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Sananda Maitreya aka Terence Trent D'Arby.
Foto Copyright: Universal Music.
 
Konzert im Kaufleuten Zürich, 16.12.2001: Sananda Maitreya, vocals; Stevo Theard, drums; Louis Metoyer, guitar; Kevin Wyatt, bass.
 
Das Konzert im Kaufleuten begann Sananda Maitreya nicht mit einem Song aus dem damals brandneuen Album Wildcard, sondern mit einer funkigen Version seines Megahits Wishing Well. Erst danach wandte er sich mit Designated Fool seinem aktuellen Album zu. Auch hier dominierten funkige Klänge sowie die Stimme des Sängers. Ebenfalls vom Debüt-Ablum stammte I'll Never Turn My Back On You, mit eingängigem Rhythmus gespielt. Beim vierten (Soul-) Song, Castillian Blue, meinte Sananda Maitreya selbst: "It still sounds a little bit rough". Damit hatte er recht, vor allem was seine Begleitband anbetraf. Diese schien den ganzen Abend nicht über jeden Zweifel erhaben.
 
Nach einer entspannenden Ballade, Delicate, ging es ebenfalls mit ruhigeren Tönen weiter. In Sign Your Name sprach er vielen Zuhörerinnen aus dem Herzen, als er sang: "I Want You To Be My Baby". Weder seine Soul-Stimme noch sein Charisma haben seit 1987 an Magie verloren. Das Publikum übernahm daher in Sign Your Name spontan den Chor-Part.
 
Dann wurde es mit Vibrator rockiger, doch der kräftige Instrumentalsound wollte nicht recht zum Gesang passen. Das nachfolgende Stück fegte dafür umso überzeugender: She Kissed Me aus dem Album Symphony Or Damn.
 
Do You Love Me und You Will Pay fehlte die Einheit. Danach folgte mit Dance Little Sister aus dem Debütalbum wieder ein eingängiger Rhythmus. Die Komposition wirkte durchdachter und das Publikum ging voll mit. Bassist und Gitarrist lieferten die background vocals dazu.
 
Die gefühlvolle Ballade Who Is Loving You mit ihrem den 60er Jahren nahen Soul-Feeling wurde zum Höhepunkt des Abends. Metoyer und Wyatt lieferten auch hier die background vocals. Der Gitarrist bot auch ein kleines, leider mittelmässiges Solo.
 
Für die erste Zugabe kam Sananda Maitreya alleine auf die Bühne und setzte sich ans Keyboard. Das eingängige O Divina aus dem Album Wildcard interpretierte er mit viel Soul-Gefühl. Danach griff er zur Gitarre und zum Konzertabschluss nach rund 70 Minuten gab es ein rockiges Jumping Jack Flash (Rolling Stones), das in einem ohrenbetäubenden Klanggewitter der Band und mit einem vor Freude tobenden Publikum endete.
 

Sananda Maitreya aka Terence Trent D'Arby: Wildcard. Universal, Oktober 2001. CD bestellen bei Amazon.de.
 

Terence Trent D'Arby: Greatest Hits. Sony, Oktober 2002. CD bestellen bei Amazon.fr oder Amazon.de.
 

Terence Trent D'Arby: Introducing The Harline According To Terence Trent D'Arby, 1987. CD bestellen bei Amazon.de, Amazon.co.uk, Amazon.fr, Amazon.com.
 

Terence Trent D'Arby: Symphony or Damn (Exploring The Tension Inside The Sweetness), 1993. CD bestellen bei Amazon.de, Amazon.co.uk, Amazon.fr, Amazon.com.
 

Sananda Maitreya aka Terence Trent D'Arby.
Photo Copyright: Universal Music.
 
Terence Trent D'Arby - Sananda Maitreya
Biografie und Konzert im Kaufleuten Zürich
Albums von "Introducing The Hardline..." bis "Wildcard"

Artikel vom 21. Oktober 2002
 
Biographie, Singles und Albums
 
Terence Trent D’Arby wurde am 15. März 1962 als Terence Darby in New York als Sohn von Reverend James Benjamin Darby und der Gospelsängerin Frances Darby geboren. Terence wuchs in Chicago und Florida auf. Von 1976 bis 1980 betätigte sich der Grossgewachsene - man glaubt es bei seiner schmächtigen Statur kaum - als Boxer! Er gewann gar den "Golden Glove", die höchste Auszeichnung für Amateurboxer.
 
1979 begann er an der Central Florida University ein Journalistik-Studium, schrieb sich aber bereits im April 1980 bei der Armee ein und wurde zur "Third Armord Division" nach Frankfurt am Main abkommandiert, in der einst auch Elvis Presley gedient hatte.
 
1982 wurde Terence Leadsänger bei der Frankfurter Funkband Touch. Klaus-Peter Schleinitz, damals Pressechef bei Ariola, entdeckte ihn dort. Im April 1983 verliess der Sänger das Militär, blieb aber in Frankfurt. Da Touch mit ihrem Soul-Pop keinen Erfolg hatten, verliess Terence im Januar 1984 die Band und zog mit seinem Manager Schleinitz nach London.
 
Zwei Jahre lang arbeiteten sie an Demobändern. Im Jahr 1986 erhielt Terence Trent D'Arby einen weltweiten Zweijahresvertrag bei Columbia Records. Im März 1987 kam seine Debutsingle If You Let Me Stay in die Hitparaden (UK #7, US #68, D #27). Der Durchbruch kam mit der Nachfolgesingle Wishing Well (UK #4, US #1, D #18) und dem Debutalbum Introducing The Hardline According To Terence Trent D'Arby, eine der besten Platten der 1980er Jahre (UK #1, US #4, D #4). Bei diesem von Martyn Ware produzierten Soul-Album mit einer Prise Funk spielten herausragende britische Studiomusiker mit. Mit fünf Top 10 Singles und weltweit bis Ende 2001 über 12 Millionen verkauften Exemplaren gehört Introducing The Hardline According To Terence Trent D'Arby zu den besten Debütalben aller Zeiten.
 
Im April 1987 beteiligte sich Terence am Konzert Artists Against Apartheid in der Londoner Royal Albert Hall. Er spielte auch im Vorprogramm der UK-Tournee von David Bowie. Bereits bis Ende 1987 hatte Terence allein in England 1,5 Millionen Platten verkauft.
 
Im Januar 1989 kam die Ballade Sign Your Name in die Hitparaden (UK #2, US #4, D #7). Im Februar gewann er den Brit-Award als Bester Internationaler Newcomer. Terence machte sich in jener Zeit unbeliebt mit Sprüchen wie "Nur Prince kann mir das Wasser reichen" oder "meine LP ist die beste Platte aller Zeiten". Im Juni erklärte er dem Magazin Rolling Stone, dies sei sein letztes Interview, da er sich in der Vergangenheit missverstanden fühlte. Die Musikkritik lobte ihn allerdings auch (völlig zurecht) als neuen Star, insbesondere am Soul-Himmel.
 
Im Oktober 1989 wurde sein neues Album Neither Fish Nor Flesh veröffentlicht, blieb aber unter den Erwartungen (UK #12, US #61, D #26). Statt Hitparaden-tauglicher Soulmusik offerierte Terence Trent D'Arby ein experimentelles, kompliziert strukturiertes Kunstwerk in einer grossen Form, mit dem er die Grenzen der Pop-Musik ausloten wollte. Die Platten-Käufer machten da nicht mit. Die Konzertkritiken dagegen blieben positiv.

Im Dezember 1989 wurde er Vater. Seine Lebensgefährtin, die Visagistin Mary Vango, brachte die Tochter Seraphina Simone Frances Christina zur Welt. Im Januar 1990 verabschiedete sich Terence mit dem Song To Know Someone Deeply Is To Know Someone Softly vorläufig aus den Singlecharts (UK #55). Im April 1990 nahm er am Konzert zugunsten von Nelson Mandela im Londoner Wembley Stadion teil.
 
Fast zwei Jahre lang hörte man nicht mehr viel von ihm. Im März 1991 vernahm man noch aus den Musikmedien, dass ihn sein ehemaliges Management wegen nicht gezahlter Tantiemen auf £76,000 verklagt hatte.
 
Im April 1993 erschien das Album Symphony or Damn. Damit knüpfte Terence musikalisch wieder an sein Soul-Debüt an. Doch der grosse Erfolg blieb aus. Sich und seinem experimentierfreudigen Weg allerdings blieb er sich weiterhin treu und veröffentlichte 1995 Terence Trent D'Arby's Vibrator. Danach wurde es still um ihn.
 
Im Sommer 2001 meldete er sich als Sananda wieder zurück: "Meine Freunde nennen mich seit 6 Jahren Sananda - zumindest in meiner Gegenwart." Er sei zwar immer schon ein äusserst spirituell-orientierter Mensch gewesen, doch mit allem, was nach Dogma rieche, habe er nie etwas am Hut gehabt.
 
Sananda geht mit der altbekannten "Sturköpfigkeit und seinem gewaltigen Hang zur Autarkie" weiterhin seine eigenen Wege. Im September 2001 erschein sein Album Wildcard. Für die Platte habe er über 30 Songs aufgenommen und in seinem Studio in seinem damaligen Wohnort Los Angeles gemixt. Die 18 schlussendlich ausgewählten Kompositionen reichen allerdings nicht an sein Debüt-Album heran. Trotzdem bleibt Sananda eine der raren Perlen in der Pop-Musik.
 
Quellen für diese Biografie: Das Fischer Rockmusik Lexikon von Graf und Rausch sowie Universal Music. Rockmusiklexikon von Graf und Rausch bestellen.
 
Diskographie von Terence Trent D'Arby aka
Sananda Maitreya
 
1987: Introducing The Hardline According To Terence Trent D'Arby
1989: Terence Trent D'Arby's Neither Fish Nor Flesh
1993: Terence Trent D'Arby's Symphony Or Damn
1995: Terence Trent D'Arby's Vibrator  
2001: Sananda Maitreya's, Terence Trent D'Arby's Wildcard.

 

Sananda Maitreya aka Terence Trent D'Arby.
Photo Copyright: Universal.