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Tomb Raider
Angelina Jolie als Lara Croft
Fotos von Tomb Raider und Filmkritik
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Lara Croft - Tomb Raider - Filmkritik
 
Regie: Simon West. Besetzung: Angelina Jolie (Lara Croft), Jon Voight (Lord Croft), Iain Glen (Manfred Powell), Noah Taylor (Bryce), Daniel Craig (Alex West).
 
Lara Croft ist die weibliche Antwort auf Indiana Jones und James Bond. Es handelt sich also nicht um einen subtilen Streifen für ein intellektuelles Publikum, sondern um Action von Anfang bis Ende. Als erfolgreichster Film, der auf einem Videospiel beruht, wird Lara Croft - Tomb Raider in die Filmgeschichte eingehen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist dies der Auftakt zu einer Reihe von Filmen mit Angelina Jolie als Lara Croft.
 
Der 1961 in England geborene Regisseur Simon West hat schon einiges in seiner Karriere verbrochen, so den unsäglichen Megaerfolg Con Air mit Nicolas Cage, John Cusack und John Malkovich sowie den Militärthriller Wehrlos - Die Tochter des Generals mit John Travolta und Madeleine Stowe. Zuvor war er als Werbefilmer bekannt und gefragt. Simon West versteht es also, ein Produkt an den Mann zu bringen.
 
Für Lara Croft - Tomb Raider war also das Schlimmste zu erwarten. Natürlich ist es kein anspruchsvoller Film geworden, doch für den Mix aus Action, Cyberaction, Indiana Jones und James Bond war Simon West gerade der richtige Mann. Vor allem aber scheint die Rolle von Lara Croft der attraktiven Angelina Jolie auf den Leib geschrieben zu sein.
 
Man muss nicht das von Core Design für Eidos Interactive entwickelte Videospiel kennen, um den Film zu sehen. Die digitalen Effekte dominieren nicht den Film und wirken zudem weitgehend überzeugend. Tomb Raider ist kein lächerliches Videospiel mit Schauspielern geworden. Angelina Jolie veranstaltet auch keine künstlichen Kampfshows, sondern wenn sie zuschlägt, dann bewusst knallhart, wirklichkeitsnah und daher überzeugend.
 
Der Zuschauer erfährt, dass Lara die Tochter des Archäologen Lord Croft ist, der am 15. Mai 1985 auf mysteriöse Weise gestorben ist. Lara stammt also aus bestem Haus, besuchte die feinsten Schulen (darunter ein Internat in der Schweiz) und kennt keine finanziellen Probleme, doch das Schicksal ihres Vaters hat sie traumatisiert. Einen Flugzeugabsturz auf dem Rückflug vom Himalaja hat sie als Einzige überlebt. Als Schatzjägerin (Tomb Raider) ist sie unterwegs, doch nicht, um damit Geld zu verdienen. Als Photojournalistin - ihr offizieller Beruft - hat sie bereits mehrere Pulitzer-Preise gewonnen. Sie lebt in einem monumentalen Landhaus in Surrey (Drehort war das 1655 errichtete Hatfield House).
 
Der Film beginnt mit einer Actionszene, in der Lara Croft gegen eine riesige, insektenähnliche Maschine, die aus der Zukunft zu kommen scheint, um ihr Leben kämpft. Erst am Ende der Sequenz wird klar, dass dies zum Training der Schatzjägerin gehört, die sich so in Form hält. Der tüftelnde Computerfreak Bryce (Noah Taylor) hat die Kampfmaschine für Lara gebaut.
 
In der Nacht wird Lara durch eine geheimnisvolle Uhr geweckt, die in dem Moment zu Ticken beginnt, als sich die ersten Planeten für eine kommende Sonnefinsternis in einer linearen Konstellation aufreihen. Lara entschlüsselt von ihrem Vater hinterlassene Hinweise und erfährt, dass sie den ersten Stein zu einer ungeheuren Macht in der Hand hält.
 
Vor Tausenden von Jahren war ein Himmelskörper auf der Erde gelandet, der eine Substanz enthielt, die von Menschen zu einem allsehenden Auge geformt wurde, das überirdische Macht verlieh. Der damalige Priester erkannte die Gefahr und liess das "Triangle of Light", das dreieckige Auge des Lichts, teilen und die Bruchstücke an geheimen Orten verstecken. Doch einmal zusammengesetzt kann es alle 5000 Jahre, bei der totalen Sonnenfinsternis, die nun erneut bevorsteht, zusammengesetzt werden und seine Macht erneut entfalten.
 
Für Lara Croft beginnt das Rennen um die Bruchstücke, an dem sich auch Manfred Powell (Iain Glen) sowie Alex Mars (Daniel Marrs) beteiligen. Powell ist ein Anwalt und angeblicher Experte für antike Artefakte. Einst war er scheinbar ein Freund von Laras Vater. Doch bald stellt sich heraus, dass Powell ein Mitglied der venezianischen Geheimgesellschaft der "Illuminati", der Erleuchteten, ist, die nichts Gutes im Schilde führen.
 
Das "Dreieck des Lichts" erlaubt es, die Zeit zurückzudrehen. Lara erhofft sich, nicht nur die Welt zu retten, sondern auch ihren Vater wiederzusehen. Da Angelina Jolies leiblicher Vater, Jon Voight, die Rolle von Lord Croft spielt, erhält der Film eine spezielle Note. Angelinas Eltern trennten sich, als sie noch klein war. Mit ihrem Vater verstand sie sich danach scheinbar jahrelang nicht sehr gut. Wie es im Film ausgeht, sei hier natürlich nicht verraten.
 
Zu den Höhepunkten von Tomb Raider gehört die Szene, in der Lara Croft zu einem Bachkonzert in der riesigen "dining hall" ihres Landhauses an Bungee-Seilen ballettähnliche, poetische Übungen macht - die Szenen drehte Angelina Jolie ohne Double. Plötzlich wird sie von einem Überfallkommando, das ihren Puzzlestein des "Triangle of Light" in Besitz bringen will, angegriffen.
 
Wie bereits erwähnt, bietet Tomb Raider Spannung von Anfang bis Ende. Niemand langweilt sich, auch wenn die Geschichte auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist. Schade nur, dass einem so glänzenden Schauspieler wie Daniel Craig als Alex Marrs nicht die Chance gegeben wurde, sein schauspielerisches Können zu zeigen. Der Film privilegiert einseitig die Action. Der Sex-Appeal von Angelina Jolie wird nicht voll ausgespielt - bei der Oscarverleihung 2001 war sie im weissen Hosenanzug von Dolce & Gabbana attraktiver als alle anderen, zum Teil sehr spärlich bekleideten Schauspielerinnen.
 
Der Film verzichtet auf eine echte Liebesgeschichte und kommt auch ohne (selbst nur angedeutete) Sexszenen aus - ein Gegensatz zu James Bond. Zu Beginn sieht man nur einmal den Kopf von Lara Croft, die eine Dusche nimmt. Später wird die Szene humorvoll wiederholt, wobei zuerst jeder annimmt, es handle sich erneut um Lara, ehe klar wird, dass sich hier Alex duscht.
 
Der aufwendige Film entstand im berühmten Pinewood Studio in der Nähe von London sowie an weiteren Drehorten in England, in Kambodscha auf dem weiträumigen Areal des Weltkulturerbes von Angkor Wat sowie in Island, das als Sibirien-Ersatz herhalten musste. Eindrückliche Aufnahmen sind das Resultat. Trotz der oben erwähnten Schwächen dürfte Lara Croft - Tomb Raider die Geburtsstunde einer Serien-Superheldin sein, die uns noch längere Zeit unterhalten wird. - Tomb Raider DVD bestellen bei Amazon.de. - Der Soundtrack: von Elektra/Warner, 2001, als MP3-Download bei Amazon.de. - Biographie und Filmographie von Angelina Jolie bis 2001.

Fotos von Lara Croft - Tomb Raider
 

Tomb Raider. Angelina Jolie als Lara Croft. Foto: Copyright.
Biographie und Filmographie von Angelina Jolie bis 2001.
 

Tomb Raider
. Angelina Jolie als Lara Croft. Foto: Copyright.
 

Tomb Raider
. Angelina Jolie als Lara Croft. Foto: Copyright.
 

Tomb Raider
. Angelina Jolie als Lara Croft. Foto: Copyright.
 

Tomb Raider
. Angelina Jolie als Lara Croft. Foto: Copyright.