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Taj Mahal
Biografie, Biographie, CDs des Musikers

 
Artikel vom Dezember 2000
Taj Mahal, eigentlich Henry Saint Clair Fredericks, wurde 1942 in New York City als eines von neun Kindern geboren. Sein Vater stammte von den Westindischen Inseln. Er war ein Klavier spielender Jazz-Arrangeur. Seine Mutter war Lehrerin und sang in einem Gospelchor. Henry Saint Clair Fredericks wuchs in Springfield, MA, auf, wo er mit 15 Jahren die Gitarre für sich entdeckte. Er studierte an der Armhurst University Veterinärmedizin. Doch dann widmete er sich als Mitglied der Pioneer Valley Folk Society allen Formen ethnischer, schwarzer Musik. Als Autodidakt beherrschte er rasch zehn Instrumente, zu denen Klavier, Cello, Mandoline und Banjo gehörten. Er legte seinen bürgerlichen Namen ab, weil er noch die Spuren der Sklaverei trug. Ab 1961 nannte er sich Taj Mahal.
 
Seine Musik war und ist vom ländlichen Country-Blues beeinflusst. Muddy Waters, Robert Johnson und Howlin' Wolf prägten ihn. Vor allem der Kontrast zwischen Taj Mahals akustischer Gitarre und seiner elektrischen Begleitband erregte Aufmerksamkeit. Er experimentierte mit verschiedenen Stilen, kombinierte karibische Einflüsse mit schwarzem Blues, mischte afrikanische Elemente bei, arbeitete mit einer Big Band oder setzte vier Tubaspieler ein. Mitte der 1980er Jahre nannte er seinen exotischen Mix "Blues-Rock-Gospel-Country-Funk" (Graf und Rausch).
 
Ab 1964 war Taj Mahal in der Clubszene von Boston zuhause und profilierte sich als akustischer Solist. 1965 ging er nach Kalifornien, wo mit Ry Cooder und Ed Cassidy das Trio Rising Sons formierte. Sie spielten ein Album ein, das allerdings erst 1992 veröffentlicht wurde. Seine erste Platte, Taj Mahal, nahm Taj Mahal 1967 auf. Darauf verarbeitete er die Musik von Sleepy John Estes (Leaving Trunk, Eyerbody's Got To Change Sometime und Diving Duck Blues), von Robert Johnson (Dust My Broom) und anderen. Von ihm selbst stammte E Z Rider. Begleitet wurde Taj Mahal (Gesang, Slidegitarre und Harfe) von Ry Cooder (Rhythmusgitarre und Mandoline), Jesse Edwin Davis (Leadgitarre und Piano), James Thomas (Bass), Sanford Konikoff (Schlagzeug), Bill Boatman (Rhytmusgitarre), Gary Gilmore (Bass) und Charles Blackwell (Schlagzeug).
 
Eigene Songs schrieb Taj Mahal für The Natch'l Blues (1968), auf dem er sich vorwiegend an traditionellem Blues orientierte. Sein Auftritt am Woodstock Festival 1969 erhöhte seinen Bekanntheitsgrad. In jenem Jahr veröffentlichte er das Doppelalbum Giant Step - De Ole Folks At Home. Die "dezenten Rockrhythmen" und der "milde Country-Blues", wie die Musik im Magazin Rolling Stone umschrieben wurde, brachte ihm mit US#80 seinen bis dahin grössten kommerziellen Erfolg. Doch seine Alben waren in der Regel keine Verkaufsrenner. Bei Rockstars wie Eric Clapton und Mick Jagger dagegen genoss er grosses Ansehen. Mit Musikern wie Al Kooper, Mike Bloomfield und Bonnie Raitt spielte er zusammen.
 
In den 1970er Jahren mixte Taj Mahal Blues mit Jazz, Calypso, Reggae, Salsa, Country und Rock 'n' Roll, ohne dabei auf Authentizität zu verzichten. Er verzichtete auf technische Tricks und modische Zugeständnisse, setzte aber durchaus politische Akzente. 1972 organisierte er ein Konzert für Äthiopien. Er spielte mit afrikanischen Musikern zusammen und sprach sich gegen die Rassendiskriminierung aus.
 
1975 komponierte er die Musik für Sounder. In diesem Film spielte er auch mit. 1976 präsentierte Taj Mahal seine Intergalactic Soul Messengers Band. Das Sextett präsentierte auf der Platte Music Keeps Me Together eine Mischung aus Country, Blues und Reggae. Im folgenden Jahrzehnt blieb es relativ still um Taj Mahal. 1986 sorgte seine Platte Taj für Aufsehen. Der Rocksong Do I Love Her wurde ein Radiohit. Auf dem Album mischte er Reggae mit Blues und Hawaii-Gitarren.
 
1990 spielte Taj Mahal auf der Platte Return Of The Thin Man von Noble Watts mit. Für sein Like Never Before gewann Taj Mahal Dr John, Hall & Oates sowie die Pointer Sisters. Er komponierte die Filmmusik für Sounder II und Brothers, für TV-Projekte sowie für Mule Bone, eine Broadway-Produktion. 1993 kehrte er mit dem Album Dancing The Blues zu seinen Wurzeln zurück. Darauf interpretierte er Songs von T-Bone Walker, Howlin' Wolf, Percy Mayfield und Fats Domino. 1995 arbeitete er mit dem indischen Gitarristen Vishwa M. Bhatt zusammen.
 
1997 lud in Joe Louis Walker als Stargast zur Aufnahme seines Albums Great Guitars ein. Daneben veröffentlichte Taj Mahal Hula Blues mit hawaianischen Musikern sowie Señor Blues, das zu den besten Alben des reifen Taj Mahal gehört. Mit Señor Blues gewann er 1997 den GRAMMY für das beste zeitgenössische Bluesalbum. Es ist der bisher einzige GRAMMY seiner langen Karriere. Sein neuestes Album ist Shoutin' in Key: Live (Juni 2000), das Taj Mahal an drei Abenden 1998 in Los Angeles aufgenommen hat. Es enthält Live-Versionen einiger seiner bekanntesten Titel wie Corinna oder EZ Rider.
 
Im Herbst 2000 hat Columbia/Sony vier Alben von Taj Mahl neu aufgelegt: sein Debüt Album Taj Mahal (1967), seine zweite Platte The Natch'l Blues (1968), das Live-Album The Real Thing (1971) sowie The Best Of Taj Mahal (1976). Den zehn Titeln des Best Of-Albums wurden sieben zusätzliche Songs hinzugefügt, darunter eine bisher unveröffentlichte Studioaufnahme von Sweet Mama Janisse aus dem Jahr 1971. Die vier erwähnten Alben zeigen einen vornehmlich bluesigen Taj Mahal, der in seinen besten Tunes durch seine ehrliche Direktheit besticht, so in Statesboro Blues und Leaving Trunk (beide Titel sind sowohl auf Best Of wie auch auf Taj Mahal zu finden).

Quellen: Promo-Material von Sony - BMG und das Rockmusiklexikon von Graf und Rausch. Rockmusiklexikon von Graf und Rausch bestellen.




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