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Nr. 33, Februar 2002
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Der Schuh des Manitu
Der Film von und mit Michael "Bully" Herbig

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Artikel vom 6. Februar 2002
 
Abgesehen von der Fernsehserie Kir Royal aus dem Jahr 1986 kommt mir spontan nichts aus Deutschland in den Sinn - auch nicht von Helmut Dietl -, das in den letzten sechzehn Jahren Witz und Intelligenz miteinander verbunden hätte.
 
In Der Schuh des Manitu jagt ein Gag den anderen, und so bleibt denn - sofern man diese Art Humor mag - kein Auge trocken. Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich also nicht erfüllt. Der Schuh des Manitu bietet zwar keine intellektuellen Höhenflüge, doch ist er clever geschnitten, sodass er unter den deutschen Komödien der letzten Jahre - die Messlatte ist nicht sehr hoch - zu den besten gehört.
 
1862 war nicht nur das Jahr, in dem die erste Eisenbahnlinie durch die USA gebaut wurde, sondern damals rettete ein gewisser Ranger (Christian Tramitz) einem gewissen Abahachi (Bully Herbig) das Leben. Die damalige Tradition verlangte, dass die zwei daraufhin zu Blutsbrüdern wurden.
 
Diese enge Verbindung wird auf eine harte Probe gestellt, als der Apachen-Häuptling Abahachi für seinen Stamm ein ordentliches Stammlokal haben möchte. Da ihnen die finanziellen Mittel fehlen, nehmen Abahachi und Ranger beim Schoschonen-Häuptlingssohn Falscher Hase eine Hypothek auf, um damit beim zwielichtigen Immobilienhändlers Santa Maria (Sky Dumont) ein Lokal zu kaufen. Das besteht allerdings nur aus einer Fassade, die noch hinten kippt, als bei der Taufe ein Korken gegen sie knallt.
 
Falscher Hase nimmt daraufhin das Geld wieder an sich und versucht zu flüchten, doch Santa Maria erschiesst ihn von hinten. Abahachi und Ranger werden vom Vater des Ermordeten, Schoschonen-Häuptling Listiger Lurch, dafür verantwortlich gemacht und enden am Marterpfahl. Den zwei gelingt jedoch die Flucht, da Santa Maria ein Gespräch der zwei belauscht und sie befreit hat.
 
Abahachi erinnerte sich am Marterpfahl an eine viergeteilte Schatzkarte, die zu einem Edelstein führt, der ihnen zu den benötigten finanziellen Mittel verhelfen könnte. Da Abahachi nur einen Viertel der Karte besitzt, geht die Suche nach den drei fehlenden Teilen los. Verfolgt werden die Blutsbrüder von Santa Maria und seinen Gangstern sowie von den Schoschonen, die anstelle des fehlenden Kriegsbeils einen Klappstuhl ausgegraben haben und den Zweien ebenfalls auf den Fersen bleiben.
 
Bully Herbig macht sich über die auf Karl May beruhenden Winnetou-Verfilmungen, aber auch über die US- und Spaghetti-Western lustig. Abahachis schwuler Zwillingsbruder Winnitouch (Bully Herbig) und die Verwendung des bayerischen Dialektes sorgen für zusätzliche Unterhaltung. Der Einbau von zeitfremden Elementen (z.B. eine Radarfalle) sorgen ebenfalls für Lacher. Es sind aber vor allem der intelligente Filmschnitt sowie die Regie und Kameraführung, die aus Der Schuh des Manitu eine kurzweilige Komödie machen.

 

 

 

 

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