Die Geschichte der USA
Willi Paul Adams: Die USA vor
1900. Taschenbuch, Oldenbourg München,
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Willi Paul Adams: Die USA im 20. Jahrhundert. Taschenbuch, Oldenbourg, München,
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Willi Paul Adams
Seit dem Studium der
Geschichte und Anglistik/Amerikanistik in Bonn und an der Freien Universität
Berlin (1960-68), das mit der Dissertation im Jahr
1968 zum Thema "Republikanismus und die ersten amerikanischen
Einzelstaatsverfassungen: Zur ideengeschichtlichen und
verfassungsgeschichtlichen Komponente der amerikanischen Revolution,
1775-1780" endete und von der Ernst-Reuter-Gesellschaft der Förderer und Freunde
der Freien Universität Berlin gedruckt wurde, hat Willi Paul Adams Dutzende von
Büchern und Artikeln zur amerikanischen Geschichte publiziert. Von 1972 bis 1977 war er Professor
für Amerikastudien am
Amerika-Institut der Universität Frankfurt. Seit 1977 ist er Professor am John F.
Kennedy Institut für Nordamerikastudien und im Fachbereich Geschichte- und
Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin. Mehrfach weilte er als
Research Fellow in den USA, so in Harvard, am Woodrow
Wilson International Center for Scholars in Washington, in Berkeley
sowie an der Universität von Wisconsin.
Die Geschichte der USA
Die in der Reihe Oldenbourg
Grundrisse der Geschichte erschiene zweibändige Geschichte der USA von
Willi Paul Adams führt Studenten und interessierte Leser kompetent in ein
Wissensgebiet ein, das bereits von einer unübersehbaren Anzahl von Historikern bearbeitet
worden ist. Dadurch wird die Selektion der zu erwähnenden Literatur schwer. Hin
und wieder fehlt deshalb ein Werk, das man gerne in der Bibliographie gesehen
hätte, so zu Depression, New Deal, FDR und Zweitem Weltkrieg die umfassende
Arbeit Freedom
From Fear von David M. Kennedy. Adams verweist deshalb auf Internetadressen, die weiterführende und neue
Literatur bieten. Insgesamt erstaunt es, wie vielfältig die Themen sind, die Adams nicht nur präsentiert, sondern in gedrängter Form auch
behandelt.
Die Einführung in die Periodisierung und in die
"grossen Themen" der amerikanischen Geschichte ist in beiden Bänden, Die USA vor 1900 und Die
USA im 20. Jahrhundert, zu finden. Die komplette Zeittafel und die
Präsidentenliste im Anhang ist ebenfalls identisch. Adams verbindet, ganz in
amerikanischer Tradition, die Politikgeschichte mit dem
gesamtgesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Wandel.
Wie alle Oldenbourg Grundrisse der Geschichte
sind Adams Bände in Darstellung, Grundprobleme und Tendenzen der Forschung
sowie Quellen und Literatur unterteilt. Die Darstellung in Die USA vor 1900
beginnt mit der europäischen Expansion und den Kolonialgesellschaften von
1600-1763. Die Bedeutung der frontier und den diesbezüglichen Essay von
Frederick Jackson Turner von 1893, der die Gesamtinterpretation der
amerikanischen Geschichte nachhaltig beeinflusst hat, erwähnt Adams bereits in
der Einleitung. Die Amerikanische Revolution und Nationalstaatsgründung
1763-1789, die kontinentale Expansion der Republik, die Sklavenwirtschaft und
der eskalierende Süd-Nord-Konflikt, der Sezessionskrieg und die
Wiederherstellung der nationalen Einheit 1860-77, die Industrialisierung bis
1900, Gesellschaft und Politik Ende des 19. Jahrhunderts sowie die
internationalen Beziehungen im Zeitalter des Imperialismus mit dem Krieg gegen
Spanien um Kuba und die Philippinen sind weitere Themen der Darstellung. Im
Forschungsteil von Die USA vor 1900 befasst sich Adams mit den wichtigen
Kontroversen und Interpretationsfragen, welche die amerikanische
Geschichtswissenschaft seit ihrer Professionalisierung um 1880 bewegt haben.
Bei allen Bemühungen um das Wesentliche bietet
Adams eine Fülle interessanter Details. So konnten die Indianer (politisch
korrekt native Americans) den Branntwein, den sie von den konkurrierenden
englischen, französischen und niederländischen Händlern erhielten, wegen
eines fehlenden Enzyms in ihrem Körper weniger rasch abbauen als die Europäer,
was verheerende Folgen hatte.
In Die USA im 20. Jahrhundert reicht die
Darstellung von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik vom Schmelztiegel USA über
den Ersten Weltkrieg und die Gesellschaftstheorien jener Jahre, der
konservativen Politik von Harding und Hoover, Isolationismus, Börsenkrach und
Weltwirtschaftskrise, New Deal, Zweitem Weltkrieg, Wohlstand, Konsens, der counterculture
nach dem Krieg, Vietnam, Nixon, dem Neokonservatismus unter Reagan, dem Ende des
Kalten Krieges bis zur Regierung Clinton, allerdings nur bis Mitte der 1990er
Jahre.
Im Teil zu den "Grundproblemen und Tendenzen
der Forschung" spannen die Themen von der Bewertung der Präsidenten
Theodore Roosevelt und Woodrow Wilson über die Einwanderer aus aller Welt,
Keynes, Sozialismus und Kommunismus, Diskriminierung der Afroamerikaner, der
Aussenpolitik mit den Atombombenabwürfen über Japan, der Besatzungsmacht USA,
dem Marshallplan, Korea, Watergate bis zu Reagans Weltbild.
Die Teilung in Darstellung und Forschungsstand
behagt nicht immer und führt zum Hin- und Herblättern, doch so will es nun
einmal das Konzept der Reihe. Willi Paul Adams' zwei Bände bilden eine
nützliche Einführung in die Geschichte der USA, mit vielen Literaturhinweisen
und Anregungen für den Leser, der tiefer bohren möchte. Ein Standardwerk, dem
wohl Neuauflagen gegönnt sein werden.
Siehe auch unser Geschichtsarchiv
und unsere Geschichtslinks.
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