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Nr. 22, Januar 2001
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Being John Malkovich
Regie Spike Jonze
Buch Charlie Kaufman
Mit John Malkovich als "sich selbst"
John Cusack..............Craig Schwartz
Cameron Diaz............Lotte Schwartz
Catherine Keener..........Maxine Lund

 
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Der gescheiterte Puppenspieler Craig Schwartz (John Cusack) wird vom Publikum ignoriert und muss als Aktensortierer in einem Bürogebäude in Manhattan im Stockwerk 7.5, wo alle gebückt gehen müssen, arbeiten, um sich über Wasser zu halten. Seine Frau Lotte (Cameron Diaz) ist ein "reizarmes Neutrum", das allerlei Tiere in seiner Wohnung "betreut". Seine hübsche Kollegin Maxine (Catherine Keener), der einzige Lichtblick in seinem Leben, ignoriert ihn.
 
Eines Tages entdeckt Craig, als er einen Ordner beiseite schiebt, ein Türe hinter einem Aktenschrank, die direkt in den Kopf des egozentrischen Schauspielers John Malkovich führt - allerdings nur für 15 jeweils Minuten. Danach wird Craig auf eine Wiese bei der Autobahn-Maut nach New Jersey hinausgeschleudert.
 
Zusammen mit Maxine wittert Craig das grosse Geld. Sie gründen ein "Reisebüro", das Kurzurlaube in Malkovichs Hirn vermittelt. Doch Malkovich spürt, dass etwas nicht stimmt und will der Sache auf den Grund gehen. Eines Tages taucht er im "Reisebüro" auf, um selbst den Trip anzutreten, was zum Höhepunkt des Films wird.
 
Being John Malkovich ist originell und ohne Respekt für die dramaturgischen Regeln, nach denen Filme üblicherweise gedreht werden. Der damals 30-jährige amerikanische Regisseur Spike Jonze schuf einen Film über das Streben nach Berühmtheit, Manipulation und den freien Willen - alles bereits zu Beginn durch Puppen an Fäden angedeutet. Den Wunsch, sich im Gegenüber zu erkennen und die Frage nach der Identität wird nicht nur durch Malkovich, sondern auch durch den Einsatz von Spiegeln evoziert. Auch die Rolle der Geschlechter spricht Jonze an. Nicht zu kurz kommen die Selbstironie und die Infragestellung von Rollenklischees.
 
Die 15 Minuten in Malkovichs Kopf sind eine Anspielung auf Warhols berühmte "fifteen minutes of fame", die jedem Menschen im Medienzeitalter zustehen, vielleicht zugleich auch die Viertelstunde, die der Koitus durchschnittlich dauern soll. Die Besuche im Körper von Malkovich sind nicht ohne Folgen für die beteiligten Personen. Die Komödie mit Tiefgang entwickelt sich zu einem ernsten Drama, das auch die Vergänglichkeit und ewiges Lebens behandelt.
 
Kurzbiographien und Filmographien
 
John Cusack wuchs mit vier Geschwistern in einem Kaff in Illinois auf. Mit 16 zog er nach Chicago, wo er noch heute lebt. Seine Schwester Joan ist auch Schauspielerin. Zusammen spielten sie in der Komödie High Fidelity (2000), die auf dem Bestseller-Roman von Nick Hornby beruht. Cusack produzierte den Film mit seiner 1995 gegründeten Firma New Crime Productions und schrieb auch das Drehbuch dazu, wobei er mit dem Einverständnis von Hornby den Schauplatz in die "Windy City" verlegte. Zu Cusacks Filmographie gehören u.a. John Sayles' Eight Men Out (1988), Cameron Crowes Say Anyhting... (1989), Woody Allens Bullets Over Broadway (1994) und Mike Newells Pushing Tin (1999).
 


 
Der Schauspieler, Produzent und Regisseur John Malkovich wurde in der Kleinstadt Charleston, Illinois, geboren und wuchs in Benton auf. Nachdem er am College graduiert hatte gründete er mit seinem Freund Gary Sinise die Steppenwolf Theatre Company in Chicago, für die er von 1976 bis 1982 als Schauspieler, Regisseur und Bühnenbildner in über 50 Produktionen tätig war. Für seine Rolle in Volker Schlöndorffs Death of a Salesman erhielt er einen Emmy Award. Sein Filmdebüt kam 1984 mit Robet Bentons Places in the Heart an der Seite von Sally Field, wofür er sogleich eine Oscar-Nomination erhielt. Zu seinen weiteren Filmen gehören The Killing Fields (1984) und Dangerous Liaisons (1988). Für seine Rolle in Wolfgang Petersens In The Line of Fire (1993) wurde er erneut für einen Oscar nominiert.
 
Zu den neueren Film von Catherine Keener gehören Out of Sight (1998), 8MM (1999) an der Seite von Nicholas Cage sowie Simpatico (1999).
 
Cameron Diaz war fünf Jahre lang ein Modell für Elite, ehe sie sich mit 21 Jahren erfolgreich für The Mask (1994) mit Jim Carrey bewarb. 1996 folgte She's The One. Für ihre Rolle in There's Something About Mary (1998) erhielt sie den New York Film Critics Circle Best Actress Award. Any Given Sunday (1999) und Charlie's Angels: The Movie (2000) gehören zu ihren neueren Filmen.
 
Regisseur Spike Jonze drehte Videoclips für Björk und R.E.M. sowie Industriefilme und ist mit Francis Ford Coppolas Tochter Sofia verheiratet, die ebenfalls Regie führt. Being John Malkovich ist sein erster Kinofilm.
 

 

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