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Nr. 27, Juli 2001
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Der Unbeugsame/The Natural
1984 von Regisseur Barry Levinson
Roy Hobbs - Robert Redford
Max Mercy - Robert Duvall
Iris Gaines - Glenn Close
Memo Paris - Kim Basinger

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Artikel vom 20. Juli 2001
 
The Natural von Barry Levinson beruht auf dem ersten Roman des späteren Pulitzer-Preisträgers Bernard Malamud (1914-86) aus dem Jahr 1952. Der New Yorker Schriftsteller behandelte in seinen Werken das Thema der menschlichen Entfremdung in einer gefühlskalten Umgebung, die Bewahrung von moralischer Integrität und Humanismus.
 
Der Unbeugsame gibt diese tiefere Dimension von Bernard Malamuds Roman zwar auch teilweise wieder, doch der Film ist vor allem eine Ode an den amerikanischen Volkssport Baseball. Die poetischen Bilder erzählen die Geschichte eines Naturtalents, das aus seinen Fehlern lernt und den Glauben an sich selbst nicht verliert.
 
Es ist die Geschichte vom amerikanischen Traum, wobei Talent allein nicht ausreicht, sondern harte Arbeit notwendigerweise dazukommt. Das Leben eines Baseball-Stars ist nicht einfach. Beim vielen Umherreisen lauern Versuchungen - im Fall von Roy Hobbs (Robert Redford) sind es u.a. Frauen. Es geht darum, bei allen Ablenkungen die Konzentration auf die (sportlichen) Ziele nicht zu verlieren.
 
Nachdem Roy Hobbs in einem Hotelzimmer von einer geistig verwirrten Frau niedergeschossen wird, schafft es der Unbeugsame nach 15 Jahren wieder in den Sport zurück, wo er seine zweite Chance nutzt und als "Baseball's oldest Rookie" in die Geschichte eingeht. Das Unmögliche geschieht hin und wieder - und gerade darauf warten die Sportfans. Es ist kein besonders realistischer Film, doch Barry Levinson strickt in seinem sehr amerikanischen Epos erfolgreich am Mythos Baseball. Robert Redford ist nicht nur der unbeugsame, sondern auch der unbestechliche Held in einem Sport, in dem es um viel Geld geht. Zudem lässt er sich von den Medien nicht unterkriegen, sondern geht eisern seinen Weg.
 
Bereits 1976 sicherten sich Macolm Kahn und Robert Dean die Rechte am lange unverfilmbar geltenden Buch. Phil Dusenberry schrieb ein Script, das jedoch in einer Schublade verschwand. 1979 legte Drehbuchlektor Roger Towne einen ersten von mehreren Entwürfen für einen Film vor. Schauspieler wie Michael Douglas, Nick Nolte und Jon Voight interessierten sich dafür. Erst mit der Gründung von TriStar Pictures anfangs der 1980er Jahre kam das Projekt ins Rollen. Das neue Studio schickte Townes drittes Drehbuch an Robert Redford, der sich überzeugen liess und Barry Levinson bat, Regie zu führen.
 
Auf der Suche nach einem geeigneten Drehort mit einem Baseballstadion, das seiner Architektur nach zum Film passt, der in den 1920er und 1930er Jahren spielt, stiessen sie in Buffalo auf das New York War Memorial Stadium, das 1935-37 gebaut worden war und den Buffalo Bisons diente.
 
Die Dreharbeiten begannen am 1. August 1983. Da Buffalo in den 1920er und anfangs der 1930er Jahre eine wohlhabende Stadt gewesen war, fanden die Filmemacher mehrere Gebäude, die wunderbar in die Zeit passten, in welcher Der Unbeugsame spielt. So wurde der Grossteil des Streifens in Buffalo gedreht.
 
The Natural  kam am 11. Mai 1984 in die amerikanischen Kinos, wo er fast 50 Millionen Dollar einspielte. Er wurde für vier Oscars nominiert: Beste weibliche Nebenrolle für Glenn Close, Bestes Bühnenbild, Beste Kamera sowie beste Filmmusik für Randy Newman.


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Auswahl-Filmographie von Barry Levinson
 
Barry Levinson wurde 1942 in Baltimore, Maryland, geboren.  Zuerst machte er sich als Drehbuchautor mit folgenden Screenplays einen Namen: Silent Movie (1976), High Anxiety (1977), ...And Justice for All (1979), Inside Moves (1980). Zu den von ihm als Regisseur gedrehten Filmen gehören Diner (1982), The Natural (1984), Tin Men (1987), Good Morning Vietnam (1987), Rain Man (1988), Avalon (1990), Bugsy (1991), Toys (1992), Disclosure (1994), Sleepers (1996), Wag The Dog (1997), Sphere (1998), Liberty Heights (1999) sowie An Everlasting Peace (2000).

Barry Levinson wurde 1988 mit einem Oscar als bester Regisseur für Rain Man ausgezeichnet. Für Bugsy erhielt er 1991 eine Oscar-Nominierung als bester Regisseur. Weitere Oscar-Nominierungen erhielt er für seine Drehbücher zu ...And Justice for All (1979), Diner (1982) sowie für Avalon (1990).
 


 
Auswahl-Filmographie von Robert Redford
 
Der 1937 in Santa Monica, Kalifornien, geborene Robert Redford gewann als Teenager ein Baseball-Stipendium der University of Colorado, das er bald darauf wegen seinem undisziplinierten Dasein als Partylöwe wieder verlor. Robert Redford studierte am Pratt Institute of Art und lernte in Europa malen. Danach wandte er sich an der American Academy of Dramatic Arts der Schauspielerei zu. Erst 1961 gab er in War Hunt sein Debüt vor der Kamera. Im folgenden Jahr folgte sein Broadway-Debüt in Tall Story. Mit seiner ersten Frau, Lola, von der er 1985 geschieden wurde, hat er drei Kinder. Seine heutige Lebensgefährtin ist die deutsche Malerin Sibylle Szaggars.
 
Robert Redford gewann einen Oscar als bester Regisseur für Ordinary People (1981). Als bester Schauspieler erhielt er 1973 für The Sting eine Oscar-Nominierung. Zu seiner Filmographie gehören Barefoot in the Park (1967), Butch Cassidy and the Sundance Kid (1968), The Sting (1973), The Great Gatsby (1974), Three Days of the Condor (1975), All the President's Men (1976), The Natural (1984), Havana (1990) und Indecent Proposal (1993). Als Regisseur drehte er u.a. Ordinary People (1980), Milagro Beanfield War (1988), A River Runs Through It (1992), Quiz Show (1994), The Horse Whisperer (1998) und The Legend of Bagger Vance (2000). Zudem war Robert Redford mehrfach als Produzent tätig.
 
Siehe z
u Robert Redford: Daniel Kothenschulte: Nachbesserungen am amerikanischen Traum. Der Regisseur Robert Redford. Schüren, 2001, 191 S. Bestellen bei Amazon.de. Der Autor beschreibt Robert Redford als Idealisten und Moralisten, der zudem mehrfach in lyrischen Bildern die Schönheit der Natur beschrieben hat.
 
Auswahl-Filmographie von Robert Duvall
 
Der 1931 in San Diego, Kalifornien, geborene Robert Duvall gab sein Screen Debüt 1962 in To Kill A Mockingbird. Zu seiner Filmographie gehören MASH (1970), The Godfather (1972), Apocalypse Now (1979), The Natural (1984), Falling Down (1993) und The 6th Day (2000). Als Regisseur drehte er Angelo, My Love (1983) und The Apostle (1997). Robert Duvall wurde 1983 mit einem Oscar als bester Schauspieler in Tender Mercies ausgezeichnet. Oscar-Nominierungen als bester Schauspieler erhielt er für The Great Santini (1979) und The Apostle (1997). Als bester Nebendarsteller erhielt er Oscar-Nominierungen für seine Leistungen in The Godfather (1972), Apocalypse Now (1979) und A Civil Action (1998).
 
Auswahl-Filmographie von Glenn Close
 
Glenn Close wurde 1947 in Greenwich, Connecticut, geboren. Ihr Screen Debüt kam 1982 in The World According To Garp. Ihre Filmographie umfasst u.a. The Big Chill (1983), The Natural (1984), Fatal Attraction (1987), Dangerous Liaisons (1988), Mary Reilly (1996), 101 Dalmations (1996), Mars Attacks (1996), Air Force One (1997) und  102 Dalmations (2000). Für Fatal Attraction (1987) und Dangerous Liaisons (1988) wurde sie je für einen Oscar als beste Schauspielerin nominiert. Dazu kommen Oscar-Nominierungen als beste Nebendarstellerin in The World According To Garp (1982), The Big Chill (1983) und The Natural 1984).
 
Auswahl-Filmographie von Kim Basinger
 
Kim Basinger wurde 1953 in Athens, Georgia, geboren. Sie hatte erste Rollen in den TV-Serien Dog and Cat (1977) und From Here to Eternity (1988). Sie machte ihr Screen Debüt 1981 in Hard Country. Zu ihren weiteren Filmen gehören Never Say Never Again (1983), Nine 1/2 Weeks (1986), Batman (1989), The Real McCoy (1993), The Getaway (1994), L.A. Confidential (1997), I Dreamed of Africa (1999) und Bless The Child (2000). Für ihre Rolle in L.A. Confidential wurde sie 1997 mit einem Oscar sowie einem Golden Globe als Best Supporting Actress ausgezeichnet.
 

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