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Nr. 22, Januar 2001
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Joan Miró
Biografie, Biographie, Ausstellung, Katalog
Mein Atelier ist mein Garten. Die Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen am Rhein. Katalog Richard W. Gassen, Hatje Cantz, 2000, 223 S.
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Der in Barcelona geborene Juan Miró (1893-1983) gehört zu den populärsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Bis am 28. Januar 2001 sind im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen rund 130 Werke des Katalanen aus den Jahren 1916 bis 1983 zu sehen, darunter Gemälde, Skulpturen, Druckgrafiken, Keramiken und Theaterpuppen. Die Arbeiten stammen vor allem von der Fundació Joan Miró in Bacelona, weitere Leihgeber sind das MoMA New York, das Centre Georges Pompidou in Paris, die Tate Gallery London sowie die Neue Nationalgalerie in Berlin.
 
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as Wilhelm-Hack-Museum ist in besonderer Weise mit Miró verbunden, da dessen 10x55 Meter messende Keramikfassade seit über 20 Jahren das 1979 eingeweihte Gebäude ziert. Es ist das monumentalste Werk von Miró überhaupt.
 
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ie umfassendste Retrospektive in Deutschland seit 13 Jahren zeigt das wenig bekannte Frühwerk ebenso wie die heiteren und skurrilen Werke der 1940er und 1950er Jahre, die seinen Weltrum begründeten, sowie sein Spätwerk.
 
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915, im Alter von 22 Jahren, begann Miró nach einem kurzen Studium an der Akademie seine Karriere als freier Künstler. Die traditionelle katalansiche Malerei und Volkskunst, van Gogh, Cézanne und Matisse beeinflussten den jungen Mann. Aus dem Frühwerk Mirós werden Stillleben (zu denen das nebenstehende Nord-Sud von 1917 gehört), Porträts und Landschaften gezeigt. Im 1921 entstandenen Gemälde Nu debout verband Miró die kubistische Formensprache mit dem Detailrealismus der neuen Sachlichkeit. 1920 hatte er in Paris Picasso kennengelernt.
 
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itte der 1920er Jahre vollzog der Katalane in Paris unter dem Einfluss von Dadaismus und Surrealismus den grundlegenden Wandel, der ihn von der Gegenständlichkeit wegführte. André Masson brachte ihn mit den Pariser Surrealisten in Kontakt. Miró entwickelte seine aus Linien, Farben, Zeichen und Symbolen bestehende eigenständige Bildsprache und komponierte Traumbilder wie Danseuse II aus dem Jahr 1925, das den Ausstellungskatalog ziert.
 
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och Miró arbeitete nicht nach dem Zufallsprinzip. Im Gegensatz zu seinen Kollegen überdachte und prüfte er sein Schaffen und machte Vorstudien zu seinen Gemälden.
 
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n den 1930er Jahren befand er sich in einer Krise, zwischen Fantasie und Imagination einerseits und der Einbindung der sichtbaren Wirklichkeit andererseits hin- und hergerissen. Er suchte auch später immer nach einer Balance zwischen Figuration und Abstraktion.
 
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940/41 schuf Miró seine Bildserie Constellations mit Linien, Flecken und Farbflächen in Verbindung mit figurativen Kompositionselementen. Er beschränkte sich auf die Grundfarben Schwarz, Grün, Gelb, Blau und Rot. Seine Bildsprache beeinflusste Jackson Pollock und dessen All-over-Malerei. Femmes dans la nuit (1946) und Femme, lune, étoile (1949) gehören in diese Phase Mirós.
 
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irós Spätwerk ist in der Ausstellung u.a. durch die nebenstehenden Skulpturen Femme (1967) und Le roi guerrier (1981-83) vertreten, die zu den Höhepunkten nicht nur seines späten Schaffens gehören. Er erweiterte sein malerisches Spektrum und wandte sich auch der Grafik, Plastik und Keramik zu und schuf überlebensgrosse Puppen für das Theaterstück Mori el Merma, Tod dem Tyrannen.
 
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m Katalog führt Richard W. Gassen in Mirós Werk ein. Hubertus Gassner geht auf seine Malerei, Skulptur und Druckgrafik ein. Rosa Maria Malet befasst sich mit seiner Keramik sowie seiner Ambition, über die reine Malerei hinaus zu gelangen. Eva Beate Bode kümmert sich um Mirós Illustrationen zu Ubu Roi. Joan Baixas analysiert die Arbeit des Künstlers am Theaterprojekt Mori el Merma. Eine achtseitige Biographie, eine Auswahlbibliographie und ein ausführliches Ausstellungsverzeichnis ergänzen den umfassend in Leben und Werk von Joan Miró einführenden Band.
 
Katalog: Richard W. Gassen, Hg., Miró. Mein Atelier ist mein Garten, Hatje Cantz, 2000, 223 S. Bestellen bei Amazon.de.
 

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