Katharine Hepburn 1907-2003
Biografie, Biographie, Filmografie, Filme, DVDs
Artikel vom 1. Juli 2003
Im biblischen Alter von 96 Jahren
verstarb Katharine Hepburn am 29. Juni 2003 in Old Saybrook, Connecticut. Die
kultivierte Dame aus gutem Haus mit dem eisernen Willen und spröden Charme
prägte die Filmgeschichte 50 Jahre lang. Mit zwölf Oscar-Nominierungen und vier
gewonnen Academy Awards - von denen sie keinen persönlich abholte - ist sie die höchstdekorierte
Schauspielerin aller Zeiten.
Die Tochter eines bedeutenden Arztes und einer Suffragette wurde am 12. Mai
1907 in Hartford, Connecticut, geboren. Als kleines Mädchen wollte sie lieber
ein Junge sein und trug - wie später auch in ihren Filmen ab 1932 - Hosen.
Die amerikanischen Modemacher fanden ihren Einfluss als Hosenträgerin im Film
so bedeutend, dass der Council of Fashion Designers of America sie 1986 mit
dem "Life Achievement Award" auszeichnete.
Als Katharine Hepburn 14 war, fand sie ihren zwei Jahre älteren Bruder
erhängt vor. 1928 graduierte sie von Bryn Mawr College und heiratete den
wohlhabenden Ogden Ludlow Smith, von dem sie sich 1934 scheiden liess, mit dem
sie aber befreundet bleib und gemeinsam ein 1931 erworbenes Haus in Manhattan
besass. Dass sie verheiratet gewesen war, ignorierte allerdings das breite
Kinopublikum jahrzehntelang.
1928 stand Katharine Hepburn erstmals auf einer Broadway-Bühne. 1932
spielte sie in ihrem ersten Kinofilm, A Bill of Divorcement, die
Tochter von John Barrymore. Bereits 1933 gewann sie ihren ersten Oscar für
die Rolle der Eva Lovelace in Morning Glory.
Doch ihre Karriere kannte danach auch einige Tiefs. Sie wurde als Kassengift (box-office
poison) verschrien, bis sie sich von R.K.O loskaufte und 1940 mit The
Philadelphia Story wieder gross rauskam. Howard Hughes hatte ihr die
Rechte am erfolgreichen Stück gekauft, mit dem sie 400 triumphreiche
Vorstellungen am Broadway feiern konnte. Damit ging sie zum MGM-Boss Louis B.
Mayer und verkaufte sie ihm unter der Bedingung, die Hauptrolle unter der
Regie von George Cukor spielen zu dürfen. Anstelle der verlangten Stars
Spencer Tracy und Clark Gable kriegte sie Cary Grant und James Stewart.
Gemäss der New York Times verlor sie nach The
Philadelphia Story nie mehr die Kontrolle
über ihre Karriere.
Die Liebe ihres Lebens war Spencer Tracy, mit dem sie insgesamt neun Filme
drehte. Der unglücklich verheiratete Schauspieler mit zwei Kindern (eines
davon behindert) liess sich
zwar als Katholik nie von seiner 1983 verstorbenen Frau Louise scheiden, doch lebte er 27
Jahre lang bis zu seinem Tod 1967 mit Katharine zusammen, wozu er sich
allerdings nie öffentlich bekannte. Die Beziehung mit dem Alkoholiker Spencer
Tracy war nicht einfach.
Im Film waren
Hepburn und Tracy ein kongeniales Paar. Ihr komisches Talent ergänzte
sich perfekt, so in Woman of the Year, ihrem ersten gemeinsamen
Leinwandauftritt aus dem Jahr 1942. Guess Who's Coming to Dinner (1967)
wurde ihr letzter gemeinsamer Film, denn Tracy
starb nur zweieinhalb Wochen nach Ende der Dreharbeiten. Katharine erhielt
für ihre Leistung ihren zweiten Academy Award als beste Hauptdarstellerin.
Katharine Hepburn überzeugte natürlich auch im Zusammenspiel mit anderen
Partnern, so in der Screwball-Comedy Bringing Up Baby (1938) mit Cary
Grant. Damals ein Flop beim Publikum und Kritikern gilt der Film heute
zurecht als einer ihrer besten. In der Komödie African Queen (1951),
basierend auf dem Roman von C. S. Forester und unter der Regie von John
Huston, glänzte sie als Gegenspielerin von Humphrey
Bogart. Dafür wurde sie für einen Oscar nominiert. Ihre 1987
veröffentlichte Erinnerung daran war allerdings nicht nur positiv, wie schon
der Buchtitel verrät: The Making of the African Queen: Or, How I Went to
Africa With Bogart, Bacall and Huston and Almost Lost My Mind.
Eine eher untypische Rolle als Eleanor of Aquitaine in The Lion in Winter
verhalf ihr 1968 zu ihrem dritten Oscar. In diesem im 12. Jahrhundert
spielenden Drama war Peter
O'Toole ihr Partner.
Ernest Thompsons erfolgreiches Broadway-Theaterstück On Golden
Pond wurde 1981 erfolgreich verfilmt. Als Ehefrau von Henry Fonda gewann
Katharine Hepburn ihren vierten und letzten Academy Award.
Quellen, Literatur von und zu Katharine Hepburn
- die 1991 veröffentlichten autobiografischen Skizzen von Katharine Hepburn: Me: Stories of My Life
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- Katharine Hepburns erstes Buch von 1987: The
Making of the African Queen: Or, How I Went to Africa With Bogart, Bacall
and Huston and Almost Lost My Mind.
- die New York Times, die
sie u.a. in einem ihrer besten Komödien, Bringing Up Baby, verrissen
hat.
- Alan Scott Berg: Katharine Hepburn - Ein Jahrhunderleben. Blessing,
2003, 384 S. Bestellen bei Amazon.de
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Schweiz.
US edition: Alan Scott Berg: Kate Remembered. Putnam, 2003, 384 pp. Get
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Die Filmografie von Katharine Hepburn
*nominiert für Academy Award; **Academy Award gewonnen; * und ** übrigens immer
für "best actress", denn Katharine Hepburn war eine "leading lady".
1932 A Bill of Divorcement
1933 Christopher Strong
1933 Little Women (Regisseur: George Cukor)
1933 Morning Glory**
1934 The Little Minister
1934 Spitfire
1935 Break of Hearts
1935 Alice Adams*
1935 Sylvia Scarlett (mit Cary
Grant)
1936 A Woman Rebels
1936 Mary of Scotland
1937 Quality Street
1937 Stage Door
1938 Bringing up Baby/Leoparden küsst man nicht (mit Cary
Grant; Produzent und Regisseur: Howard Hawks)
1938 Holiday (mit Cary
Grant; Regie: George Cukor)
1940 The Philadelphia Story/Die Nacht vor der Hochzeit* (Regisseur: George
Cukor)
1942 Keeper of the Flame/Hüter der Flamme*
1942 Woman of the Year
1943 Stage Door Canteen
1944 Dragon Seed
1944 The Hidden Army (als Erzählerin, nur 17 Minuten)
1945 Without Love
1946 Undercurrent
1947 The Sea of Grass
1947 Song of Love
1948 State of the Union
1949 Adam's Rib
1951 The African Queen* (mit Humphrey
Bogart)
1952 Pat and Mike
1953 Road to Bali
1955 Summertime/Traum meines Lebens*
1956 The Iron Petticoat
1956 The Rainmaker/Der Regenmacher*
1957 Desk Set
1959 Suddenly, Last Summer/Plötzlich im Sommer*
1962 Long Day's Journey into Night*
1967 Guess Who's Coming to Dinner/Rate mal, wer zum Essen kommt**
1968 The Lion in Winter/Der Löwe im Winter** (mit Peter
O'Toole)
1969 The Madwoman of Chaillot
1971 The Troian Woman
1973 A Delicate Balance
1973 The Glass Menagerie
1975 Rooster Cogburn
1975 Love Among Ruins (TV-Film mit Laurence Olivier; Regisseur: George Cukor)
1976 That's Entertainment Part II
1978 The Corn Is Green (TV-Film; Regisseur: George Cukor)
1978 Olly Olly Oxen Free
1981 On Golden Pond/Am Goldenen See**
1983 Storytime Classics: Katharine Hepburn's World of Stories
1984 George Stevens: A Filmmaker's Journey
1984 Hepburn and Tracy
1984 Grace Quigley
1986 The Spencer Tracy Legacy
1986 Mrs. Delafield Wants to Marry
1988 Bacall on Bogart
1988 Katharine Hepburn's Tales of Wit & Wisdom
1988 Katharine Hepburn's Tales of Beauty & Magic
1988 Laura Lansing Slept Here
1989 Michael Jackson: The Legend Continues
1992 Hollywood Remembers: Fonda on Fonda
1993 Katharine Hepburn: All About Me (autobiografischer Fernsehdokumentarfilm
für den Kabelsender TNT)
1993 The Man Upstairs
1994 This Can't Be Love
1994 One Christmas
1994 Love Affair (ihr letzter Kinofilm, ein Remake von "An Affair to
Remember")
1996 Woman of Substance: Katharine Hepburn
1999 The Hidden Army: Women in World War II
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