Die Geschichte von
Potsdam
Artikel vom 14. Juli 2003
Potsdam war ursprünglich eine neben
einer slawischen Burg liegende slawische Siedlung. Urkundlich erstmals
erwähnt wird der Ort im Jahr 993 als Poztupimi. Nach 1150 erfolgte die
deutsche Neugründung unter Markgraf Albrecht dem Bären. Im Jahr 1317 wird
Potsdam erstmals als Stadt erwähnt. Von 1416 an bis zum verlorenen
Ersten Weltkrieg und dem damit verbundenen Untergang der Monarchie in
Deutschland ist Potsdam im Besitz der Hohenzollern.
Die frühe Bedeutung Potsdams beruhte auf der Beherrschung des Havelüberganges.
1536 verwüstete ein Grossbrand Teile der Stadt. Beim Wiederaufbau wurde die
Stadtfläche vergrössert. Allerdings gab es 1573 erst 192 Häuser.
Von 1616 an war Potsdam neben Berlin die zweite Residenz der Kurfürsten und
seit 1701 der Könige von Preussen.
Im Dreissigjährigen Krieg (1618-48) wurde die Stadt erneut zerstört.
Kurfürst
Friedrich Wilhelm, seit 1675 der Grosse Kurfürst genannt, erklärte 1660
Potsdam neben Berlin zu seiner zweiten Residenz und ließ sich hier bald
darauf ein Stadtschloss nach holländischem Vorbild bauen. Im "Edikt von Potsdam"
von 1685 gewährte der Grosse Kurfürst den Hugenotten Asyl. Dazu gehörten
Glaubensfreiheit, Niederlassungsrecht und wirtschaftliche Privilegien in
Brandenburg und Preussen. Über 20'000 protestantische Glaubensflüchtlinge
aus Frankreich folgten der Einladung; der Term "Hugenotte" ist
übrigens vom französischen Wort für Eidgenosse abgeleitet. Die Hugenotten
brachten Wissen und Kapital mit und verhalfen (nicht nur) Potsdam zu einem
wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.
Unter Friedrich I, dem Soldatenkönig, und Friedrich II, Der Grosse bzw.
"Der Alte Fritz" genannt, setzte eine rege Bautätigkeit ein.
Potsdam wurde zur Garnisonsstadt ausgebaut. Der Ort wurde im Norden um die
Neustadt (1720-40) erweitert.
Der Kurfürst hatte 1651 Luise Henriette aus dem Haus Oranienburg geheiratet.
Das blühende Holland galt als Vorbild. Mit dem Holländischen Viertel
(1733-42) vergrösserte sich Potsdam nochmals. Unter der Leitung des Holländers Johann Boumann
entstanden 134 Häuser in vier Karrees. Trotz Privilegien und Anreizen wie
keine Einquartierung von Soldaten, ein Haus und staatliche Aufträge für die
Holländer und ihre Angestellten, konnte der Präsident vom Jan-Boumann-Haus,
Herr Wendland, nur 56 holländische Namen nachweisen. Der Erfolg der Anwerbung
der Holländer blieb weit hinter demjenigen des Edikts von Potsdam für die
Hugenotten zurück.
Im Haus Nr. 10 weilte im Revolutionsjahr 1789 übrigens kurz der damals
34jährige Wolfgang Amadeus Mozart in der Hoffnung auf eine
feste Anstellung an der Hofkapelle Friedrich Wilhelm II, was sich jedoch
nicht erfüllte.
Friedrich der Grosse regierte im Winter vom Stadtschloss, im Sommer vom
Rokoko-Schloss Sanssouci aus, das von 1745 bis 1747 von Knobelsdorff erbaut
wurde. "Der Alte Fritz" war ein Herrscher des Aufgeklärten
Absolutismus und pflegte die Freundschaft mit dem französischen Philosophen
Voltaire, den er von 1750 bis 1753 an seinen Hof holte. Gerne bezeichnete sich
der Monarch selbst als "Philosoph von Sanssouci".
Potsdam erhielt seit Friedrich dem Grossen eine Reihe von Schlössern und
Gärten. Neben Schloss und Garten Sanssouci (mit dem prachtvoll renovierten
Chinesischen Teehaus) sind der Neue
Garten mit dem Marmorpalais,
der Orangerie von Langhans, den Gärtnerhäusern
im holländischen Stil, der Küche in der Form einer römischen
Tempelruine von Gontard (1788) und dem Obelisken von Schadow (1790) zu nennen.
Heute gehören auch Schloss und Park Glienicke sowie Schloss und Park
Babelsberg zu Potsdam. Weitere Sehenswürdigkeiten in Potsdam sind das Neue
Palais, das Dampfmaschinenhaus im maurischen Stil von 1842 für die Fontänen
von Sanssouci, Schloss Charlottenhof, die Nikolaikirche mit ihrer mächtigen
Kuppel, das Belvedere auf dem Pfingstberg und das Belvedere auf dem
Drachenberg, das Brandenburger Tor, das Orangerieschloss, Schloss
Cecilienhof. Die Liste ist fast endlos. Nur in einem Buch könnte man darauf eingehen.
1806 bis 1808 besetzten die Truppen Napoleons Potsdam. Doch wirklich dunkle
Stunden begannen erst mit dem Festakt vom 31. März 1933 in der
Garnisonskirche, mit dem der am 5. März 1933 gewählte Deutsche Reichstag
konstituiert wurde. Der neue Reichskanzler Adolf Hitler versuchte so, sich und
den Nationalsozialismus in die preussische Tradition einzureihen.
1939 wurde die Villen- und Filmstadt Babelsberg Potsdam eingemeindet. Die
jüdische Elite, so der Tenor Richard Tauber, wurden von den Nazis vertrieben
oder ermordet. Siehe zu Glanz und Elend des Films in Babelsberg die Filmmuseen
in Potsdam und Berlin. Der expressionistische Film, die Ufa, die
Propaganda-Filme der Nazi-Diktatur und die DEFA-Filme des DDR-Regimes sind
dort gut dokumentiert.
Mit dem Potsdamer
Abkommen vom 2. August 1945 wurde im Schloss Cecilienhof der Schlusspunkt
unter das Nazi-Regimes gesetzt. Leider mit der Konsequenz, dass die Stadt
danach fast ein halbes Jahrhundert unter der sozialistischen Zwangsherrschaft
des DDR-Regimes leiden musste. Die Stadtgeschichte wird im Potsdam-Museum
dokumentiert.
Von 1952 bis 1990 war Potsdam die Hauptstadt eines DDR-Bezirks. Seit 1990 ist
Potsdam die Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg. In jenem Jahr wurde die
Stadt, die heute rund 130'000 Einwohner zählt, in die Liste des
UNESCO-Welterbes aufgenommen. Potsdam gehört zu den sehenswertesten Städten
Deutschlands. Planen Sie mindestens drei Tage für Ihren Besuch ein.
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1889 entstanden. Aufbau TB, 2001, 4688 S. Bestellen bei Amazon.de.
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Der Rossbrunnen und die Kulisse des Ruinenberges nördlich von Schloss
Sanssouci. Foto Copyright: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin
Brandenburg/Fotograf: Hagen Immel.

Blick von der Gotischen Bibliothek über den Heiligen See. Im Hintergrund in
der Mitte, leider nicht zu erkennen, das Marmorpalais im Zentrum des Neuen
Gartens. Foto Copyright: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin
Brandenburg/Fotograf: Prof. Dr. Michael Seiler.
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Schloss Sanssouci. Foto Copyright: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
Berlin Brandenburg/Fotograf: Hagen Immel.
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