Joan Miró
Biografie, Biographie,
Ausstellung, Katalog
Mein Atelier ist mein Garten. Die Ausstellung im
Wilhelm-Hack-Museum
in Ludwigshafen am Rhein.
Katalog Richard W. Gassen,
Hatje Cantz, 2000, 223 S. Bestellen
bei Amazon.de.
Der in Barcelona geborene Juan Miró
(1893-1983) gehört zu den populärsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Bis
am 28. Januar 2001 sind im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen rund 130 Werke des
Katalanen aus den Jahren 1916 bis 1983 zu sehen, darunter Gemälde, Skulpturen, Druckgrafiken, Keramiken und
Theaterpuppen. Die Arbeiten stammen vor allem von der Fundació Joan Miró in
Bacelona, weitere Leihgeber sind das MoMA New York, das Centre Georges
Pompidou in Paris, die Tate Gallery London sowie die Neue Nationalgalerie in
Berlin.
Das Wilhelm-Hack-Museum ist in besonderer Weise
mit Miró verbunden, da dessen 10x55 Meter messende Keramikfassade seit über
20 Jahren das 1979 eingeweihte Gebäude ziert. Es ist das monumentalste Werk
von Miró überhaupt.
Die umfassendste Retrospektive in Deutschland
seit 13 Jahren zeigt das wenig bekannte Frühwerk ebenso wie die
heiteren und skurrilen Werke der 1940er und 1950er Jahre, die seinen Weltrum
begründeten, sowie sein Spätwerk.
1915, im Alter von 22 Jahren, begann Miró nach
einem kurzen Studium an der Akademie seine Karriere als freier Künstler. Die
traditionelle katalansiche Malerei und Volkskunst, van Gogh, Cézanne und
Matisse beeinflussten den jungen Mann. Aus dem Frühwerk Mirós werden Stillleben (zu denen
das nebenstehende Nord-Sud von 1917
gehört), Porträts und Landschaften gezeigt.
Im 1921 entstandenen Gemälde Nu debout verband Miró die kubistische
Formensprache mit dem Detailrealismus der neuen Sachlichkeit. 1920 hatte er in
Paris Picasso kennengelernt.
Mitte der 1920er Jahre vollzog der Katalane in
Paris unter dem Einfluss von Dadaismus und Surrealismus den grundlegenden
Wandel, der ihn von der Gegenständlichkeit wegführte. André Masson brachte
ihn mit den Pariser Surrealisten in Kontakt. Miró entwickelte seine
aus Linien, Farben, Zeichen und Symbolen bestehende eigenständige Bildsprache
und komponierte Traumbilder wie Danseuse II aus dem Jahr 1925, das den
Ausstellungskatalog ziert.
Doch Miró arbeitete nicht nach dem
Zufallsprinzip. Im Gegensatz zu seinen Kollegen überdachte und prüfte er
sein Schaffen und machte Vorstudien zu seinen Gemälden.
In den 1930er Jahren befand er sich in einer
Krise, zwischen Fantasie und Imagination einerseits und der Einbindung der
sichtbaren Wirklichkeit andererseits hin- und hergerissen. Er suchte auch
später immer nach einer Balance zwischen Figuration und Abstraktion.
1940/41 schuf Miró seine Bildserie Constellations
mit Linien, Flecken und Farbflächen in Verbindung mit figurativen
Kompositionselementen. Er beschränkte sich auf die Grundfarben Schwarz,
Grün, Gelb, Blau und Rot. Seine Bildsprache beeinflusste Jackson
Pollock und dessen All-over-Malerei. Femmes
dans la nuit (1946) und Femme, lune, étoile (1949) gehören in diese Phase
Mirós.
Mirós Spätwerk ist in der Ausstellung u.a.
durch die
nebenstehenden Skulpturen Femme (1967) und Le roi guerrier
(1981-83) vertreten, die zu den Höhepunkten nicht nur seines späten
Schaffens gehören. Er erweiterte sein malerisches Spektrum und wandte sich
auch der Grafik, Plastik und Keramik zu und schuf überlebensgrosse Puppen
für das Theaterstück Mori el Merma, Tod dem Tyrannen.
Im Katalog führt Richard W. Gassen in Mirós
Werk ein. Hubertus Gassner geht auf seine Malerei, Skulptur und Druckgrafik
ein. Rosa Maria Malet befasst sich mit seiner Keramik sowie seiner Ambition,
über die reine Malerei hinaus zu gelangen. Eva Beate Bode kümmert sich um
Mirós Illustrationen zu Ubu Roi. Joan Baixas analysiert die Arbeit des
Künstlers am Theaterprojekt Mori el Merma. Eine achtseitige
Biographie, eine Auswahlbibliographie und ein ausführliches
Ausstellungsverzeichnis ergänzen den umfassend in Leben und Werk von Joan
Miró einführenden Band.
Katalog: Richard W.
Gassen, Hg., Miró. Mein Atelier ist mein Garten, Hatje Cantz, 2000, 223 S. Bestellen
bei Amazon.de.
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Katalog: Richard W.
Gassen, Hg., Miró. Mein Atelier ist mein Garten, Hatje Cantz, 2000, 223 S. Bestellen
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