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Paul Klee, August Macke und ihre  Malerfreunde
Die Ordnung der Farbe. Die Ausstellung im Kunstmuseum Bern bis am 4. Februar 2001. Katalog Dumont, 2000, 263 S.

Artikel vom Januar 2001

 
Das Kunstmuseum Bern beherbergt die umfassendste Klee-Sammlung, dasjenige von Bonn ist gut mit Werken von August Macke datiert. Daher lag es fast auf der Hand, dass die zwei Museen eines Tages die zwei Malerfreunde in einer gemeinsamen Ausstellung vorstellen würden. Werke aus der Staatsgalerie Stuttgart, dem Wilhelm Lehmbruck Museum, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München, der Berliner Nationalgalerie und weiteren Museen sowie Privatsammlungen ergänzen die Schau.
 
Die Freundschaft der zwei Maler dauerte lediglich von 1911 bis zum frühzeitigen Tod Mackes an der Front im September 1914. In diese Jahre fällt natürlich die berühmte Tunesienreise, die in der Ausstellung mit einigen Aquarellen und Zeichnungen dokumentiert wird (siehe rechts Mackes Kairouan III sowie Klees Vor den Toren v. Kairouan aus dem Jahr 1914). Doch nicht alle der in Bern ausgestellten Werke, so Klees Lied des Spottvogels (1924, 66, Katalog 79), haben etwas mit dieser gemeinsamen Zeit zu tun. Von Klee finden sich keine Werke der Jahre 1911 und 1912.
 
Für Macke war u.a. der Einfluss von Ernst Ludwig Kirchner wichtig, wie Leute bei den Reihern (1913) beweist. Logischerweise wurde die Ausstellung nicht auf Klee und Macke beschränkt, sondern, wie schon der Titel sagt, umfasst sie auch ihre Malerfreunde. Alexej von Jawlensky (so das Stilleben mit blauer Kanne und Figur von 1908), Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, Sonia und Robert Delaunay, Franz Marc, Louis Moilliet, Robert Campendonck und Marianne von Werefkin gehören dazu.
 
Ein Blick in die Ausstellung bestätigt die altbekannte Tatsache, dass die Expressionisten unterschiedliche Wege gingen. Auch Klee und Macke verfolgten teilweise verschiedene künstlerische Ziele. Die Tunesienreise 1914 mit der Farb-Licht-Malerei bildet den Höhepunkt ihrer Malerbeziehung. Die introspektive Kunst des intellektuellen Paul Klee war von Selbstzweifeln und Infragestellung geprägt, was in der Ausstellung durch seine frühen Arbeiten eindrücklich belegt wird, in denen er sich auf "der Suche nach der Farbe" befindet, zu der er später als Macke gelangte und um die er ringen musste. Die Farbe war etwas, das sich zuerst seinem Zugriff entzog. Mackes Bekanntschaft mit den Expressionisten führte dagegen ab 1910 rasch zur Entwicklung einer Farbpalette voller Leuchtkraft. Klee hingegen kümmerte sich mehr um Fragen der Komposition.
 
Im Laufe der Jahre entwickelt Klee sich unter dem Einfluss von Robert Delaunay und anderen hin zur autonomen Farb- und Formgestaltung, bei welcher der Bildgegenstand, insbesondere die Natur, in den Hintergrund tritt. Kandinsky beeinflusste Klee u.a. dadurch, dass bei ihm die Linie eine formbildende Funktion erhielt und nicht mehr nur als überflüssige Kontur einer durch Farbe bestimmten Figur diente. "Bei Macke blieb eine zum Bildziel erklärte Abstraktion Experiment, er gelangte vielmehr über die Autonomie der Farbe zu einer neuen Konstruktion des Gegenständlichen", wobei er "nie den Kontakt zum Alltäglich-Diesseitigen" verlor (Volker Adolphs).
 
Den Abschluss der Ausstellung bilden Werke von Klee, Macke (so Hinter den Kulissen im Zirkus, 1913), Moilliet und Campendonck, die dem Motiv des Zirkus, insbesondere den Seiltänzern, gewidmet sind, da die Suche nach dem "Gleichgewicht", der "Balance", in ihrer Kunst einen zentralen Platz einnahm, der Künstler als Seiltänzer ein wichtiger Topos war.
 
Der Ausstellungskatalog geht auf die Bedeutung der Farbe bei Paul Klee, August Macke und dem "Blauen Reiter" (Volker Adolphs) ein, beleuchtet die Zeiterfahrung und Simultaneität bei Klee, Delaunay und Macke (Erich Franz), analysiert die Bedeutung der "Balance" im Werk von Klee (Tilman Osterwald) und untersucht Aspekte der Rezeption von Klee und Macke im Spiegel zeitgenössischer Sammlungen.
 
Katalog: Die Ordnung der Farbe. Paul Klee, August Macke und ihre Malerfreunde. DuMont, 2000, 264 S. Katalog bestellen bei Amazon.de.
 
Nahe der Schlosshalde Bern soll ab 2002 das Paul-Klee-Zentrum gebaut werden. Die Kosten werden auf über  CHF 100 Millionen veranschlagt. Davon sind CHF 60 Millionen durch das Stiftungsvermögen der Maurice-und-Martha-Müller-Foundation gesichert. Weitere CHF 10 Millionen steuert der Lotteriefonds des Kantons Bern bei. Dazu kommen Erschliessungskosten von CHF 22 Millionen für das riesige Areal, die von Stadt und Kanton Bern getragen werden sollen. In der Schweiz hat in solchen Fragen das Volk das letzte Wort. Bis zum 26. März 2001 kann gegen das Vorhaben noch das Referendum ergriffen werden. Bisher sieht es nicht danach aus, womit der Bau ohne Volksabstimmung in Angriff genommen werden könnte. Doch die Bürger des Kantons Bern müssen am 4. März 2001 noch einer Umzonung des Bauareals zustimmen und einen Kredit genehmigen. Der italienische Architekt Renzo Piano, der die Fondation Beyeler in Basel gebaut hat, wird für den Museumsbau verantwortlich sein, in dem über 2600 Kunstwerke Klees zusammen mit seinem Nachlass untergebracht werden sollen. Die Eröffnung ist für 2005 geplant. [15. Juli 2006: Das Paul Klee Zentrum in Bern wurde 2005 eröffnet und umfasst rund 4000 Werke des Künstlers].
 
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