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Pierre Soulages
Biografie - Retrospektive im Berner Kunstmuseum

Artikel vom Juli 1999


Die Ausstellung Pierre Soulages im Kunstmuseum Bern trägt den bezeichnenden Untertitel <Lob des Lichts>. Seit er 1979 die Serie der monopigmentaren schwarzen Gemälde begonnen hat, für die er vor allem bekannt ist, spielt er mit Lichtreflexen, die sich beim Aufprall des Sonnenlichts auf seine unterschiedlichen schwarzen Oberflächen ergeben, was gemäss Kurator Sandor Kuthy die Bedeutung seiner Beziehung zum Abstrakten Expressionismus und zur Schule von Paris relativisiert.
 
Der am 24. Dezember 1919 geborene Pierre Soulages wurde bereits 1947 durch drei im Pariser Salon der Surindépendants ausgestellten Werke bekannt. In einer farbenfrohen Zeit stach seine Kunst wie ein schwarzer Fleck hervor. In der Ausstellung sind sechs Arbeiten aus den Jahren 1946 bis 1948 zu sehen, die jene Phase dokumentieren, die bis weit in die fünfziger Jahre hin andauerte, wie die Retrospektive dokumentiert. Soulages selbst stellt in seinem Werk <die zyklische Wiederkehr einer Form oder Komposition> fest, die periodenübergreifend ist. Mit den Titeln seiner Gemälde betont er stets <die materielle Realität> seiner jeweiligen Werke, die er in der Regel einfach <Gemälde> nennt, gefolgt von Dimensionen und Datum der Kreation. Er verweigert so jede Assoziation mit Gefühlen, Geschichten, Landschaften oder Gegenständen. Zu seinen verwendeten Materialen gehören die Nussbeize, ab 1971 zusammen mit Acryl-Vinyl-Emulsionen als Bindemittel, was ihn zu einer spezifischen Kunstform führte, da die Eigenschaften des Materials für die Arbeiten massgeblich sind. Der Künstler ist <gezwungen, auf seine Transparenz und stoffliche Natur Rücksicht zu nehmen>. Alle seine neuesten Gemälde sind <mit demselben schwarzen Farbstoff, demselben ungemischten Pigment gemalt. Allerdings ist die Physik des Lichtes, die dabei im Spiel ist, nicht dieselbe, die gewöhnlich in der Malerei vorherrscht, wo jedes Pigment einzig die Wellenlänge reflektiert, die seiner Farbe entspricht und die eine Komponente des weissen Lichts ist. Hier verändert die gerillte oder glatte Textur der Oberfläche das Licht und lässt verschiedene Werte entstehen, eine Textur, die dem Licht an bestimmten Stellen Stabilität und Ruhe gibt und es an anderen dynamisiert.> Die Textur, die Rillen reflektieren je nach Lichteinfall und Standpunkt des Betrachters das Licht anders. Damit ist bereits auf eine dem Katalog inhärente Schwäche verwiesen: Diesen entscheidenden, mit dem Licht spielenden Charakter der Oberflächenstruktur der Arbeiten von Soulages kann er nicht wiedergeben. Nur der Besuch des Museums - oder der Galerie Alice Pauli in Lausanne, die seit zehn Jahren sein Werk hauptsächlich betreut - setzt den Betrachter in die Lage, die Kunst von Soulages richtig schätzen zu lernen. Ausstellung und Katalog zeugen von seiner Auseinandersetzung mit der asiatischen Kalligraphie. Die in seiner Malerei durchaus hin und wieder präsente Farbe kommt allerdings nur im Gemälde vom 16. August 1971 (blau) zum Zuge und auch seine Bronzearbeiten (ab 1976) sind nur durch ein Werk vertreten.
 
Soulages wehrt sich gegen den Gegensatz Schwarz - Farbe. Für ihn ist Schwarz <eine intensive Farbe, intensiver als Gelb, eine Farbe, die lebhafte Reaktionen provoziert und heftige Kontraste entstehen lässt.> Seine <monopigmentaren Bilder mit chromatischer Polyvalenz> (Pierre Encrevé, 1987) entstehen mit Hilfe von Bürsten, Eisen oder auch Spachtel. Beides weist auf seinen Werdegang hin. Soulages wurde zwar 1939 in die nationale Kunstakademie aufgenommen, verzichtete aber auf ihren Besuch, da ihm der Unterricht dort als zu rückschrittlich erschien. Er ging seinen eigenen Weg und wurde - logischerweise? - zuerst in den Vereinigten Staaten anerkannt. Dort wurde die Neuheit seiner Malerei zur Kenntnis genommen. Er beeinflusste die <junge New Yorker Schule> (Bernard Ceysson, 1996). Sein Werk strahlte aus auf Tachismus, Informel und Minimal Art.

Der Katalog zur Ausstellung: Pierre Soulags. Lob des Lichts, Kunstmuseum Bern 28.5.-8.8.1999, Herausgeber und Kurator: Sandor Kuthy, assistiert von Judith Durrer. Erhältlich auf deutsch und französisch, Mailand und Genf, Skira Editore, 1999, 103 S.

 
 

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