Julia Roberts
Biographie, Biografie, Filme, DVDs
Artikel vom 3. April 2001
Biografie von Julia Roberts
Julie Fiona Roberts wurde 1967 in Atlanta,
Georgia, geboren. 1972 zog ihre Familie nach Smyrna, Georgia, wo Julia
aufwuchs. Sie besuchte die Fitzhugh Lee Elementary School, die Griffin Middle School
und die Campbell High School in Smyrna.
Julia ist die Tochter von Walter Roberts, der Staubsauger verkaufte und
als Schauspieler und Schriftsteller arbeitete. Die Mutter Betty war als
Sekretärin für eine Kirche und als Schauspielerin tätig. Die Eltern
gründeten in den 1960er Jahren den Atlanta Actors and Writers Workshop.
Julias Schwester Lisa (*1965) und ihr Bruder Eric (*1956) sind ebenfalls
Schauspieler. Daneben hat Julia noch eine Halbschwester, Nancy Motes. Julias
Eltern, Walter und Betty, heirateten 1955 und liessen sich 1971 scheiden, als Julia
vier Jahre alt war. Der Vater und Bruder Eric blieben in Atlanta. Julia zog
mit ihrer Mutter und Schwester Lisa nach Smyrna. Der Vater musste sich später
als Verkäufer von Staubsaugern, die Mutter als Sekretärin durchs Leben
schlagen. Walter Roberts starb an Krebs, als Julia neun Jahre alt war.
Nach ihrem Abschluss an der Campbell High School
zog Julia 1985 nach New York zu ihrer älteren Schwester Lisa, um eine
Karriere als Schauspielerin anzustreben. Zuerst arbeitete sie als Modell.
Ihren ersten Job in einem Kinofilm erhielt sie 1986, als ihr Bruder Eric sie
für eine kleine Rolle als seine Schwester im Western Blood Red
empfahl. Eric hatte damals bereits in einigen Filmen gespielt und war für
seine Rolle in Andrei Konchalovskys Runaway Train mit Rebecca
DeMornay und Jon Voight sogar für einen Oscar nominiert worden. In Blood Red
hatte Eric die Hauptrolle. Daneben spielten Dennis
Hopper, Giancarlo Giannini und Burt Young mit. Der Film wurde von
Regisseur Peter Masterson gedreht. In den USA kam er erst 1988 in die Kinos. In
Deutschland kam er 1991 sogar nur auf Video raus - wohl nur dank dem Erfolg
von Julia Roberts in Pretty Woman (1990), was wohl genug über die
Qualität des Streifens aussagt.
Die Zuschauer entdeckten Julia Roberts
erstmals 1987 in der TV-Serie Crime Story. Darin spielte sie eine
sexuell missbrauchte Teenagerin. Der Produzent Michael Mann gab ihr
später auch eine Rolle in seiner Fernsehserie Miami Vice. Darin
spielte Julia die Sekretärin eines Gangsters, die eine Affäre mit Sonny Crockett (Don
Johnson) hatte.
Während den nachfolgenden eineinhalb Jahren
bewarb sich die ehemalige "Miss Panthera" aus Smyrna für TV-Werbungen
und Filmrollen. Nach einem Auftritt in der Fernsehserie Spenser: For Hire
mit Robert Urich erhielt sie endlich grössere Angebote.
Julia Roberts' erste wichtigere Rolle kam 1987
im Kinofilm Satisfaction, der eigentlich als Starvehikel für
Justine Bateman, die Protagonistin der Sitcom Family
Ties gedacht war. Die Teenagerkomödie ist nichts, auf das man stolz
sein könnte. Doch auf dem Set verliebte sich Julia in einen Schauspieler
- das sollte ihr später noch öfters passieren. Liam
Neeson, der damals doppelt so alt wie Julia war, wurde der Mann an ihrer
Seite. Sie lebten einige Zeit zusammen in Venice.
Ebenfalls 1987 drehte Julia Baja Oklahoma,
einen Film für das Kabelfernsehen, in dem sie die wilde Tochter von Lesley Ann
Warren spielte. Roberts' dritter Film von 1987 war Mystic Pizza,
mit dem ihr der Durchbruch auf der Leinwand gelang. 1988 in die
amerikanischen Kinos gekommen, spielt der Film in einer Pizzeria in Mystic,
einer Kleinstadt am Meer in Connecticut und erzählt die Geschichte von
drei jungen Frauen. Daisy Arujo (Julia Roberts) und ihre Schwester Kat
(Annabeth Gish) sind Töchter einer portugiesisch-stämmigen Familie.
Zusammen mit Jojo Barboza (Lili Taylor) jobben sie in der Pizzeria Mystic Pizza,
die ihnen als "Hafen und Familienersatz" dient (Zurhorst). Es
ist der Typ von Film mit kleinem Budget, der den Studios dazu dient, junge
Talente hinter und vor der Kamera zu testen. Donald Petries Debütfilm ist
kein Meisterwerk. Er spielte allerdings das mehrfache seiner
Entstehungskosten ein. Für Julia Roberts sollte es der Beginn einer
herausragenden Karriere werden.
Ein Jahr später würde die junge
Schauspielerin durch Steel Magnolias zu
"America's Sweetheart". Julia überzeugte als Tochter von Sally Field
so sehr, dass sie 1990 für ihre Leistung einen Golden Globe gewann und
für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert wurde. Eine Reihe
weiterer bekannter Frauen spielte im Film mit, darunter Shirley MacLaine, Dolly Parton, Daryl
Hannah und Olympia Dukakis.
Sally Field wurde eine gute Freundin von Julia und stand ihr später in
schwereren Zeiten mit Rat zur Seite, auch, was ihre Karriere anbetraf.
1990 erschien der Kassenschlager Pretty Woman,
der allein in den amerikanischen Kinos über $178 Millionen einspielte, über
doppelt sie viel wie ihr vorhergehender Film Steel
Magnolias (1989), ihrem ersten grossen kommerziellen Erfolg. Für ihre
Rolle der Prostituierten Vivian Ward in Pretty Woman an der Seite von Richard
Gere erhielt Julia ihre zweite Oscar-Nomination, diesmal in der Kategorie der
besten Schauspielerin. Vor allem aber machte der Film sie zum Superstar. Kaum
zu glauben, aber ursprünglich war Pretty Woman als Sozialdrama ohne
Happy End gedacht gewesen. Als die Disney-Filiale Buena Vista die Rechte am
Film erwarb und Garry Marshall als Regisseur ausgewählt wurde, erfuhr das
Filmkonzept radikale Änderungen. Vivian war nicht mehr die drogenabhängige
Hure. Pretty Woman wurde zum romantischen Filmmärchen für Erwachsene
umgeschrieben - mit dem erwähnten kommerziellen Erfolg.
Mit den nachfolgenden Streifen sorgte Julia
Roberts weiterhin für Furore. Der Psychothriller Sleeping With The Enemy
sowie Flatliners gehören in diese Kategorie. Für beide Filme war
Julia noch vor dem Erfolg von Pretty Woman ausgewählt worden. Der
frühere Werbefilmer Joel Schumacher benutzte in Flatliners
allerdings zu viele stereotype Wiederholungen, zu viele Begegnungen mit
dem Tod ohne substantielle Änderungen, um einen künstlerisch
überzeugenden Streifen zu Schaffen.
Julias Co-Star aus Flatliners, Kiefer
Sutherland, wurde ihr neuer Freund und verliess dafür Frau und Kind. Doch
Sutherland stand in der Folge im Schatten des Erfolgs von Roberts. Die Presse
berichtete über seinen exzessiven Alkoholkonsum, der daraus resultierte.
Julia und Kiefer verlobten sich im März 1991 und planten die Heirat für den
folgenden 14. Juni. Doch ein Foto, das Kiefer mit einer Unbekannten zeigte,
machte die Runde. Bald wurde bekannt, dass es sich bei der Frau um eine
Stripperin handelte. Drei Tage vor der Hochzeit liess Julia die Feier
platzten. Jason Roberts, der an der Seite von Sutherland in
Joel Schumachers The Lost Boys gespielt hatte, wurde Julias neuer
Freund.
Das Schnulzendrama Dying Young (1991)
war ein Reinfall für Julia. Joel Schumachers Film über eine Frau, die für
einen reichen, todkranken, an Krebs leidenden jungen Mann arbeitet, bewies
einmal mehr, wie Zurhorst zurecht anmerkt, dass der Regisseur besser in der
Werbebranche geblieben wäre. Anstatt die Geschichte zu erzählen, versucht
er, sie dem Zuschauer zu verkaufen.
Julias nächster Film war Steven Spielbergs Peter Pan-Adaptation
mit Robin Williams in der Hauptrolle: Hook. Obwohl der Film über
$100 Millionen einspielte, wurde er zurecht von der Kritik zerrissen. Julia
spielte die Rolle von Tinkerbell, der winzigen guten Fee, die Peter Pan
zurück ins Neverland bringen sollte. Sie überzeugte die Kritiker mit ihrem
natürlichen Charme. 1992 hatte Roberts
eine kleine Rolle in Robert Altmans Hollywood-Satire The Player. Sie
spielte darin eine Frau in einem Film, die unschuldig in einer Todeszelle
sitzt und im letzten Moment von
Bruce Willis gerettet wird. 1993 stand Julia an der Seite von Denzel
Washington in Die Akte (The
Pelican Brief) vor der Kamera. Es war einer ihrer besten Filme.
Julia hatte eine weitere Liebesromanze,
diesmal mit dem Sänger und Songschreiber Lyle Lovett. Die zwei
heirateten, liessen sich aber zwei Jahre später wieder scheiden, sollen
allerdings gute Freunde geblieben sein. Auf der Kinoleinwand wurde
Roberts' Erfolgsgeschichte ebenfalls unterbrochen. Der romantische
Thriller I
Love Trouble (1994) mit Nick Nolte, in dem sie eine Journalistin
spielte, sollte zum ersten Mal in ihrer Karriere ihre komische Seite
stärker zur Geltung bringen.
Robert Altmans Prêt-à-Porter war eine kommerzieller wie
künstlerischen Flop. Das Heiratsdrama Something
To Talk About (1995) zeigte Julia erstmals erfolglos in einer Rolle
als Mutter. 1996 folgte Mary
Reilly, ein weiterer Flop an den Kinokassen. Doch meiner Meinung nach
bot Julia Roberts in Stephen Frears Version von der Geschichte von Dr. Jekyll
and Mr. Hyde ihre reifste Leistung, die nur von der Oscar-gekrönten
in Erin Brockovich (2000) egalisiert wird. Auch Neil Jordans Drama
über den irischen Freiheitshelden Michael Collins (Liam Neeson)
war ein Flop. In den beiden letztgenannten Filmen war Julia Roberts weit
von ihrem Image als romantischer Star entfernt, was dem Publikum wohl
missfiel. Doch in Mary Reilly konnte Julia als einfache Angestellte
von Dr. Jekyll zeigen, dass sie durchaus in der Lage ist, Charakterrollen
zu übernehmen. Der Film als solcher war kein Meisterwerk und wurde
deshalb für keinen Oscar nominiert. Julia erhielt allerdings einige
ungerechtfertigte Kritiken.
1996 spielte Julia in Woody Allens Everyone Says I
Love You. Es war kein kommerzieller Erfolg in den USA - wie alle Filme
von Allen, die manchmal in Paris alleine mehr einspielen wie in den ganzen
USA - doch die Kritik liebte den Streifen. 1997 kehrte Julia zu ihrem
früheren Box-Office-Erfolg zurück. Die künstlerisch dürftige
romantische Komödie My Best Friend's
Wedding öffnete in den USA mit den damals höchsten je registrierten
Einnahmen an einem Wochenende. Julia wurde für ihre Leistung gar für
einen Golden Globe nominiert. Seither wurden alle weiteren Filme von Julia Roberts
zu Kassenschlagern. Sie ist die einzige Schauspielerin - neben einigen
Männern wie Tom Hanks - die durch ihre blosse Präsenz einem Film zum
wirtschaftlichen Erfolg verhelfen kann. Zu Julias folgenden Hits gehören
der Verschwörungsthriller Conspiracy Theory
mit Mel Gibson (1997) und das Familiendrama Stepmom (1998) mit Susan Sarandon
und Ed Harris. Darin spielt Sarandon eine an Krebs sterbende Mutter mit
Kindern, die Roberts dazu bringen will, ihre Rolle als Mutter nach ihrem
Tod zu übernehmen. Weitere kommerzielle Erfolge von Roberts waren die
romantischen Komödien Notting Hill (1999), mit Hugh Grant als
Buchhändler, und Runaway Bride (1999) mit Richard Gere.
Der Höhepunkt von Julia Roberts' Karriere kam
mit Steven Soderberghs Erin Brockovich (2000), wofür sie im März
2001 mit dem Oscar als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Der Film
basiert auf einer wahren Geschichte. Julia spielt darin die Titelrolle, eine
zweifach geschiedene Mutter, die kein Geld und keinen Job hat. Als sie nach
einem von ihr nicht verschuldeten Autounfall noch schlechter dasteht, schafft
sie es, ihren Anwalt Ed
Masry (Albert Finney), der ihr vor Gericht nicht zum Sieg verhelfen
konnte, dazu zu bringen, ihr einen Platz in seiner Anwaltskanzlei zu
verschaffen. Bei ihrer Arbeit stösst Erin auf medizinische Akten, die
zwischen Grundstücksdokumenten versteckt wurden. Sofort beginnt sie, die
dubiose Sache zu erforschen und stösst dabei auf eine Firma, die das
Grundwasser einer Gemeinde verschmutzt und den Skandal zu vertuschen versucht.
Mit ihrer Hartnäckigkeit gelingt es Erin, das anfängliche Misstrauen der
lokalen Bevölkerung zu überwinden und 600 Klagen einzusammeln. Erin und Ed
schaffen es, $333 Millionen für die von der Verschmutzung gesundheitlich
betroffen Menschen zu erstreiten, die höchste jemals in einem direct-action lawsuit
in den USA erstrittene Summe. Es ist die klassische Geschichte des Underdogs,
der gegen einen mächtigen Feind gewinnt. Gleichzeitig ist es die Story des
amerikanischen Traums: Du kannst es schaffen, wenn du nur hart daran
arbeitest.
Julia Roberts hat eine eigene Produktionsfirma,
Shoelace. Zu den von ihr produzierten Filmen gehören das Remake von Alfred
Hitchcocks To Catch a Thief, die wahre Geschichte From Alice to Ocean
sowie das Remake von George Cukors The Women.
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Julia Roberts. Foto
aus der Biographie
von Meinolf Zurhorst: Julia Roberts.
Heyne, München, 1999 (1992), 216 S. Dieser Artikel basiert
weitgehend auf Zurhorsts Buch.
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Schweiz. Die Biographie von Zurhorst gehört nicht zu den Meisterwerken des
Genres, doch sie enthält viele Informationen zu den einzelnen Filmen.
Erstmals 1992 erschienen, wurden Infos zu späteren Filmen aufgenommen. Doch
zu Notting Hill und Erin Brockovich finden sich in der
vorliegenden Ausgabe von 1999 natürlich keine Angaben. Dennoch bietet die
einzige deutsche Biographie zu Julia Roberts viel Wissenswertes und
Kritisches. Die aus den frühen 1990er Jahren stammenden düsteren Prognosen
für das Filmgeschäft sind allerdings - was die kommerzielle Seite angeht -
nicht eingetroffen.
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Julia Roberts' Filmographie
2001 The Mexican (released on March 2, it has
already made over $58 million at the US box office)
2000 Erin Brockovich $125,548,000
1999 Runaway Bride $152,149,000
1999 Notting Hill $116,006,000
1998 Stepmom $91,030,000
1997 My Best Friend's Wedding $126,805,000
1997 Conspiracy Theory $76,081,000
1996 Michael Collins $11,030,000
1996 Everyone Says I Love You $9,714,000
1996 Mary Reilly $5,600,000
1995 Something to Talk About $50,892,000
1994 Prêt-à-Porter $5,860,000
1994 I Love Trouble $30,806,000
1993 The Pelican Brief $100,768,000
1992 The Player $21,706,000
1991 Hook $119,654,000
1991 Sleeping with the Enemy $101,580,000
1991 Dying Young $33,669,000
1990 Flatliners $61,490,000
1990 Pretty Woman $178,406,000
1989 Steel Magnolias $83,759,000
1989 Mystic Pizza $12,793,000
1987 Satisfaction $8,253,000
1987 Baja Oklahoma
1986 Firehouse
1986 Blood Red (released in 1988)
Von Julia
Roberts gewonnene Awards/Preise
2001 Oscar Best Actress for Erin Brockovich.
1991 Oscar Nomination Best Actress for Pretty Woman.
1990 Oscar Nomination Best Supporting Actress for Steel Magnolias.
2001 Golden Globe Best
Actress for Erin Brockovich (as well as National Board of Review,
People's Choice Awards and BAFTA film awards in London).
2000 Golden Globe Nomination Best Performance by an Actress in a Motion
Picture - Comedy/Musical for Notting Hill.
1998 Golden Globe Nomination Best Performance by an Actress in a Motion
Picture - Comedy/Musical for My Best Friend's Wedding in 1998.
1991 Golden Globe Best Performance by an Actress in a Motion Picture -
Comedy/Musical for Pretty Woman.
1990 Golden Globe Best Performance by an Actress in a supporting role
in a Motion Picture for Steel Magnolias.
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