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Lisette Model
Biographie der Fotografin und die Ausstellung im Fotomuseum Winterthur

Artikel vom 19. März 2001
 
Lisette Model (1901-1983) wiederholte oft, sie fotografiere nichts, das sie gleichgültig lasse - ein Rat, der ihr einst Rogi André gegeben haben soll und den sie beherzigte. Das Resultat sind Fotos, die zum Beobachter sprechen. Ihre Werke haben mehrere Generationen von Fotografen von Larry Fink über Diane Arbus bis zu Nan Goldin beeinflusst.
 
Die von der Kunsthalle Wien und dem Fotomuseum Winterthur in Zusammenarbeit mit der National Gallery of Canada in Ottawa entstandene Ausstellung ist die erste grosse Präsentation der Künstlerin in Österreich und der Schweiz. Die National Gallery of Canada verwaltet den Nachlass von Lisette Model, aus dem 40 Fotos erstmals öffentlich zu sehen sind. Im Katalog sind neben vier Essays zu Leben und Werk der Künstlerin gut 100 der rund 120 Fotografien der Ausstellung abgebildet (Hg. Monika Faber und Gerald Matt, Kunsthalle Wien, 2000; ISBN 3-85247-027-7).
 
Lisette Model wurde 1901 in Wien als Elise Amelie Felicie Stern geboren. Zwei Jahre später änderten die Eltern den Familiennamen in Seybert. 1920 nahm Elise Unterricht in Harmonielehre und Kontrapunkt bei Arnold Schönberg. Von 1924 bis 1926 studierte sie bei Marie Gutheil-Schoder Gesang. 1933 gab sie aus ungeklärten Gründen das Singen auf und wandte sich der Fotografie zu.
 
1934-35 fotografierte Elise Urlauber an der Promenade des Anglais in Nizza und traf ihren späteren Mann, den Maler Evsa Model. 1937 ging Elise bei der Fotografin Florence Henri in die Lehre. 1938 emigrierte sie mit Evsa in die USA.
 
1940 kaufte das Museum of Modern Art in New York die ersten Fotografien von Lisette Model und stellt sie in einer Gruppenausstellung vor. Die Fotografin knüpfte rasch Kontakte zu amerikanischen Kollegen wie Alexey Brodovitch (dem Art Director von Harper's Bazaar), Beaumont Newhall, Anselm Adams und Berenice Abbott.
 
Die wichtigsten Fotoserien von Lisette Model entstanden ab jenen Jahren, so Schaufenster-Spiegelungen (ab 1939), die Alltags-Fotos Laufende Beine (ab 1940), die Arbeiten über Coney Island und zur Lower East Side, zu Hotels, Restaurants, Bars und Nachtlokalen in New York, darunter Asti's, Nick's und das Café Metropol (ab 1941).
 
1941 widmete ihr die New Yorker Galerie der Photo League eine Einzelausstellung. 1943 zeigte das Art Institute in Chicago ihre Arbeiten. Im Jahr darauf entstanden Lisette Models Fotografien über die Blindenwerkstätte "Lighthouse".
 
1944 wurden ihr Bruder und ihre Schwägerin von Frankreich in ein deutschen Konzentrationslager gebracht. Ihre Mutter starb in Nizza.
 
1946 fotografierte Lisette Model die Hundeausstellung des Westminster Kennel Clubs im Madison Square Garden. Sie reiste mit Evsa nach San Francisco, wo sie Kontakt zu Fotografen wie Imogen Cunningham, Dorothea Lange, Edward Weston und Minor White knüpfte. Ihre Porträts von Frank Sinatra, Georges Simenon und anderen Persönlichkeiten entstanden. Im Californian Palace of the Legion of Honor in San Francisco wurden 1946 ihre Werke in einer Einzelausstellung vorgestellt. 1948 zeigte das Museum of Modern Art in New York ihre Arbeiten. 1949 suchte Lisette Model vergeblich um ein Stipendium bei der Guggenheim-Stiftung an. In jenem Jahr entstand ihre Serie zur Oper in San Francisco.
 
Von 1951 bis 1954 tourte die vom Museum of Modern Art in New York organisierte Ausstellung "Leading Photographers" durch die USA, Japan und Europa. Sie enthielt 15 Fotos von Lisette Model, die damals an der California School of Fine Arts lehrte, ehe sie ihre Lehrtätigkeit an der New Yorker School for Social Research aufnahm. Dort wurde sie so stark in Anspruch genommen, dass sie das Fotografieren stark einschränkte.
 
1952 entstand die Idee, ein Jazz-Buch zu machen. 1954-58 fotografierte Lisette Model an den Jazz-Festivals in Newport und in New York. Louis Armstrong, Ella Fitzgerald und Anita O'Day gehörten zu den von ihr porträtierten Künstlern. 1953 kehrte Lisette Model erstmals nach Europa zurück, wo sie fünf Monate in Italien und Frankreich verbrachte. In den USA wurde sie im Zusammenhang mit der von Senator McCarthy organisierten Jagd auf Kommunisten 1952-53 unter Beobachtung gestellt und verhört.
 
1957 begann Diane Arbus bei Lisette Model zu studieren. Von 1960 bis 1983 war Lisette Model als Lehrerin tätig, nahm an Ausstellungen teil und arbeitete an einem Projekt über "Glamour". Sie starb 1983 in einem New Yorker Krankenhaus. Sie hinterlässt ein hart an der Grenze zur Karikatur stehendes Werk, das Monika Faber im Katalog als "kritischen Humanismus" bezeichnet.




Lisette Model: Modeschau, Hotel Pierre, NYC, ca. 1940-46. Copyright.
 

Lisette Model: Billie Holiday, 1959. Copyright.
 

Lisette Model: Schaufenster-Spiegelung, San Franciso, 1949. Copyright.
 
Taschenbuch: Lisette Model, Phaidon Press, 2001. Buch bestellen bei Amazon.de, Amazon.co.uk, Amazon.com.
 
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