Die Entdeckung und Erforschung der Maya-Ruinen
durch Teobert Maler
Doris Bonaccorsi-Hild: Teobert
Maler. Soldat, Abenteurer, Gelehrter auf den Spuren der Maya. Ibera Verlag,
Wien, 2001, 248 S. Den Roman bestellen
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Teobert Maler: Peninsula Yucatan. Gebrüder Mann Verlag, Berlin, 1997.
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Artikel vom 19. März 2002
Biografie von Teobert Maler
Beruhend auf dem Nachwort von
Karl Herbert Mayer in Doris Bonaccorsi-Hild: Teobert
Maler. Soldat, Abenteurer, Gelehrter auf den Spuren der Maya.
Teobert Maler ist ein Mann im Schatten des
amerikanischen Juristen John
Lloyd Stephens und des englischen Zeichners Frederick Catherwood, mit denen zwischen 1839 und
1842 die Wiederentdeckung der Maya-Ruinen einsetzte. Zur nachfolgenden
Generation von herausragenden Forschern gehörten
der Engländer Alfred Percival Maudslay (1850-1931) und Teobert Maler, der erfolgreichste Entdecker klassischer
Maya-Ruinenn im nördlichen und zentralen Yucatán.
Teobert Maler wurde am 12. Januar 1842 in Rom als Sohn deutscher Eltern
geboren. Er verbrachte seine Jugend in Baden-Baden und studierte ab 1857 am
Polytechnikum Karlsruhe Architektur und Bauingenieur. 1862 ging er nach Wien.
Seine erste Tätigkeit als Architekt begann im Büro von Heinrich Ferstel, dem
Erbauer der Votivkirche. Maler erwarb die österreichische Staatsbürgerschaft
und wanderte Ende 1864 nach Mexiko aus, wo er am Neujahrstag 1865 ankam. Mit
22 Jahren wurde er Kadett in der 1. Pionier-Compagnie des kaiserlich
mexikanischen Korps von Österreichs Erzherzog Maximilian, der als Kaiser den
Thron von Mexiko bestiegen hatte.
Während 18 Monaten nahm Maler an fast allen Gefechten des österreichischen
Freiwilligenkorps teil. Er wurde zum Leutnant befördert und, nach der
Auflösung seiner Einheit, trat als Hauptmann in die kaiserlich-mexikanische
Armee ein. Seine militärische Karriere endete mit der Exekution von Kaiser
Maximilian am 19. Juni 1867, mit der die österreichische Intervention in
Mexiko ihr unrühmliches Ende nahm.
Bereits als Soldat beschäftigte sich Maler mit den Sprachen der
Totonaken und Zapoteken. Vor allem die Faszination für die Indianer bewog
ihn, in Mexiko zu bleiben und die Teilstaaten Jalisco, Oaxaca und Guerrero zu
bereisen. Seine frühesten Fotos von mexikanischen Altertümern,
Indianerdörfern und Indianern datieren von 1874. Drei Jahre später kam er
erstmals mit den Maya in Kontakt, als er die Ruinenstätte von Palenque im
Bundesstaat Chiapas besuchte und auf Foto und in Zeichnung dokumentierte.
Nach dreizehn Jahren in Mexiko reiste er 1878 nach Europa (u.a. Wien) und kehrte 1885 nach Mexiko zurück, wo er erstmals in den Bundesstaat
Yucatán reiste und sich in Mérida
niederliess.
Von 1886 bis 1894 erkundete, fotografierte, zeichnete und beschrieb Teobert
Maler in mehreren Expeditionen über 100 Fundorte im nördlichen Teil der
Halbinsel Yucatán. Drei wichtige Expeditionen zwischen 1897 und 1905 führte
er im Auftrag des renommierten Peabody Museum of American Archaeology der
Harvard University in Cambridge, Massachusetts, durch. 1905 endete seine
Zusammenarbeit mit dem Museum und damit die Zeit seiner archäologischen
Feldforschungen.
Die Ergebnisse der Peabody-Expeditionen blieben die einzigen umfassenden Veröffentlichungen,
die Maler zeitlebens veröffentlichte; 1901 erschien der erste Teil seiner Researches
in the central portion of the Usumacintla valley in den "Memoirs of
the Peabody Museum". Gemäss Bonaccorsi-Hild überwarf sich Maler mit dem
Museum, weil der amerikanische Konsul, Sir Edward Thompson, sich im Auftrag
des Peabody als frecher Schatzsucher betätigte und dabei Ruinen schwer
beschädigte.
Der Rest seiner Forschungsarbeit wurde nur durch einige Zeitschriftenbeiträge
(vor allem im Globus) in Teilen bekannt. Maler bereiste Guatemala, Belize und Südmexiko, wo er
insgesamt zirka hundert Maya-Stätten wiederentdeckte. Malers Zeichnungen und
Fotos sind auch heute noch für die Forschung von unschätzbarem Wert, da
viele Ruinen und Statuen, die er dokumentierte, seither zerstört worden sind.
1905 war Maler bereits 63. Sieben Jahre später reiste er zum letzten Mal nach
Europa und kehrte danach nach Mérida
zurück. Er war ein disziplinierter und professioneller Einzelgänger, der die
zweite Hälfte seines Lebens der Erforschung der Maya-Kultur widmete und
dafür sein gesamtes, nicht unbeträchtliches ererbtes Privatvermögen ausgegeben
hatte. Er litt an Malariaanfällen und Verdauungsbeschwerden und starb am 22.
November 1917 in Mérida,
verarmt, vereinsamt, zurückgezogen und verbittert, von der Welt kaum mehr
beachtet.

Doris Bonaccorsi-Hild: Teobert
Maler. Soldat, Abenteurer, Gelehrter auf den Spuren der Maya. Ibera,
Wien, 2001, 248 S. Buch bestellen bei Amazon.de.
Dies ist ein Roman, der das Leben von Maler anschaulich beschreibt, gestützt
auf langjährige Recherchen in Archiven in Europa und Mexiko sowie auf
Gespräche mit Zeitzeugen. Im
dreieinhalbseitigen Nachwort von Karl Herbert Mayer wird die Biographie Malers
zusammengefasst.
Teobert Maler: Peninsula Yucatan.
Gebrüder, Mann, Berlin, 1997. Buch bestellen bei Amazon.de.
In Teobert Malers Nachlass befand
sich das Manuskript Península Yucatán, in dem er über seine Forschungen im nördlichen
Yucatán berichtet. Diese Schrift liegt vor, ergänzt
durch Angaben aus seinen Notizbüchern und hunderte Architekturzeichnungen,
einen biographischen Abriss von Ian Graham, ein Verzeichnis
der von Maler beschriebenen Ruinenstätten mit Angaben zum gegenwärtigen
Kenntnisstand durch den Herausgeber Hanns J. Prem sowie die 274 hochwertigen Photographien Malers, von denen
die meisten zum
ersten Mal im Druck erscheinen.
Die bedeutendsten Bestände mit Fotos von Teobert Maler befinden sich heute im Ibero-Amerikanischen Institut in
Berlin, im Peabody Museum der Harvard Universität in Cambridge, USA, und in der Bibliothèque Nationale Paris.
Daneben besitzt auch das Lippische Landesmuseum in Detmold eine Sammlung von
über 300 Fotos von Teobert
Maler (siehe die drei Fotografien rechts), die auf persönliche Kontakte zwischen
Maler und Otto Rosenkranz, dem damaligen deutschen Konsul in Mérida, zurückgehen.
Rosenkranz und Maler verband neben dem Interesse an der Kultur der Maya auch die
Liebe zur Jagd. Für das Lippische Landesmuseum in Detmold und andere Museen siehe: Artlinks.
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Teobert Maler: Chichen Itza, Westfassade des Tempels der Tiger und
Schilde (heute Jaguartempel genannt), 2. Stock. Foto: Lippisches Landesmuseum
Detmold.

Teobert Maler: Dsebkabtun (Flankentempel). Dsebkabtun
bedeutet Steinreiber oder Mahlstein. Die Aufnahme zeigt ein Stück der
Nordostfassade. Foto: Lippisches Landesmuseum
Detmold.

Teobert Maler: Uxmal Zimmer (uxmal = Haus der Schildkröte).
Zimmer im Bau am Westrand der großen Erdauffüllung mit den Königsgräbern
im Westen der Ruinenstadt. Abbildung Uxmal Mittelsaal: Saal im Haus der
Schildkröte. Foto: Lippisches Landesmuseum
Detmold.

John Lloyd Stephens: Die Entdeckung der alten Mayastätten. Ein Urwald gibt seine
Geheimnisse preis. Erdmann, Stuttgart, 1993, 299 S.
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Am 3. Oktober 1839 starteten der New Yorker Anwalt John L. Stephens und der Londoner Architekt Frederick Catherwood zu einer Forschungsreise durch
Mittelamerika, die bis 1842 dauerte. Sie wurden die Wiederentdecker der alten Mayastätten Copan in Honduras, Tecpan und Utatlan in Guatemala sowie Palenque und Uxmal
im mexikanischen Yucatán. Stephens eindrücklicher Bericht und Catherwoods
filigrane Zeichnungen wurden bei ihrer Erstveröffentlichung 1843
ein Weltbestseller. Der vorliegende Band enthält s/w-Zeichnungen aus der Originalausgabe
sowie s/w-Fotos von den 1860er Jahren bis in die Gegenwart.

Incidents of Travel in Yucatan by John Lloyd Stephens, Frederick
Catherwood.
Karl Ackerman (Editor). Paperback, Smithsonian Institution
Press, 1996, 286 S. Bestellen bei Amazon.com,
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Maya Explorer : John Lloyd Stephens and the Lost Cities of Central America
and the Yucatan by Victor Wolfgang Von Hagen. Chronicle Books, Reprint,
1990, 384 S. Bestellen bei Amazon.de,
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