Der Unbeugsame/The Natural
1984 von Regisseur Barry Levinson
Roy Hobbs - Robert Redford
Max Mercy - Robert Duvall
Iris Gaines - Glenn Close
Memo Paris - Kim Basinger
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Artikel vom 20. Juli 2001
The Natural
von Barry Levinson beruht auf
dem ersten Roman des späteren Pulitzer-Preisträgers Bernard Malamud
(1914-86) aus dem Jahr 1952. Der New Yorker Schriftsteller behandelte in
seinen Werken das Thema der menschlichen Entfremdung in einer gefühlskalten
Umgebung, die Bewahrung von moralischer Integrität und Humanismus.
Der Unbeugsame gibt diese tiefere
Dimension von Bernard Malamuds Roman zwar auch teilweise wieder, doch der Film
ist vor allem eine Ode an den amerikanischen Volkssport Baseball. Die
poetischen Bilder erzählen die Geschichte eines Naturtalents, das aus seinen
Fehlern lernt und den Glauben an sich selbst nicht verliert.
Es ist die Geschichte vom amerikanischen Traum,
wobei Talent allein nicht ausreicht, sondern harte Arbeit notwendigerweise
dazukommt. Das Leben eines Baseball-Stars ist nicht einfach. Beim vielen
Umherreisen lauern Versuchungen - im Fall von Roy Hobbs (Robert Redford) sind
es u.a. Frauen. Es geht darum, bei allen Ablenkungen die Konzentration auf die
(sportlichen) Ziele nicht zu verlieren.
Nachdem Roy Hobbs in einem Hotelzimmer von
einer geistig verwirrten Frau niedergeschossen wird, schafft es der Unbeugsame
nach 15 Jahren wieder in den Sport zurück, wo er seine zweite Chance nutzt
und als "Baseball's oldest Rookie" in die Geschichte eingeht. Das
Unmögliche geschieht hin und wieder - und gerade darauf warten die Sportfans.
Es ist kein besonders realistischer Film, doch Barry Levinson strickt in
seinem sehr amerikanischen Epos erfolgreich am Mythos Baseball. Robert Redford
ist nicht nur der unbeugsame, sondern auch der unbestechliche Held in einem
Sport, in dem es um viel Geld geht. Zudem lässt er sich von den Medien nicht
unterkriegen, sondern geht eisern seinen Weg.
Bereits 1976 sicherten sich Macolm Kahn und
Robert Dean die Rechte am lange unverfilmbar geltenden Buch. Phil Dusenberry
schrieb ein Script, das jedoch in einer Schublade verschwand. 1979 legte
Drehbuchlektor Roger Towne einen ersten von mehreren Entwürfen für einen
Film vor. Schauspieler wie Michael Douglas, Nick Nolte und Jon Voight
interessierten sich dafür. Erst mit der Gründung von TriStar Pictures
anfangs der 1980er Jahre kam das Projekt ins Rollen. Das neue Studio schickte
Townes drittes Drehbuch an Robert Redford, der sich überzeugen liess und
Barry Levinson bat, Regie zu führen.
Auf der Suche nach einem geeigneten Drehort mit
einem Baseballstadion, das seiner Architektur nach zum Film passt, der in den
1920er und 1930er Jahren spielt, stiessen sie in Buffalo auf das New York War
Memorial Stadium, das 1935-37 gebaut worden war und den Buffalo Bisons
diente.
Die Dreharbeiten begannen am 1. August 1983. Da
Buffalo in den 1920er und anfangs der 1930er Jahre eine wohlhabende Stadt
gewesen war, fanden die Filmemacher mehrere Gebäude, die wunderbar in die
Zeit passten, in welcher Der Unbeugsame spielt. So wurde der Grossteil
des Streifens in Buffalo gedreht.
The Natural kam am 11. Mai 1984 in
die amerikanischen Kinos, wo er fast 50 Millionen Dollar einspielte. Er wurde
für vier Oscars nominiert: Beste weibliche Nebenrolle für Glenn Close,
Bestes Bühnenbild, Beste Kamera sowie beste Filmmusik für Randy Newman.
Der Unbeugsame,
2001 (1984). DVD bestellen bei Amazon.de,
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Auswahl-Filmographie von Barry
Levinson
Barry Levinson wurde 1942 in
Baltimore, Maryland, geboren. Zuerst machte er sich als Drehbuchautor
mit folgenden Screenplays einen Namen: Silent Movie (1976), High
Anxiety (1977), ...And Justice for All (1979), Inside Moves
(1980). Zu den von ihm als Regisseur gedrehten Filmen gehören Diner
(1982), The Natural (1984), Tin Men (1987), Good Morning
Vietnam (1987), Rain Man (1988), Avalon (1990), Bugsy
(1991), Toys (1992), Disclosure (1994), Sleepers (1996), Wag
The Dog (1997), Sphere (1998), Liberty Heights (1999) sowie An
Everlasting Peace (2000).Barry
Levinson wurde 1988 mit einem Oscar als bester Regisseur für Rain Man
ausgezeichnet. Für Bugsy erhielt er 1991 eine Oscar-Nominierung als
bester Regisseur. Weitere Oscar-Nominierungen erhielt er für seine
Drehbücher zu ...And Justice for All (1979), Diner (1982) sowie
für Avalon (1990).
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Auswahl-Filmographie von
Robert Redford
Der 1937 in Santa Monica, Kalifornien, geborene
Robert Redford gewann als Teenager ein Baseball-Stipendium der University of
Colorado, das er bald darauf wegen seinem undisziplinierten Dasein als
Partylöwe wieder verlor. Robert Redford studierte am Pratt Institute of Art
und lernte in Europa malen. Danach wandte er sich an der American Academy of Dramatic
Arts der Schauspielerei zu. Erst 1961 gab er in War Hunt sein Debüt
vor der Kamera. Im folgenden Jahr folgte sein Broadway-Debüt in Tall Story.
Mit seiner ersten Frau, Lola, von der er 1985 geschieden wurde, hat er drei
Kinder. Seine heutige Lebensgefährtin ist die deutsche Malerin Sibylle
Szaggars.
Robert Redford gewann
einen Oscar als bester Regisseur für Ordinary People (1981). Als
bester Schauspieler erhielt er 1973 für The Sting eine
Oscar-Nominierung. Zu seiner Filmographie gehören Barefoot in the Park
(1967), Butch Cassidy and the Sundance Kid (1968), The Sting (1973),
The Great Gatsby (1974), Three Days of the Condor (1975), All
the President's Men (1976), The Natural (1984), Havana (1990)
und Indecent Proposal (1993). Als Regisseur drehte er u.a. Ordinary
People (1980), Milagro Beanfield War (1988), A River Runs
Through It (1992), Quiz Show (1994), The Horse Whisperer
(1998) und The Legend of Bagger Vance (2000). Zudem war Robert Redford
mehrfach als Produzent tätig.
Siehe zu Robert Redford: Daniel Kothenschulte: Nachbesserungen am amerikanischen
Traum. Der Regisseur Robert Redford. Schüren, 2001, 191 S. Bestellen bei Amazon.de.
Der Autor beschreibt Robert Redford als Idealisten und Moralisten, der zudem
mehrfach in lyrischen Bildern die Schönheit der Natur beschrieben hat.
Auswahl-Filmographie von
Robert Duvall
Der 1931 in San Diego,
Kalifornien, geborene Robert Duvall gab sein Screen Debüt 1962 in To Kill
A Mockingbird. Zu seiner Filmographie gehören MASH (1970), The
Godfather (1972), Apocalypse Now (1979), The Natural (1984),
Falling Down (1993) und The
6th Day (2000). Als Regisseur drehte er Angelo, My Love (1983) und The
Apostle (1997). Robert Duvall wurde 1983 mit einem Oscar als bester
Schauspieler in Tender Mercies ausgezeichnet. Oscar-Nominierungen als
bester Schauspieler erhielt er für The Great Santini (1979) und The
Apostle (1997). Als bester Nebendarsteller erhielt er Oscar-Nominierungen
für seine Leistungen in The Godfather (1972), Apocalypse Now
(1979) und A Civil Action (1998).
Auswahl-Filmographie von Glenn
Close
Glenn Close wurde 1947 in
Greenwich, Connecticut, geboren. Ihr Screen Debüt kam 1982 in The World
According To Garp. Ihre Filmographie umfasst u.a. The Big Chill
(1983), The Natural (1984), Fatal Attraction (1987), Dangerous
Liaisons (1988), Mary Reilly (1996), 101 Dalmations (1996), Mars
Attacks (1996), Air Force One (1997) und 102 Dalmations (2000).
Für Fatal Attraction (1987) und Dangerous Liaisons (1988) wurde
sie je für einen Oscar als beste Schauspielerin nominiert. Dazu kommen
Oscar-Nominierungen als beste Nebendarstellerin in The World According To
Garp (1982), The Big Chill (1983) und The Natural 1984).
Auswahl-Filmographie von Kim
Basinger
Kim Basinger wurde 1953 in
Athens, Georgia, geboren. Sie hatte erste Rollen in den TV-Serien Dog and
Cat (1977) und From Here to Eternity (1988). Sie machte ihr Screen
Debüt 1981 in Hard Country. Zu ihren weiteren Filmen gehören Never
Say Never Again (1983), Nine 1/2 Weeks (1986), Batman
(1989), The Real McCoy (1993), The Getaway (1994), L.A.
Confidential (1997), I Dreamed of Africa (1999) und Bless
The Child (2000). Für ihre Rolle in L.A.
Confidential wurde sie 1997 mit einem Oscar sowie einem Golden
Globe als Best Supporting Actress ausgezeichnet.
Für weitere Filmkritiken: deutsch
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