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Dogville 
Der Film von Lars von Trier mit Nicole Kidman - Filmkritik

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Artikel vom 2. Juni 2004
 
Lars von Trier gehört zu den kompromisslosesten Regisseuren der Gegenwart. Mit Dogville bewies er dies einmal mehr. Der Film beginnt mit einer Aufsicht auf eine weitgehend leere Studiobühne, auf der unter anderem Häuser und Strassen mit weisser Farbe auf dem Boden eingezeichnet sind. Die Schauspieler bewegen sich in dieser stilisierten Landschaft ungeschützt vor dem Blick von Regisseur, Kamera und Zuschauern. Sie arbeiten fast ohne Requisiten, deuten das Türöffnen zum Beispiel nur an.

Der Film spielt im Städtchen Dogville, irgendwo in den Rocky Mountains, wo die Strassen enden. In der Nähe befindet sich eine verlassene Silbermine. Die Einwohner scheinen ehrliche Landbewohner zu sein, Landeier oder Hinterwäldler, wäre böse Zungen meinen.

In die Geschichte führt uns ein Erzähler ein, im englischen Original gesprochen von John Hurt, einem der besten lebenden Schauspieler überhaupt, den der Schreibende noch lieber vor der Kamera gesehen hätte.

John Hurt begleitet den Zuschauer durch die neun Kapitel, in denen die von der Schwächen der Zivilisation scheinbar noch unberührten Einwohner von Dogville ihr wahre Natur - die Natur des Menschen? - zeigen.

Vor seinen aussergewöhnlichen Film schaffte es Regisseur Lars von Trier, ein Starensemble erster Güte zu versammeln. Da ist Grace, gespielt von der wie in all ihren letzten Filmen überragenden Nicole Kidman (englische Biografie). Sie sucht im isolierten Dogville Schutz, denn sie ist vor einer Gruppe von gewalttätigen Gangstern auf der Flucht. Die Einheimischen nehmen sie auf, doch bald verlangen sie einen Preis dafür, dass Grace sich bei ihnen verstecken darf. 

Da ist Tom Edison jr., gespielt vom überzeugenden Paul Bettany, der noch vor kurzem an der Seite von Russell Crowe in Master and Commander begeisterte. Er ist ein verhinderter Schriftsteller, der sich als Moralist und Prediger in Dogville durchs Leben schlägt und dabei höchste Ansprüche and sich und die Welt stellt.

Unter den weiteren Schauspielern ist vor allem Ben Gazzara als Jack McKay zu hervorzuheben, dem die eindrucksvollste Performance seit über einem Jahrzehnt gelungen ist. Lauren Bacall als Ma Ginger, James Caan als The Big Man, dessen Identität dem Film eine neue Wendung gibt, sowie Udo Kier als The Man in the Coat sind nur einige weitere Namen, die dem Film Charakter verleihen.

Zur Geschichte sei nur soviel verraten, dass Grace durch Höhen und Tiefen geht. Für das Recht, unerkannt in Dogville zu bleiben, verlangen die Einwohner immer mehr von ihr. Die Situation wird immer prekärer. Im sechsten Filmkapitel wird sie vergewaltigt. Da wie erwähnt keine Türen auf dem Set sind, alles nur angedeutet wird, wird deutlich, wie nahe die anderen Einwohner dieser entwürdigenden Szene sind, ohne zu sehen, zu handeln.

Im folgenden Kapitel versucht Grace deshalb, sich unter der Plane eines Wagens mit Äpfeln aus dem Nest rausschmuggeln zu lassen - und wird doch nur erneut vergewaltigt. Danach schläft sie ein. Als sie aufwacht, ist sie zurück in Dogville.

In der Nacht vor ihrer Flucht wurde erstmals in Dogville etwas gestohlen - ein Mann vermisst eine grössere Geldsumme. Der Verdacht fällt sofort auf Grace, die an ein schweres Eisenrad gekettet wird, das einer der Einwohner mit den Worten kommentiert: "Don't see it as a punishment." Die Kette sei ja lang genug gemacht worden, damit sie in ihrem Bett schlafen könne.

Das soll als Einblick in die Abgründe der menschlichen Natur genügen, wie sie Lars von Trier dem Zuseher präsentiert. Der Erzählton des Films ist zynisch, die Rechtfertigungen der Einwohner von Dogville für ihre Untaten haarsträubend. Das Filmende bringt eine überraschende Wende, die hier nicht verraten sei.

Der Film ist eindrücklich und - insbesondere wegen seiner Überlänge - anstrengend zugleich. Als eine Art Brechtsches Theater, verlangt Dogville beständig Aufmerksamkeit. Die radikale Reduziertheit der Inszenierung, Steadycam und Handkamera halten den Zuschauer immer nahe an den Schauspielern. Es gibt kein entrinnen, keine Ablenkung. - Dogville, 2003. Bestellen Sie den Film auf DVD bei Amazon.de. - Filme mit Nicole Kidman bei Amazon.de.





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