ferdinand Hodler, der ein
Jurymitglied war, und begann sich langsam, von ihm und seinen Theorien zu distanzieren. Richard
Kisling aus Zürich begann erste Werke von Amiet anzukaufen. Ebenfalls im Jahr
1905 adoptierten die Amiets ein zweites Mädchen, Lydia Friedli (1896-1976).
1906 nahm Amiet an der Ausstellung der Berliner
Sezession teil. Im September wurde er von der Künstlervereinigung
"Die Brücke", gegründet von Bleyl, Kirchner, Heckel und
Schmidt-Rottluff, eingeladen, ihr beizutreten, was er denn auch tat. Bei ihrer
ersten Ausstellung in der Lampenfabrik Seifert in Dresden-Löbtau war er
zugegen. Amiet half den Expressionisten, in der Schweiz auszustellen und von
Sammler zur Kenntnis genommen zu werden. In Amiets Landschaften war kein Platz
für Menschen und die Arbeit auf den Feldern. Es ging ihm um den Ausdruck
seiner Persönlichkeit und seiner Beziehung zur Natur, was sich in starken
Farben und einer freien Interpretation ausdrückte. In seinen Darstellungen
des Menschen drückte er nicht wie die Expressionisten innere Seelenqualen
aus. Amiet war kein Maler psychologischer Vorgänge. Doch wie sie hatte er mit
der traditionalistischen Akademiemalerei gebrochen.
1907 stellte "Die Brücke" in der
Galerie Richter in Dresden aus. Amiet war mit seinem Holzschnitt Giovanni
Giacometti lesend vertreten. Er reiste nach Paris an den Salon des
Indépendants. "Die Brücke" stellte im Kunstmuseum Solothurn aus.
Josef Müller und seine Schwester Gertrud beginnen, die Werke von Amiet zu
sammeln. Im Herbst reiste Amiet nochmals nach Paris, um zusammen mit Giovanni
Giacometti und Franz Baur die Cézanne-Ausstellung anzuschauen. Richard
Kisling lieh Amiet ein Jahr lang Van Goghs Deux Fillettes aus, die der
Künstler zusammen mit Giacometti kopierte, um es so besser zu
verstehen. Von 1907 bis 1910 kehrte Amiet zu Van Goghs expressionistischer
Malerei zurück und wurde immer stärker von "Die Brücke"
beeinflusst.
1908 fand im Zürcher Künstlerhaus eine Van
Gogh-Ausstellung statt, die es Amiet erlaubte, sich noch stärker mit dem Werk
dieses Vorbildes auseinanderzusetzen (siehe das Foto von Im Garten, um
1910, Katalog Nr. 85, das Van Goghs Einfluss auf Amiets Malerei, seine Technik
und Motive, verdeutlicht). 1908 liess sich Amiet vom Berner Architekten Otto
Ingold in Oschwanden ein Haus im Jugendstil erbauen. Gertrud Müller
beteiligte sich finanziell daran. Das Haus wurde in der Zeitschrift Schweizerische
Bauzeitung vorgestellt. Amiet widmete dem Bau mehrere Ölgemälde und
Pastelle. Er erhielt ein Telefon - mit der Anschlussnummer 16. Im Sommer
besuchte Amiet Giacometti in Maloja, der danach zu ihm nach Oschwanden kam, wo
sie Van Goghs Le Surveillant en chef de l'hospice Saint-Paul (Ch. E. Trabuc)
studierten, das ihnen Gertrud Müller einige Wochen zum Studium überliess.
Amiet stellte seine Gemälde am Pariser Salon des Indépendants und danach in
Zürich, Aarau und Winterthur aus. Er hatte auch eine erneute
Gruppenausstellung mit "Die Brücke", diesmal in Kopenhagen und in
Christiania (Oslo), sowie mit Giovanni Giacometti in der Dresdner Galerie
Richter. Schüler aus der Schweiz und dem Ausland kamen zum Studium nach
Oschwand. Vor allem ab 1913 bis um 1938/39 wurde Amiets Domizil zu einem
Pilgerort für Künstler und Kunstliebhaber.
1909 nahm Amiet an den Internationalen
Kunstausstellungen in Wien und München teil und sandte Werke an "Die
Brücke". Mit dem Ehepaar Miller reiste er nach Florenz. Er traf
Professor Eberhard Grisebach, den Direktor des Jenaer Kunstvereins. Zusammen
mit Giacometti stellte Amiet bei Thannhauser in München aus.
1910 waren Amiets Werke in der Sezession in
Berlin, als Mitglied von "Die Brücke" in Leipzig, am Nemszeti
Szalon in Budapest und an der 10. Nationalen Kunstausstellung der Schweiz in
Zürich zu sehen. Mit "Die Brücke" stellte Amiet auch in der
Galerie Arnold in Dresden aus. Das neue Kunsthaus in Zürich gab ihm den
Auftrag, die Werke Die Wahrheit und, später (1910-17), Jungbrunnen
für das Gebäude zu realisieren. Amiet nahm auch an der
Inaugurationsausstellung des Kunsthauses Zürich teil. Das Werk Im Garten (1910;
Kat. 85, unten abgebildet) zeigt von Sujet und Farbauftrag her klar den
Einfluss van Goghs auf.
1911 reiste Amiet mit Giovanni Giacometti und
Gertrud Müller nach Rom, wo er an der Internationalen Kunstausstellung
teilnahm. Er befreundete sich mit dem Kunsthistoriker Professor Wilhelm
Worringer und dem Germanisten Professor Samuel Singer. Amiet reiste nach
München, wo er Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Paul Klee (den er bereits
kannte), Louis Moilliet, August und Helmut Macke sowie Heinrich Campendonck
begegnete. In Köln nahm er an der Ausstellung "Kunst unserer Zeit"
teil. Professor Eberhard Grisebach aus Jena besuchte ihn in Oschwand.
1912 kaufte sich Amiet den an sein Haus
angrenzenden Bauernhof in Oschwand, den er zu seinem Atelier umbaute. Er trat
der Schweizer Gruppe "Moderner Bund" bei. Amiet stellte in der
Eröffnungsausstellung der Galerie Hans Goltz in München, an der Grossen
Kunstausstellung in Dresden, an der Internationalen Kunstausstellung in
Amsterdam sowie sieben Werke als Schweizer Repräsentant an der Ausstellung
Sonderbund in Köln aus, wo er zum ersten Mal die "Brücke"-Maler
Kirchner und Heckel sowie Edvard Munch traf. Amiet hatte eine
Einzelausstellung bei Thannhauser in München, er stellte mit August Macke im
Kunstverein in Jena, mit "Die Brücke" in der Galerie Gurlitt in
Berlin, in der Galerie Commeter in Hamburg und in der Galerie Bangel in
Frankfurt a. M. aus. Die Galerie Arnold in Dresden präsentierte eine
Werkgruppe Amiets.
1913 löste sich "Die Brücke" wegen
Meinungsverschiedenheiten auf. Amiet stellte mit Giovanni Giacometti zusammen
in der Galerie Hans Goltz in München aus und nahm an der Internationalen
Kunstausstellung in München teil, wo er für Die Ernte eine
Goldmedaille erhielt. Die Galerie des Jenaer Kunstvereins erwarb sein Werk Nu
d'une fille debout avec fleurs. Die Präsidentin des Kunstvereins Halle,
Frau Weise, liess ihre blonden Kinder von Giacometti, ihre braunhaarigen von
Amiet portraitieren. Amiet nahmmt an privaten Kunstausstellungen des
Frankfurter Kunstvereins teil. Das Kunsthaus Zürich präsentierte 33 seiner
Werke aus der Sammlung von Richard Kisling. Die Amiets begannen sich um Mineli
(Hermine) von Ballmoos (1905-1990) zu kümmern. 1913 begann Amiet Skulpturen
zu realisieren. Bis 1927 entstanden insgesamt 22.
1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Im Herbst
nahm Amiet Ernst Morgenthaler als Schüler auf. Das Kunsthaus Zürich zeigte
die eingangs erwähnte umfassende monographische Schau mit 201 Werken von
Amiet. Zusammen mit Giacometti stellte er in der Galerie Goltz in München
aus. Klee sowie Alexej von Jawlensky, der seit Kriegsbeginn am Genfersee
wohnte, besuchten erstmals Amiet in Oschwand. 1915
kamen Jawlensky und Marianne von Werefkin Amiet nach Oschwand. Zusammen mit
Jawlensky stellte Amiet im Kunstsalon Wolfsberg in Zürich aus. Der spätere
Schweizer Literatur-Nobelpreisträger Carl Spitteler besuchte Amiet in
Oschwand. 1917 vereinte eine
Kollektivausstellung im Kunsthaus Zürich Werke von Amiet, Giacometti, Hermann
Haller und F. Trillhaasse. Im Mai vollendete Amiet seinen Beitrag zur
Dekoration des Kunsthauses Zürich, den Jungbrunnen. Auf Wunsch von
Jawlensky reiste Amiet nach Berlin, um von dort ein Werk Van Goghs, das dem
Russen gehörte, in die Schweiz zu bringen. Der Sammler Richard Kisling starb.
1918 endete der Erste Weltkrieg und Amiet feierte seinen 50. Geburtstag. Seine
Frau offerierte ihm einen Block aus Sandstein, der ihn zur Realisierung von
Skulpturen anregen sollte. Er fertigte daraus eine Büste Anna Amiets. Hodler
starb in Genf. Den Weg in die Abstraktion hatte Amiet nicht mitgemacht.
1919 verlieh die Universität Bern Amiet einen
Doktortitel honoris causa. Die Kunsthalle Bern ehrte ihn mit einer
Einzelausstellung, die ein Publikumserfolg wurde. Amiet knüpfte Kontakte zum
Redaktor des Rheinlandes, Wilhelm Schäfer. In Neuenburg stellte er 90
Werke aus. 1920 begann Amiets Beziehung zum Berner Sammler Fritz Trüssel. Der
Kunstsalon Wolfsberg in Zürich organisierte eine Einzelausstellung. Die
Amiets nahmen den Sohn des Schriftstellers Hermann Hesse, Bruno, als Schüler
und Pensionär auf. 1921 wurde die Sammlung von Oscar Miller, die viele Werke
Amiets enthielt, in der Kunsthalle Bern gezeigt. In Basel fand eine
Einzelausstellung statt. 1922 hielt sich Amiet in Leipzig auf, wo er mit vier
Gemälden an der Ausstellung des Kunstvereins teilnahm. Das Kunsthaus Zürich
zeigte erneut eine Einzelausstellung und in Wiesbaden waren drei seiner Werke
in einer thematischen Ausstellung zu sehen.
1923 wurde Amiet einer der ersten Autobesitzer
in seiner Region. Er reiste für die Internationale Kunstausstellung nach Rom.
1924 besuchte ihn Lovis Corinth in Oschwand. 1925 sandte Amiet Werke an die
Royal Academy of Arts in London und nahm an der grossen Ausstellung Schweizer
Kunst in Karlsruhe teil. 1925/26 erhielt er mehrere Aufträge für
Wandgemälde. 1927 sandte er Stiche für eine Ausstellung nach Florenz und
realisierte fünf Fresken in Bern. Anlässlich seines 60. Geburtstages im Jahr
1928 ehrte ihn das Kunstmuseum Bern u.a. mit Werken von 13 seiner Schüler.
Amiet nahm auch an der Internationalen Kunstausstellung in Dresden teil. 1929
wurde seine Werke in Ulm gezeigt, und er realisierte fünf Fresken für die
Villa Stämpfli in Bern.
1930 begann Amiets Kontakt mit dem Berner
Sammler Eugen Loeb. Mit drei Werken nahm er an der Carnegie International
Exhibition of Paintings in Pittsburgh teil. 1931 wurden alle 51 in München
ausgestellten Werke Amiets im Brand des Glaspalastes zerstört. Der Bundesrat
bekundete ihm daraufhin kollektiv sein Beileid. Amiet malte mehrere Wochen
lang in Hilterfingen am Thunersee. Für die Kirche in Seeberg realisierte er
die zwei Fresken Die Kreuzigung und Die Wiederauferstehung.
Von 1932 bis 1939 hielt sich Amiet mehrmals
für längere Zeit in Paris auf, wo er bis 1947 ein eigenes Atelier besass.
1932 stellte er in der Pariser Galerie Georges Petit auf. Die von Max
Kaganovitch organisierte Ausstellung markierte einen neuen Aufschwung in
seinem Schaffen und zeigte den französischen Einfluss auf seine Kunst. Zwei
Amiet gewidmete Monographien erschienen 1932. 1933 starb Giovanni Giacometti.
Amiet stellte mit Hans Berger im Kunstverein Glarus aus. 1934 zeigte die
Pariser Galerie Le Portique seine Werke. Amiet hielt sich in Venedig auf, wo
er an der Biennale teilnahm. Er wurde Mitglied der Gottfried-Keller-Stiftung,
der er bis 1948 angehörte. 1935 besuchte ihn Paul Klee zum zweiten Mal in
Oschwand. Amiet wurde Mitglied der Kunstkommission des Kunstmuseums Bern, der
er ebenfalls bis 1948 angehörte.
1937 wurden Amiets Werke, die sich in deutschen
Sammlungen befanden, der "Entarteten Kunst" zugerechnet,
beschlagnahmt und ins Ausland verkauft. Im selben Jahr befreundete sich Amiet
mit der französischen Bildhauerin Germaine Richier. Zu seinem 70. Geburtstag 1938
stellte Amiet in Bern, Solothurn, Zürich und Basel aus und erhielt die
Ehrenbürgerwürde der Gemeinde von Seeberg. 1939 stellte er an der
Nationalausstellung in Zürich sowie, mit drei Werken, an der 10th Biennial
Watercolor-Exhibition im New Yorker Brooklyn Museum aus. Mit dem Zweiten
Weltkrieg wurde es für Amiet schwierig, im Ausland auszustellen.
1943 begab sich Amiet nach Zermatt. Zu seinem
75. Geburtstag wurde er mit Ausstellungen im Kunstmuseum und in der Kunsthalle
Bern geehrt. 1944 wurde er Ehrenmitglied des Kunstvereins Solothurn. 1947
realisierte er das Wandbild Die Mobilisation im Konferenzsaal der
Kantonalen Militärdirektion Bern. Zu seinem 80. Geburtstag 1948 wurde seine
Werke in Ausstellungen in Bern, Solothurn, Zürich und Genf gezeigt. Amiet
wurde Ehrenbürger von Herzogenbuchsee. 1950 war er Teil einer Stockholmer
Ausstellung, die sich der Schweizer Kunst widmete. 1951 reiste er mit anderen
Malern nach Chartwell zu Sir Winston Churchill, wo er in Begleitung der
Fabrikanten Willy Sax die Technik der Wasserfarbenmalerei mit den Farben der
Firma Sax vorstellte. 1952 hielt sich Amiet zusammen mit Sax in Nizza bei
Winston Churchill auf. 1953 starb Anna Amiet. Die Adoptivtochter Lydia
Thalmann, ihrerseits Witwe, kehrte nach Oschwand zurück, um sich während der
nächsten Jahre um ihren Vater zu kümmern. Cuno Amiet erlebt eine neue
kreative Phase mit seinem Spätwerk, das sich durch Strenge und einen
pointillistischen Stil auszeichnete. Mit Peter Thalmann reiste er nach
Südfrankreich und nach Florenz. In Baden-Baden ist er Teil der Ausstellung
Schweizer Kunst der Gegenwart. 1954 hatte Amiet Einzelausstellungen in Wien
und in der New Yorker Galerie Saint-Etienne. Er repräsentierte die Schweiz an
der Biennale in Venedig. 1956 war er Teil der Ausstellung Moderner Schweizer
Kunst im Museo de Arte Moderna in Madrid.
1957 erkrankte Amiet. Seine Holschnitte und
Drucke wurden im Rahmen einer "Der Brücke" gewidmeten Ausstellung
in Schleswig-Holstein gezeigt. Amiet nahm an der Ausstellung Die
Expressionisten in der Wiener Albertina teil. 1958 malte er die gelbe Version
von Das Paradies (Kat. 22). Das Museum Folkwang in Essen zeigte in
seiner Ausstellung "Die Brücke 1905-1913" sechs seiner Bilder.
Amiets 90. Geburtstag wird mit einer Ausstellung im Kunstsalon Wolfsberg in
Zürich und einer umfassenden Retrospektive in der Kunsthalle Bern gefeiert.
1959 zeigte Amiet drei Gemälde in der Schaffhausener Ausstellung
"Triumph der Farbe: die europäischen Fauves". In der Londoner Tate
Gallery war er Teil der Schau "From Hodler to Klee (Swiss Art)".
1960 war Amiets Werk Teil der Ausstellung "L'Art en Suisse
1910-1920", die im Musée Rath in Genf gezeigt wurde. Am Ende jenen
Jahres wurde Amiet erneut krank. Diesmal erholte er sich nicht mehr. Cuno
Amiet starb am 6. Juli 1961 in Oschwand. Er hatte das biblische Alter von 93
Jahren erreicht. Otto Charles Bänninger schuf sein Grabmahl.
Ausstellung bis 7. Januar 2001: Musée Rath: Place Neuve, CH-1204 Genf, Schweiz.
Teilweise wurden in diesem Artikel die französischen
Werkbezeichnungen aus dem Ausstellungskatalog übernommen. Siehe auch Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Briefwechsel. Hg. von
Viola Raclac, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft Zürich, Verlag
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