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Nr. 55, Januar 2004
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Weltkulturerbe Lübeck
Beschreibung aller denkmalgeschützten Bauten der Altstadt
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Artikel vom 1. Januar 2004
 
Das alphabetisch nach Strassen gegliederte Buch von Klaus J. Groth erzählt die Stadtgeschichte von Lübeck anhand der unter Denkmalschutz stehenden Häuser der Altstadt. Die Architektur erzählt von über acht Jahrhunderten Kultur- und Stadtgeschichte, vom Wandel des Zeitgeschmacks, von Höhen und Tiefen Lübecks.

Grundlage des Führers durch das architektonische Weltkulturerbe bilden die systematischen Forschungsarbeiten von Architekten und Wissenschaftlern, die Akten des Amts für Denkmalpflege der Stadt Lübeck nach dem Forschungsstand von 1998. So ist ein Puzzle mit über 1000 Text- und s/w-Bildteilen entstanden, das Lübeckern, Touristen und Architekturinteressierten zum realen wie virtuellen Rundgang zu empfehlen ist.

Zu jedem Haus findet der Leser Informationen zu historischen Daten, Stilmerkmalen und Veränderungen. Zudem wird erläutert, wann und warum das jeweilige Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Als Beispiel sei das Stadttheater Lübeck erwähnt. Erste Erwähnung findet das Grundstück im Jahr 1302, als es erstmals bebaut wurde. 1752 entstand hier das erste öffentliche Schauspielhaus Lübecks, das von Zimmermeister Johann Heinrich Schröder erbaut wurde. In den Jahren 1774-1857 war es als das "Ebbe'sche Haus" bekannt, benannt nach dem Besitzer, der neben Theatervorstellungen auch Konzerte und Maskeraden im Haus veranstaltete. 1857 wurde das Gebäude durch die Casino Aktiengesellschaft abgebrochen und an seiner Stelle ein Schauspielhaus mit grösseren Sälen für Bälle und Konzerte errichtet. 1905 wurde es wegen mangelnder geschlossen. Die heute prägende Bebauung im Jugendstil erfolgte 1908-1909. Seit 1967 bzw. 1992 steht das Stadttheater unter Denkmalschutz.

Der Jugendstilbau stammt von Martin Dülfer. Es handelt sich um eine aufwendig dekorierte Sandstein-Fassade mit kräftigen gequaderten Eckpilastern. Der Figurenfries auf dem Hauptgesims stammt von G. Roemer und zeigt im Mittelfeld "Apollo und die neun Museen", in den Seitenfeldern "Komödie" und "Tragödie". Das Giebeldreieck wird von einer Gruppe Karyatiden und Altanten von K. Weinberger getragen. Trotz späterer Überformung blieb im Inneren die gesamte ursprüngliche Struktur des Grundrisses erhalten: Anordnung von Bühne, Repräsentations- Aufenthalts- und Nebenräume. Die ursprüngliche Bauausstattung befindet sich weitestgehend im Originalzustand: Fenster, Türen, Paneele, geschmiedete eiserne Schmuckbrüstungen, Treppengeländer, farbige Wand- und Deckengestaltung (Jugendstildecke im Grossen Haus). Die Stuckdecken im Bereich der heutigen Kammerspiele (ehemals Festsaal), in den Wandelgängen, Treppenaufgängen, ehemaligen Restaurants, Foyers und der Vorhalle des grossen Hauses ins erhalten, ebenso wie der ursprüngliche Theatervorhang. Die Sanitärräume sind mit Jugendstilfliesen ausgearbeitet. In der heutigen Schlosserei ist die ursprüngliche Theaterküche mit Wandfliesen und Schmuckfries erhalten.
 

Klaus J. Groth: Weltkulturerbe Lübeck. Denkmalgeschützte Häuser. Über 1000 Porträts der Bauten unter Denkmalschutz in der Altstadt, nach Strassen alphabetisch gegliedert. Lübeck, Verlag Schmidt-Römhild, 1999, 426 S. Buch bestellen bei Amazon.de.
 
Die Firma Schmidt-Römhild ist übrigens selbst ein Teil der Geschichte Lübecks, denn nach eigenen Angaben existiert das Unternehmen seit 1579 und ist somit Deutschlands ältestes Verlags- und Druckhaus.
 
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